Jahrgang 
28-52 (1859)
Seite
448
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Novellen

heftiges Geſchützfeuer zerſtäubte ſie. Für dies Gefecht wurde Schlick mit dem Ritterkreuz des Thereſienordens geehrt, da er die größte perſönliche Tapferkeit bewieſen hatte, auch ſeine Entſchloſſenheit in den gefährlichſten Augenblicken der Armee die wichtigſten Dienſte geleiſtet hatte. Viel haben ſeine mobilen Colonnen zur Beruhigung der Umgegend von Kaſchau beigetragen. Ewig denkwür⸗ dig bleibt der Rückzug, den er von dieſer Stadt aus über die Akteleker Gebirge unter dem heftigſten Schneegeſtöber, bei Glatteis bewerkſtelligen mußte, da ihn die nur allzu zerſplitterte Hauptarmee nicht unterſtützen konnte.

Bei der Schlacht von Käpolna trug ſein Angriff auf Dembinsky, den er zurückwarf, weſentlich zur Entſcheidung bei. Nach der Vereinigung mit der Hauptarmee leiſtete er bei Hatvan der dreifach überlegenen Macht des Feindes den hartnäckigſten Widerſtand, führte einen geſchickten Rückzug aus und ein eben ſo geſchicktes Flankenmanöver, durch das er dem hartbedrängten Ban von Croatien Luft machte. Auf dem Rückzuge nach Peſth, den er mit der Hauptarmee antrat, warf er im Verein mit Jelacie vier⸗ mal den heftig andringenden Feind und leiſtete ſo dem ganzen Heere einen wichtigen Dienſt.

Als am 23. April 1849 Welden's Armee gezwungen war, Peſth zu verlaſſen, war er der Letzte, der die Ketten⸗ brücke überſchritt und durch einen Reiterangriff den Feind zum Zurückweichen brachte. Die Hauptarmee ſammelte ſich bei Preßburg. Die unter ſeinem Befehle ſtehenden Truppen waren in Altenburg und Wieſelburg, ſeine Vor⸗ poſten aber bei Hochſtraß und auf der kleinen Schütt im Angeſicht des Feindes. Es war der Wendepunkt des

»Zeilung.[(V. Jahrg. Krieges. Der Feldzug unter Haynan ſollte mit dem An⸗ griffe auf Raab beginnen. Am 25. Mai rückte Schlick von Wieſelburg ab, ſeine Truppen ſetzten kühn über den Fluß, theils ſchwimmend, theils auf den Trümmern der abgebrochenen Brücke; ſo war durch ihn der Uebergang der übrigen Truppen möglich geworden. Die Generale Wohlgemuth, Benedek und der ruſſiſche General Berg wandten ſich, da Haynau noch in Leyden ſtand, an ihn um einen Befehl. Da ſprach er zu ihnen die Worte:Meine Herren, wir müſſen Raab nehmen, lieber heute als morgen, da wir die bittere Arznei doch verſchlucken müſſen. Da⸗ mals, in einem entſcheidenden Augenblicke, war, wie vor wenigen Tagen, der Kaiſer ſelbſt unter ſeinen Truppen er⸗ ſchienen, gerade als Schlick im Vorgehen aus ſieben Bat⸗ terien ein mörderiſches Feuer gegen den Feind richtete. Er trat an den Monarchen hinan und meldete:Majeſtät, in einer halben Stunde wird Raab genommen ſein, und ſein Wort wurde wahr, Schlick's kühnſte That in dieſem Feldzuge gelang. Schlick aber ruhte nicht. Er zog gegen Görgey. Von Aes ſtürmte er ohne einen einzigen Raſttag über Peſth an die Theiß, überſchritt dieſelbe bei Alpär und drang nach der Schlacht bei Czöreg über Maros gegen Neu⸗Arad. Gör⸗ (gey, der ſich durchſchlagen wollte, wurde zurückgeworfen, und Arad eingeſchloſſen. Der Feldzug war zu C ude. Schlick ward General der Cavallerie, Commandant von Mähren und Schleſien, übernahm während des Krim⸗ trieges den Oberbefehl über die vierte Armee, und behielt deuſelben auch hernach in Lemberg als commandirender General in Galizien und der Bukowina.(Wanderer.)

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