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Joſeph Anſelme Barnabé Poireau, von Nantes, eines jener privilegirten Weſen,
pflanzen, und denen daraus ein Orangenbaum erwächſt.
war die ein Radiskörnchen
Er warglücklich durch die Revolutionen gekommen, es immer
kläglich mit der Partei des Stärkeren haltend. Verwalter einer Landgemeinde, in der er ein Haus beſaß, hatte er ſich
unter allen Gewalten auf ſeinen Poſten zu behaupten ge⸗
wußt. Bei jedem Regierungswechſel ſchrieb er nach Paris, um„den Empfang der neuen Herrſchaft“ zu beſcheinigen, und ſeine Anhänglichkeit an die neue Ordnung der Dinge zu verſichern. So war er bis 1830 gelangt, und hatte den Ruf eines Mannes erworben, der zu gemäßigt und zu weiſe iſt, als daß er ſich um die Angelegenheiten ſeines Vaterlandes bekümmern ſollte.
Wie wir ſchon geſagt haben, wurde Edmond Bian von dem ehrenwerthen Handelsherrn mit allen den Rückſichten empfangen, die man ſeiner Familie ſchuldig iſt; denn Barnabé Poireau hatte die alten Grundſätze geerbt,
Vettern. Man konnte ſeine Neigung erzwingen mit einem Geburtsſchein in der Hand. Er war, was man einen guten Verwandten nennt.
und hatte gleiche Achtung vor den Colonialwaaren und ſeinen
Fünf Tage nach ſeiner Ankunft in Nantes ſchrieb Ed-
mond an einen ſeiner Freunde, Advocaten in Angers, folgenden Brief:
„Lieber Stanislas!
„Bereite meine Mutter auf meine Rückkehr vor, denn
ich kann mich nicht entſchließen, mitten dieſer Rechnungen und Klaftern Campeche⸗Holz und Krämer.
„Mein Onkel(Du kennſt ihn) iſt ein ausgezeichneter Mann, rund, blühend, munter, glatt, Verkehr, wie ein altes gutes Fünffrankenſtück, das die Juden nicht beſchnitten haben. Ich würde ihn ſehr gern alle Monate einmal ſehen, nach Tiſche, zur Zeit, wo ich verdaue und nicht denke; aber für den täglichen Um⸗
hier zu bleiben, in-
Noveſfen⸗Zeitung.
bequem für den
gang iſt er doch ein wenig zu entſchieden langweilig. Dazu verlangt er von ſeiner Umgebung eine Pünktlich⸗ keit, eine Phantaſieloſigkeit, zu der ich mich niemals werde aufſchwingen können. Hier heißt es, von neun Uhr des Morgens bis Abends vier Uhr Sortenzettel berechnen, auf die Laſtträger fluchen, mit den Kunden handeln, oder gekalkten und ungekalkten Zucker wiegen laſſen!— Wäre es doch beſſer, zwölf Stunden lang Nadelknöpfe zu fabriciren, oder miniſterielle Circulaire!
„Für jede andere Geſellſchaft hier im Hauſe habe ich den alten Commis, jetzigen Aſſocié meines Onkels, Herrn Durand, ebenfalls einer der beſten Menſchen von der Welt, aber eine ſo kaufmänniſche, phlegmatiſche, arith⸗ metiſche Figur, wie Du ſie Dir nur jemals haſt träu⸗ men können. Er war Laufburſche bei H. Poireau, und hat es durch ſeine Beharrlichkeit dahin gebracht, daß er jenem jetzt gleich ſteht. Er iſt ein Menſch, den der Untergang der Welt nicht in einer Koſtenberechnung ſtören würde, und ich bin überzeugt, daß er am Tage des jüngſten Gerichts ſeine Multiplicationstabelle herſagend erwachen wird. Er iſt ein lebendiger Beweis der Wahr⸗ heit, daß, um zu einem Ziele zu gelangen, weiter nichts nothwendig iſt, als es lange Zeit zu wollen. Er iſt reich geworden, weil er niemals einen andern Gedanken gehabt habt. Auch hat er alle Gewalt im Hauſe, und ich darf ſagen, daß er ſie nicht mißbraucht. Du könnteſt eher ein Regeldetriexempel zornig ſehen, wie ihn. Er hat berechnet, wie viel Procent die Geduld einbringt, und weiß auf's Haar, welcher Gewinn in der Sanft⸗ muth liegt. Du kannſt Dir denken, daß ſein Ruf hier im Orte ausgezeichnet iſt, und daß er ſich eines ſicheren Credits in der Stadt zu erfreuen hat. Er iſt einer der Menſchen, aus denen man Kirchenvorſteher oder Ad⸗ juncte macht, je nachdem die Herrſchaft ſich Charles oder Philippe nennt.
