Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
335
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Ein Hoheslied der Liebe. Von Adolf Strodt⸗ nann. Hamburg, Verlagscomptoir(Th. Niemeyer.) 1858.

Herr Adolf Strodtmann iſt im Laufe des vergangenen Jahres zuerſt mit einem BandeGedichte und dann mit iinem lyriſchen EposRohana vor das deutſche Publicum getreten. Beide Erſcheinungen haben wir ausführlich be⸗ ſprochen. Bei der erſteren namentlich fanden wir Gele⸗ ſenheit in dem Verfaſſer jenen romantiſchen Idealismus zu charakteriſiren, der mit den realen Verhältniſſen ſtets in Conflict ſich befindet und in denſelben nie zu reuſſiren die tragiſche Beſtimmung hat. Auch die Liebe, die der Dich⸗ er beſang, mußten wir ſtets als unglückliche Liebe bezeich⸗ ſen. Daß wir damit nicht ganz Unrecht hatten, erſehen wir aus der Widmung der vorliegenden neuen Dichtungen, in der der Dichter die Schilderung glücklicher Liebe als et⸗ was ganz Neues und Unerhörtes verheißt:

Wohl haben Dichter viel geſungen Der Liebe Luſt, der Liebe Leid, Und mit des Himmels Feuerzungen Hat ihren Sang ein Gott geweiht; Doch weil er der Entſagung Thränen Als einz'gen Lohn der Hoffnung wies, Verzehrte tiefer nur das Sehnen Sie nach dem fernen Paradies.

Ach, ſolchem Kampf iſt trüb' entquollen, Was einſt Petrarca's Herz bezwang; Und Beatricens Blicke grollen In Dante's ewigem Geſang. 3 Des Unheils Mächten ſchien verfallen, Wen je das Lied zum Himmel trug; Und ſeine Klagelieder ſchallen: Der Dichtung Stempel iſt ein Fluch!

Wohl ward auch mir der Schmerz gegeben, Der keinen Sterblichen verſchont; Doch hat ob meinem jungen Leben Der höchſten Wonne Stern gethront.

Was Keiner je vermocht zu ſingen: Beglückter Liebe Seligkeit, Wird mir zu feiern drum gelingen, Wenn mir der Gott die Schwinge leiht!

Von Laura's Scheitel möcht' ich heben, Von Beatricens Stirn den Kranz Und dreifach ſtrahlend ihn verweben Mit meiner frohen Liebe Glanz; Des Oſtens ſüßes Traumverſenken . Möcht' ich mit Weſtens Thatenmuth 1 Und meines Nordens keuſches Denken Verſchmelzen mit des Südens Gluth.

Auch daß der Verfaſſer, wie er hier verſpricht, aus aiem niedlichen⸗ Téte⸗à⸗Tete, aus einem kleinen kecken Leſesabenteuer gleich die Conſequenzen eines neuen dich⸗

trichen Standpunktes, gewiſſermaßen eine neue welt⸗

gſoichtliche Epoche ableiten will, iſt ein Kennzeichen ſeiner etenthümlich abſtracten Anſchauungsweiſe. Blättern wir mem Buche weiter um zu ſehen, wie Verfaſſer ſein küh us Verſprechen hält, ſo finden wir in demVorſpiel

Dritte folge.

Literariſche Beſprechungen.

zunächſt eine nochmalige Hindeutung auf den verunglückten Verſuch ſeiner amerikaniſchen Ueberſiedlung, den er zu be⸗ ſingen auch bereits in den Einleitungen der früheren Bücher Gelegenheit genommen hatte. Noch energiſcher als dort proclamirt er hier ſein neues Verhältniß zum deutſchen Vaterlande:

O Heimath, die den Quell der Lieder Zuerſt in meiner Bruſt geweckt Und die mit ſchützendem Gefieder Des Jünglings erſten Traum bedeckt: Wie konntich thöricht dich verlaſſen, Als deiner Freiheit Stern erblich?. Ach, edler war's dich zu umfaſſen, Zu tragen Leid und Hohn um dich!

So nimm mich hin, geliebte Erde Der langentbehrten Heimathsflur! Für ewig dein! ich ſchwör's und werde Getreulich halten meinen Schwur. Hab' Dank, du gibſt mir Alles wieder, Was je der Heimath Zauber gab: Dem Knaben Luſt, dem Jüngling Lieder, Dem müden Greis ein ſtilles Grab!

Das eigentlicheHohelied der Liebe enthält dann zwei und vierzig Nummern, die ſich in eine Art lyriſches Epos zuſammenſchließen. Der Held dieſer Phantaſie iſt ein Dichter, der eine neue Neigung zagend begrüßt mit den Worten:

Nahſt du noch einmal, holde Liebe u. ſ. w.

Im inneren Kampfe ſiegt das Herz endlich und begrüßt mit Jubelſchall den Oſtermorgen der Liebe. In dieſen Verſen iſt viel Schönes und tief Empfundenes. Wir er⸗ fahren dann etwas vom Gegenſtand der neuen Liebe. Eine BalladeVerfehltes Leben ſchildert uns das Schickſal einer Frau, die früh an einen ungeliebten Mann verheira⸗ thet worden iſt. Vermuthlich iſt ſie nun Witwe, denn der Dichter findet Gelegenheit ihre ernſtliche Bekanntſchaft zu machen. Unter den Galanterien, die er ihr ſagt, fin⸗ det ſich Einiges, was uns nicht recht geſchmackvoll er ſcheint, z. B.:

Wenn ſchmerzlich von verfehltem Lieben In Deinem Herzen eine Gruft geblieben, So will ich mit Dir knien und beten dort; Mit Immortellen will ich ſie bekleiden, Bis Deine Todten friedlich von Dir ſcheiden u. ſ. w.

Phantaſtiſch, aber mit prächtigem Schwunge iſt das Ge⸗ dicht Nr. 22 durchgeführt, mit dem Refrain:

Es kann das Herz des Glaubens nicht entbehren An Lieb und Menſchheit, an ein höchſtes Gut.

Dann wird weiter erzählt, wie der Dichter vom Vater der

jungen Frau einen Korb bekommt. Damit hört die wenig erquickliche Handlung auf. In allgemeine Empfindungen verlieren ſich die übrigen Gedichte, unter denen wir noch eines hervorheben wollen: