Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
592
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lich ganz ſchwarzer Sünder ſein, darum iſt er auch Schil⸗ ler in ſeinem Fiesko unnatürlich ſchön gelungen.

Ganz beſonders glücklich iſt dagegen die Schilderung der kleinen philiſterhaften Provinzialſtadt mit ihrer komiſchen Thorſperre und ihren engen Verhältniſſen ge⸗ lungen. Wer länger, als ihm lieb war, an ſolchen Orten der behaglichen geiſtigen Stagnation und beglaubigten Beſchränkheit verweilt hat, wird mit Vergnügen ſehr frap⸗ pante Einzelnheiten wiedererkennen. Goethe's Wort:Es ſind ihrer Viele und iſt ihnen wohl beiſammen, doch ihre mittelmäßige Behaglichkeit ängſtigt ſelbſt die Beſten, paßt hier unendlich gut.

Aber auch das Leben und Treiben einer ſolchen Stadt beim Gerichtsweſen kennt Gundling höchſt gründlich und weiht uns durch ergötzliche, draſtiſch humoriſtiſche Scenen

Novellen⸗Zeitung.

des Criminalamtes und ſeiner Spitzbubenproceſſe gegen virtuoſe, hartgeſottene Schurken in Vorgänge ein, deren

[V. Jahrg. Exiſtenz man nicht für möglich hält. Dennoch tragen ſie das volle Gepräge allgemeiner Wahrheit und Specialbe⸗ achtung und werden gewiß nicht nur fürs große Publicum, ſondern auch für Fachmänner der juriſtiſchen Wiſſenſchaft das Intereſſe eines allegoriſchen Tagebuchs haben. Man bedauert, wo dieſe myſteriöſen Scenen abbrechen, da man fühlt, der Schriftſteller hätte in dieſem nicht Vielen zu⸗ gänglichen Gebiet, das freilich keine Poeſie, aber viele Realität hat, noch ſehr eigenthümliche, ſocialiſtiſch aufklä⸗ rende Gemälde ausführen können.

Fragen wir ſo nach dem Geſammteindruck dieſer bei⸗ den Bände, ſo finden wir, daß er weder dichteriſch noch künſtleriſch irgend befriedigend iſt, wohl aber durch natürliche Erfindung, friſche Auffaſſung des Lebens und gelungene Pointirung oft verborgener Einzelnheiten und feiner Züge Beachtung und Anerkennung verdient.

Allgemeiner Anzeiger.

geffentliche Uerſteigerung

Söder'schen Gemälde-Gallerie.

Am 31. October und an den folgenden Tagen wird im Museum zu Hannover der öffentlich meistbietende Verkauf der berühmten Söder'schen Gemälde-Gallerie stattfinden, welche, vom Grafen Brabeck

gesammelt, sich gegenwärtig im Besitze

Sr. Excellenz des Grafen Andreas zu Stolberg befindet.

Diese

Gallerie, welche 365 Nummern umfasst, besteht fast nur aus Gemälden ersten Ranges der grössten * 7 8

alten Meister, von denen ausser Raphael, Titian, Correggio, Gemälde von B. Bl005, L. Bourguignon, Breughel, recht Dürer, Van Dych, Everdingen, Van Eyche, Van der Helst, Holbein, Corn. van Kych,

Anderen, noch ausgezeichnete

Lorrain, Gab. Metzu, Miereveld, Fr. Mieris, Marillo, A. P. P. Rubens, Ryckard, Sngers, Steenwyck, zu werden verdienen.

Ruysdael, Weenix und vielen 4 5b. CQugpp, Gérard Dow, Alb- Lingelbach, Qaude de

v. d. Neer, Panini, Rembrandt, Rontbouls, Salvator Hosa,

Tenniers, Tinelli, Paul Veronesé, WMaaterloo, Wouwermann etc. genannt

Die Aufstellung der Gallerie ist im Museum zu Hannover und bis zur Versteigerung täglich den Kunst-

liebhabern geöffnet. Der raisonnirende Kuctions- Buch- und Kunsthandlungen zu beziehen.

Der Unterzeichnete, welcher sich zu Besorgung v

GCatalog ist so eben erschienen und durch alle

on Aufträgen, nach Massgabe der im Cataloge angege-

benen Bedingungen, ganz ergebenst empfiehlt, ist gern bereit, den Catalog auf postfreie Briefe mit umgehender

Post einzusenden. Hannover, im August 1859.

Carl Rümpler, Buchhändler.

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durch ꝛc. Farbenüberdruck in einigen

5 genſtände von Papier, Holz, 8 wand ſelbſt verfertigen zu können, und zwar ſo,

können, ohne der Farbe zu ſchaden. 1 Buchbinder, Galanteriearbeiter, Tiſchler,

Ohne Apparate oder Vorkenntniſſe in ein Wird auch brieflich gelehrt. Atelier

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Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig. Verlag von Alphons Jürr in Leipzig. Druck von Gieſecke& Hevrient in Leipzig.

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