„Was meine Couſine Roſe angeht, ſo werde ich Dir
Feuilleton.
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Zeitenſpiegel. Ritter und Räuber des Mittelalters.
Die Zeiten des Mittelalters erſcheinen nur für denjenigen reizend, welcher aus der Ferne mit idealiſirender Sehnſucht einen ungenauen Blick auf den blauen romantiſchen Duft deſſelben wirft. Gibt man ihm aber einen hiſtoriſchen Tubus, mit dem er ſcharf und beſtimmt in jene Ferne der Geſchichte zuruckblicken kann, ſichtig und er bemerkt darin mit Entſetzen wimmelnde Geſtalten
biſchof von Magdeburg in Fehde lagen, gerade ſo wie mit dem
ſo wird ihm jener blaue verſchönernde Nebelhauch durch⸗
und blitzende Schwerter, die auf unſchuldige Wanderer oder fried⸗
liche Landleute gezückt ſind. Streckfuß hat uns dies wieder in neueſter Zeit ſehr verdienſtlich geſchildert, indem er darſtellte, wie im fünfzehnten Jahrhundert der Adel der Mark Brandenburg gegen den edlen, rechtbeſchützenden Fürſten Friedrich I. kämpfte, wobei beſonders die Familie Quitzow damit umging, die Hohen⸗ zollern zu vertreiben und an ihrer Stelle das Regiment an ſich zu zu reißen.
Es wird ſehr intereſſant ſein, Licht über d zu bekommen, laſſen.
dieſe tapferen Ritter indem wir uns einen ihrer Räubessſge erzählen
Er fällt in eine Zeit Gdal: 3), wo ſie gerade mit dem Erz⸗ gelegt;
Hohenzollern, ja wie überhaupt mit faſt jedem Regiment, in welchem es ſich um Ordnung und Schutz der Städte, Landleute und der Kaufmannſchaft handelte.
An der Elbe, nicht fern von der Stadt Genthin, liegt und lag ſchon damals das wohlhabende Dorf Ferchland⸗ Es war von den Stürmen des Krieges mehr, als andre Dörfer, verſchont ge⸗ blieben. Die Quitzowſchen Raubſchaaren, welche ringsum in einem weiten Umkreiſe alle Ortſchaften verheert und verwüſtet hatten, waren dieſem Dorfe meiſtens fern geblieben und nur einige Male hatten kleinere Streifpartien ſich bis hierber verirrt, aber ſo kräftigen und energiſchen Widerſtand bei den Bauern ge⸗ funden, daß es ihnen nicht gelungen war, das Dorf einzuäſchern. Der Wohlſtand der Bauern von Ferchland war deßhalb ſchnell emporgeblüht; als der Wohlhabendſte unter ihnen galt aber der Schulze Balzer Kopken.
Balzer war ein angeſehener Mann im weiten Umkreiſe. Seine Felder befanden ſich im herrlichſten Culturzuſtande; denn mit eiſernem Fleiß bebaute er dieſelben, ſeine Scheunen waren ſtets gefüllt und einen ſchönen Groſchen Geld hatte er zurück⸗ dabei war Balzer ein Mann, der auch ſeiner perſönlichen
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