Blicke auf gegenden und Menſchen. Geſchriebene Photographien.
Ein altes Sprüchwort ſagt:„Wovon wird der Wolf
ſo weiſe? Durch unnütze Gänge wird der Wolf ſo weiſe!“
Wovon wird der Reiſende ſo klug?Durch elegante Wirths⸗
häuſer, ſchlechte Nachtlager, ungenießbare Speiſen und unglaubliche Rechnungen wird der Reiſende ſo klug, voraus-⸗
geſetzt nämlich, daß er ſo viel Mutterwitz und guten Wil⸗ len hat, als der Wolf. Wovon aber bleibt mancher honette, begüterte, allgemein hochgeachtete Menſch ſy dumm? Vom fortwährenden Zuhauſebleiben bleibt er ſo dumm! Wie aber wäre dies zu umgehn, wohlverſtanden, nicht das Klug⸗ und Weiſewerden, ſondern das idylliſche Dummbleiben? Sollte es die natürliche, unausbleibliche Folge der Stabili⸗ tät ſein? Gewiß nur bedingtermaßen, denn ein anderer vielbelobter Spruch ruft uns heimathtrunken zu: bleibe weislich zu Hauſe und nähre Dich redlich! während ein anderer ſagt: nur der Wandernde erobert ſich den Kern der Welt! Beide haben nur halb Recht und es ſollte heißen: Einzig und allein dem offen Umſichblickenden lohnt Ge⸗ winn, daheim und doppelt reich in der Fremde.
Die meiſten Leute begehen den Irrthum, Reiſen bloß als ein Vergnügen zu betrachten, welches ſich jeder Bemit⸗ telte in gleicher Güte gewähren kann. Reiſen ſollte viel⸗ mehr als eine Kunſt angeſehen werden, zu der man Talent mitbringen und die man erlernen muß und die mehr er⸗ fordert als freie Zeit, den Ankauf eines Paſſes und des Reiſehandbuches von Bädecker.
Reiſen iſt eine Badecur des Geiſtes und zugleich ein Studium für Mußeſtunden, in welchem unſere Zeit vor der Vergangenheit durch Erfindung der Dampfkraft einen unendlichen Vorſprung gewonnen hat.
Dieſer Sommer gewährt in Bezug auf die europäiſchen Touriſten einen ziemlich öden Anblick. Ein berühmter und
Novellen⸗Zeitung.
zugleich durch Speculationen ſehr reich gewordener Staats⸗ mann wurde einſt in einer vertraulichen Stunde von einem Freunde gefragt, wie er es mache, ſeine Papiere ſtets ſo billig einzukaufen und ſo theuer zu verwerthen.„Ei,“ ſagte er,„das iſt nur ein Spiel, wenn man es recht ver⸗ ſteht. Die Börſe iſt eine ganz andere, viel wunderbarere und ſpaßhaftere Verſammlung, als man glaubt. Da ſitzen ſie droben, lauter gründlich ausſtudirte Procentmän⸗ ner und ſind fröhlich und animirter Stimmung, da ihnen die politiſche Luft ſo heiter ſcheint. Die Papiere ſtehn hoch. Ich aber will billig kaufen, weil wirklich der Ge⸗ winn ganz ſicher wäre, indem Alles ſo im vortrefflichſten europäiſchen Gleichgewicht ſteht, um einen Gemeinplatz zu gebrauchen, den wir als Schlaftrunk für den geſunden politiſchen Menſchenverſtand erfunden haben. Da brauche ich denn bloß einen kleinen Schuſterjungen vor der Börſe vorbei laufen zu laſſen, der ſich einige Male aufs Schurz⸗ fell ſchlägt. Alle fahren erſchreckt zuſammen und denken, es iſt ein Schuß gefallen, die gehobene Stimmung iſt vorbei, die Nachfrage wird flau, das Angebot wird ängſtlich und ich kaufe ſpottwohlfeil, was Tags darauf naturgemäß wieder ſteigen muß. Die Börſe, Verehrteſter, iſt ein ganz phan⸗ taſtiſches, hinfälliges, vom Zufall geleitetes Weſen, welches gar keinen ſelbſteigenen Muth oder ſelbſteigenen Verſtand hat. Ohne hinzuſchauen und zu unterſuchen, hört es auf jedes Geräuſch und läuft fort, gleich dem Haſen, welcher im Kniſtern eines Blattes den vermeintlichen Jäger hört und nun wirklich, wie in der Fabel, ohne Noth dem fern⸗ liegenden Bauer in das aufgeſtellte Garn rennt, dem er ſonſt entgangen wäre.“ Dieſe Charakteriſtik klingt ſcharf und hart, und doch mußte ſie wahr genug erſcheinen, um von einem Rothſchild anerkannt zu werden.
