Jahrg. und überließ hen des Ent⸗ er dann die
vichtige Ge⸗ e bei Ihnen, aſt zu Ihrer der letztwil⸗ des verſtor⸗ 85 Ich be⸗ a, um dem⸗ tatten, Herr Uniform bei⸗
an demſelben Ehren und en kam man chtung eut⸗ och vor Ab⸗ feſtgeſetzten nes vor den herbei, um zur den Lohn Sempfing ſchthauſe ja er ſelbſt in ein dadurch zu ſeinem ug, deren
— h gräßlichen Umgebung! und Leichen. eine einzige mern. Kahl venbügel, die zerſtört jide ung verſöhnke ntheitin folg⸗
ellem Slei⸗ 3
errſchfüchtig mußte das nuch Mainz
Vor dem großen Nationaffeſt zu Paris im Juli 1790.
Wenn man jetzt, nach den italieniſchen Kämpfen, in Paris ein Siegesfeſt gefeiert, ſo geſchah es wohl, daß Tauſende von Lampen angezündet wurden und an dem oder jenem Palais ein Transparent das Auge der Menge feſſelte. Es wirkte jeder Einzelne. Was aber vereinte, vom Patriotismus angeflammte Kraft vermag, dies zeigte ſich in ſeiner ganzen Größe im Juli 1790, wo man in Frankreich beſchloß, ein großes Nationalfeſt auf dem Mars⸗ felde in Paris zu feiern.
Zu dieſem Feſte hatte man höchſt umfaſſende Vorkeh⸗ rungen getroffen und reiche Betriebskräfte zur Verfügung geſtellt. Da aber verbreitete ſich ungefähr ſechs Tage vor dem Feſte die Nachricht, daß die Arbeiter das Werk nicht zur Hälfte geendigt hätten, daß ſie ſehr langſam wären und in ihrer Arbeit eine große Trägheit blicken ließen. Urſache davon ſei, daß Feinde der Republik die Arbeiter mit Geld beſtochen, damit ſolche langſam zu Werke gehen und ſomit der Feier des Feſtes ein Hinderniß in den Weg gelegt werde.
Gleich dem Donner, der die Schläfer eines ganzen Landes weckt, drang dieſe Kunde durch Paris, und der Patriotismus glühte auf mit Macht. Mit nie geahntem Enthuſiasmus ſchritt die Bevölkerung ans Werk, und zu den 15,000 bezahlten Arbeitern auf dem Marsfeld geſell⸗ ten ſich plötzlich noch hunderttauſend freiwillige Gehülfen.
Mit hölzernen Schaufeln begaben ſich die Pariſer Bürger nach dem Marsfeld. Im Rauſche ihrer Freiheits⸗
gefühle wühlten ſie die Erde auf und führten dieſelbe nach V
den Seiten hin, um das Amphitheater zu errichten. Der Anblick dieſer arbeitenden Menſchen war in der That ein⸗ zig, denn jeden Tag waren auf dem Marsfelde über
Dritte Jolge.
200,000 Menſchen verſammelt, Perſonen von jedem Range, Alter und Geſchlecht, Alle emſig beſchäftigt, Erde zu laden oder wegzuführen. Alle lachend vor Freude im Taumel der Freiheit. Das Marsfeld wurde in einen un⸗ geheuern, unüberſehbaren Ameiſenhaufen verwandelt; Alles war in Bewegung, Alles in Thätigkeit. Man arbeitete mit einem Eifer, mit einer Lebhaftigkeit, mit einer Fröh⸗ lichkeit und mit einer Anſtrengung aller Leibeskräfte, wo⸗ von ſich derjenige, welcher nicht ſelbſt Augenzeuge war, unmöglich einen Begriff zu machen im Stande iſt.
Frappant war die Verſchiedenheit der arbeitenden Gruppen; überall, wo man hinſah, neue und eigene Auf⸗ tritte. Hier kam ein großer Trupp von Arbeitern aus der Stadt. Voran ein Zug Trommeln und Kriegsmuſik, darauf der Anführer, dann einige Tauſend Menſchen, drei⸗ und drei, Arm in Arm neben einander, Alle mit Schau⸗ feln, welche ſie auf die Schulter gelegt; Männer und Weiber, Greiſe und Kinder, Herzöge und Tagelöhner, Biſchöfe und Friſeurs, Generalpächter und Köche, Lud⸗ wigsritter und Straßendirnen der unterſten Sorte, Alle in friedlicher Eintracht, Arm in Arm nebeneinander und Freiheitsgeſänge anſtimmend. In der Mitte des Zuges wurde auf einer hohen Stange eine Freiheitsmütze ge⸗ tragen.
