Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
288
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Alſo riefen vom Borde Jone, Euphorion, Jon). Lebe, Pompeji, mir wohl! und es brauſte das eilende Fahrſchiff Weiter ins Leben und weiter. Und Nacht ward's, herrlich im Weſten Funkelte Hesperus auf, und die Lampe der Götter Arion Zuündeten bald in dem Blau die uraniſch n eundliY Blickten herab aufs Schiff, ſanf lichen Sterne Kann man nder ein Bild' Geſammtheit menſchlich bbe ntwerfe 11 ſtehen ew m Vergehen jick die Hüfl des Un ſt, in deſſen Luf 1d hmerz nur Eines ewig b un wir ndieſem Gedankenin⸗ auf die gegenſtändliche Veranlaſſung zu

ng, kann man aus den Trümmern der neu

ausgegrabenen Todtenſtadt anmuthigeres Leben, als Gre⸗ gorovius vermochte, wieder auferwecken? Aufs Genauſte ſich an die erhaltenen Zeugniſſe des verſchollenen

hat er Lebens mit ſeiner Dichtung angelehnt. Das Haus des Arrius zeichnet er, wie es ausgegraben iſt; der geſchilderte Candelaber ſtand in der That bei der Eröffnung, wie er bei der Verſchüttung ihn beſchreibt; zu der beſchriebenen Situation paſſen ſelbſt die dreißig Skelette umgekommener Perſonen, die man dort auffand, Männer, Frauen und Kinder. Sie hatten alle ihr Angeſicht mit dem Gewand verhüllt, ein Zeichen hülfloſer Reſignation. Man fand bei ihnen Halsgeſchmeide, Ringe, Gemmen, Münzen. Den Hausherrn entdeckte man neben einem Sclaven an der auf das Feld führenden Thüre; er hielt einen Schlüſſel in der Hand, während der Sclave mehrere in Linnen gewickelte Goldſtücke, viele Silber⸗ und Kupfermünzen mit ſich genom⸗ men hatte. Daß er den Veſuv⸗Ausbruch ſelbſt nicht aus⸗ führlich, wie Bulwer es gethan, ſchildert, entſchuldigt der Dichter mit der ſinnreichen Bemerkung: ich habe die Muſe gleichſam das Beiſpiel jener Unglücklichen in der Krypta ddes Hauſes von Arrius Diomedes nachahmen laſſen, denn indem die grauſame Aſchenfluth zu regnen begann, verhüllte

ſie ſich am umgeſtürzten Candelaber oder der Euphorions⸗

lampe das Anlitz.

Was nun die Ausführung dieſes Stoffes betrifft, ſo

*) Jone's jüngerer Bruder.

hat man dieſelbe von einer Seite verä ſucht, indem man behauptete, es ſei

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chtlich anzuſehen vern eine Inconvenieng ömiſchen Alterthums eine Empfindungsweiſ die nit modernen Werther⸗Gefühlen (bgeſehen davon, daß an das Charakte Leiden Bertl ſeine Sehnſucht zum

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ther's, S dungen

nd 1, vir nichts darin, was mit der rausſetzungen des Alterthums oder irgend eines gebil⸗ eten Zeitalters direct im Widerſpruch ſtände. Wenn ſi

auch damals ſeltener als bei uns waren, hat denn aben

Liebe, die hier geſchildert iſt? Die Ausdrücke für dieſelbe ſind freilich unſerer Zeit entnommen, aber es war ja doch aus überhaupt des Verfaſſers Abſicht, deutſch und nicht lateiniſch zu ſchreiben! Hätte er aber auch ſelbſt in derß Faſſung manche ſeiner Gedanken über Menſchenleben und Menſchenherz tiefer und klarer hingeſtellt, als vielleicht ein pompejaniſcher Ciſeleur damals in Wirklichkeit vermocht hätte, ſo hätte er damit doch nur ſeine Pflicht und Schul⸗ digkeit gethan, denn nicht um des Nachahmungstriebes willen menſchliche Empfindungen zu verdunkeln, ſondem um der Wahrheit willen ſie zu vertiefen und zu verklären,

(IV. Jahrg-

dieſes Buches kein Ang

Griechenthum wie Römerthum nicht reiche Beiſpiele deiſlt

ſei des Dichters Zweck! Daß er nicht, was jenem Zeital⸗ ter abſonderlich und barock eigenthümlich war, ſondern das, was in ihm ſicher wie in allen Zeitaltern an rein menſch⸗ lichem Empfinden und Anſchauen gelebt hat, nach dem ge reiften Bewußtſein unſerer Tage geſtaltet und fixirt hat, das iſt es, weshalb wir, wie oben ſeinen Stoff, ſo hier auch Gregorovius' Darſtellungsweiſe eine echt idealiſtiſche nen⸗ nen. auf treffliche Bemerkungen von Paul Heyſe im zweiten dies⸗ jährigen Hefte des Eggers'ſchen Kunſtblattes verweiſen, ſei es uns geſtattet, dieſes Referat mit dem dankbaren Aus⸗ rufe an den Dichter zu ſchließen, mit dem wir es eroff⸗ neten:

Heil euch, Die in der Bruſt ihr noch idealiſche Flammen ernähret, Abhold Eitlem und Feinde der dunklen Tagesgewohnheit Fehl es an Licht euch nimmer im Leben! u. ſ. w.

R. Giſeke.

Allgemeiner Anzeiger.

Gleichzeitig mit der Ausgabe in Paris erſchien

Histoire du Consulat et de l'Empire

in unſerem Verlage:

par A. Thiers. Vol. 16. Bruxelles& Leipzig. Preis 1 Thlr. 5 Ngr.

Geſchichte des Conſulats und des Kaiſerthums

von A.

Thiers.

Deutſche Original⸗Ausgabe. Band 16. Preis 25 Ngr. Heline, Cans& Comp. in Brüssel.

Heit.

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Indem wir endlich in Betreff der Versbehandlung[

Kovelle

Reuſlleto Aus d Aus d hortre literat zu von gen Fii

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6' 4. ig. NW n V Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig. Verlag von Alphons Dürr in Leipzig. Druck von Gieſecke& Hevrient in Leipzig⸗ an ab