Wenn ſich nun aber ſchon die Börſe als eine Corpo⸗ ration Sachverſtändiger ſo leicht der Muthloſigkeit hingibt, wie ſollte man dies dem großen Publicum verdenken? Um wie viel verzeihlicher, ja gerechtfertigter wird aber noch die
Wenn auch Conſervativer und Feind jener Partei, die durch Uleberſtürzung der Ereigniſſe das erzwingen will, was ſich nur auf dem Wege der ruhigen Reform, des gemäßigten, doch raſtloſen Fortſchritts erreichen läßt, hatte er doch in dieſen ſeinen Bemü⸗ hungen immer einen künftigen Krieg im Auge. Deutſche Kriegs⸗ verfaſſungen, beſonders die Preußens, bildeten einen Lieblings⸗ gegenſtand ſeiner Studien, und Manches davon iſt im ſardiniſchen Heere unter ſeiner Leitung zur Durchführung gekommen.
Der Krim⸗Krieg brach aus, ſeine Reorganiſation des ſar⸗ diniſchen Herres ſollte die Feuerprobe beſtehen. Das ſardiſche Hülfsheer rückte unter ſeinem Befehle nach der tauriſchen Küſte. Im Februar kam es daſelbſt an, um bei dem Sturme auf Seba⸗ ſtopol mit verwendet zu werden und zwar als Theil der Truppen, welche die im offenen Felde ſtehende Armee der Ruſſen zu beobachten hatten. Dadurch fanden die Sarden Gelegenheit, am 16. Auguſt an der Schlacht an der Tſchernaja theilzunehmen. Am entſcheidenden 8. September hatten ſie bei dem Sturme auf Sebaſtopol nur eine kleine Nebencolonne zu ſtellen, es ſchien überhaupt, daß ſie damals, wie auf den Feldern der Lombardei, neben den Franzoſen verſchwinden ſollten. Auch wüthete die Krankheit mehr als die feindlichen Kugeln in ihren Reihen. Bei der Rückkehr ward Lamarmora der gefeierte Mann des Tages. Lamarmora übernahm aufs neue die Leitung der militäriſchen
Angelegenheiten ſeines Vaterlandes und führte dieſelbe bis zum
Tage, an welchem er wieder auf dem Schlachtfelde erſchien. Doch er verſchwand auf demſelben und wurde auch nicht ein einziges Mal genannt.
In ſeiner neuen erweiterten Thätigkeit mag er nun zeigen, ob die Gewandtheit, die mit Klugheit verbundene Kühnheit vor⸗
handen, die ſeine Freunde an ihm rühmen, nachdem ihm die Gelegenheit gemangelt, den glücklichen militäriſchen Blick, den er ebenfalls beſitzen ſoll, zu beweiſen.(Wanderer.)
Aus der Gegenwart. Aus Dresden.
Robert Giſeke berichtet in der Conſt. Z. über die kürzliche Aufführung des„Egmont,“ die ſich durch die ſelten gebotene, gleichzeitige Mitwirkung von Dawiſon und Devrient, der beiden großen Rivalen, auszeichnete, folgendermaßen: Zum erſten Male in dieſer Saiſon ſpielten beide Künſtler miteinander, Emil Devrient gab den Egmont, Dawiſon den Alba. Ein zahlreiches Publicum von Einheimiſchen und Fremden hatte zu dieſem„olympiſchen Spiele“ ſich eingefunden. Gibt es doch kein anderes deutſches Theater, auf dem dieſe beiden Figuren in ſolcher Vollendung neben einander ſtehen können. Was wir bei
Emil Devrients erneutem Auftreten vor mehreren Wochen be⸗ haupten mußten, beſtätigt er mit jeder Rolle mehr: der idealſte der deutſchen Heldenſpieler hat nie mit friſcherer Jugendlichkeit die Bühne betreten, und jetzt erſt, wo man nach der langen Jahres⸗ reihe ſeiner Wirkſamkeit ſein baldiges Zurücktreten aus ſeiner Thätigkeit ſchon fürchten wollte, iſt er auf dem Höhepunkte ſeiner freichſten, maßvollſten und edelſten Entwicklung angelangt. Nie⸗ mals wohl waren ſeine Mittel voller als jetzt, niemals wohl hat er ſie zu freierer und ſchönerer Geltung gebracht. Referent hat mehrmals in auseinander liegenden Zeitabſchnitten Devrients Egmont über die Bühne ſchreiten zu ſehen Gelegenheit gehabt,
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