Das Freudengeſchrei miſchte ſich in das fröhliche Jauchzen der Arbeiter, welche die Ankommenden em⸗ pfingen. Hier arbeitete eine ganze Familie, Vater, Mut⸗ ter und ſechs Kinder. Der Vater und ſein älteſter Sohn gruben die Erde um, während die Mutter nebſt den jüng⸗ ſten Kindern die Schubkarren füllte, welche der zweite oder dritte Sohn hinwegfuhr.
An einer andern Stelle war ſo eben eine vormalige Herzogin angekommen, die nun aber, ſeit der eingeführten Gleichheit der Stände, nicht mehr als ein Fiſchweib galt. Die Dame ſtellte ſich in die brennende Juliſonne, zog die
Theater. Lohengrin in Dresden. Dresden, im Auguſt.
Die jetzt erfolgte, längſt erwartete Vorführung von Wag⸗ 4. 4 noch immer der Gegenſtand des lebhafteſten Intereſſes der verſchiedenſten Kreiſe
ner's Lohengrin iſt begreiflicher Weiſe
unſerer Hauptſtadt. Ein vortreffliches, geiſtvolles Referat gab Carl Banck im
Dresdner Journal, und ich erlaube mir, Ihnen auszugsweiſe
Folgendes daraus mitzutheilen.
—— Wagner behauptet, im„Lohengrin“ dem neuen, von
ihm allein für richtig erkannten Ziele am nächſten gekommen zu ſein; er ſagt:„Den Charakter und die Situation dieſes Lohen⸗
grin erkenne ich jetzt in klarſter Ueberzeugung als den Typus des eigentlichen einzigen tragiſchen Stoffes, überhaupt der Tragik
des Lebenselementes der modernen Gegenwart, wie die„Anti⸗
gone“ für das griechiſche Staatsleben es war.“— Das Ueber⸗
natürliche kann keineswegs von der Oper ausgeſchloſſen werden. ſeinem Vorſatze, nur das„rein Menſchliche“ der Sage zu erfaſſen (wie er in ſeinem Vorworte zur Operndichtung ausſpricht) und von allem hiſtoriſch Formellen loszulöſen, gerade in das Gegen⸗
Aber das Sujet des„Lohengrin“ iſt nur ein in mittelalterlicher Romantik umherirrendes Nebelbild gegenüber dem griechiſchen Drama. Für das antike Fatum tritt eine myſtiſche, unerklärliche, beſtimmende Gewalt in Begleitung von märchenhaften Wundern ein; hieraus kann ſich keine innere dramatiſche Wahrheit, kein wirklich tragiſcher Conflict entſpinnen, denn das dramatiſche Grundprincip der modernen Gegenwart— die freie, aus dem Charakter der Figuren entſpringende Selbſt⸗Handlung— iſt geſtört. Durch die übernatürliche, geheimnißſchwangere Welt,
———
die uns entgegentritt, werden die rein menſchlichen Motive und Conflicte aufgehoben: die geſammte Handlung wird für unſre innere Theilnahme intereſſelos und unverſtändlich, ſie wird zu einem nebelhaft allegoriſchen Bilde, welches bloß einen allgemein poetiſchen und phantaſtiſch erregten Eindruck zurückläßt.
Wir können uns hier nicht auf die aus dem„Titurell“ und den Legenden der Tafelrunde zuſammengeſtellten Lohengrin⸗Sagen einlaſſen, eben ſo wenig auf die Graalſage. Ueber dieſe dunkle, räthſelhaft tiefſinnige, religiös myſtiſche Graal⸗Idee ſei nur be⸗ merkt, daß nicht das Gefäß, ſondern der Inhalt deſſelben, das Blut des Heilandes, das Weſentliche dabei war. An dieſen göttlichen Inhalt knüpfte ſich ein chriſtlicher Erlöſungs- und Läuterungsgedanke durch Glaubensbuße, Gehorſam und Tapfer⸗ keit im Dienſte Jeſu, vertreten von den„Templeiſen“ den ritter⸗ lichen Hütern und Dienern dieſes poetiſch religiöſen, heiligen Symbols an der Tafelrunde. Die Art und Erklärung, mit der Wagner den Graal in ſein Sujet hineingezogen hat, läßt deſſen wahre Bedeutung der chriſtlichen Glaubensidee außer Acht und bleibt zudem in der Beziehung zur Handlung unverſtändlich. Zudem iſt er bei ſeiner Verwebung der Sagen nebſt Zuſätzen von
theil umgeſchlagen. Lohengrin, der als ritterlicher Held bei⸗ ſeinem wunderbaren Erſcheinen intereſſirt, wird raſch zur drama⸗ tiſchen Puppe; der„wonnevolle“ Mann handelt nur im blinden Gehorſam gegen eine uns unbekannte myſtiſche Macht; er kämpft mit Zauherwaffen, greift wenig in die Handlung ein, und nachdem Elſa ſeinen Anſpruch auf unbedingt gläubige Liebe getäuſcht hat,
—ÿ


