Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
96
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Novellen⸗Zeitung.

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men, als da, wo das Individuum nur für ſich lebt und tes und Immermann an die Seite geſtellt zu werden. Wie ſtirbt; man hat noch nie gehört, daß ein König am Sarge köſtlich dieſes hyperconſequente Vertrauen auf die unmittel⸗ ſeines Vorgängers verzweifelt ſei, und Prinz Hamlet bare Vorſehung Gottes gegenüber demWegweiſer des trauert um ſeinen Vater deshalb ſo auffällig, weil mit neunzehnten Jahrhunderts! Dann das Mißverſtändniß dieſem Tode die natürliche Erbfolge verletzt iſt. So hat durch Verwechſelung mit dem ſeit 1782 erwarteten Pro⸗ der Verf. des vorliegenden Romanes die Verrücktheit ſeines pheten Elias-Müller! Ferner die Naivetät des dumm⸗ Helden weder aus ſeinem allgemeinen, reinmenſchlichen Bil- pfiffigen Bopp aus Dummerwitz, des Sancho Panſa von dungszuſtande, noch aus ſeinem beſondern Standesbewußt⸗ Moderwitz, der zufälliger Weiſe eine Volksausgabe des ſein heraus abzuleiten für nöthig gefunden, während ſich Don Quixote geleſen hat und, trotz aller Entrüſtung ihm zu letzterem die beſte Gelegenheit geboten hätte, wenn ſeines Herrn, nicht umhin kann, ſtets daran zu erinnern, er Verzweiflung über das Herunterkommen ſeines Na⸗ das, was ſie thäten, ſei ganz ſo wie es in jenem Buche mens, ſeiner Familie und ſeines Standes als Motiv dazu ſtehe! Wie rührend tragiſch endlich die Erfahrung des ar⸗ benutzt hätte, da es ja doch ein in der Welt häufig beobach⸗ men Hans, nachdem er mehrere Ritter zum Bunde der tetes Factum iſt, daß traditionelle äußere Macht, die in der Umkehr gewonnen, daß Einer mit dem Andern nichts zu Wirklichkeit ihren Boden verliert, in übertriebenen ſupra⸗ thun haben will, weil ſie ſich gegenſeitig für verrückt er⸗ naturaliſtiſchen Principien eine neue, illuſoriſche Stütze klären! u. ſ. w. u. ſ. w. ſucht. So können wir bei dem prächtigen phantaſtiſchen Hu⸗ Wenn aus allen dieſen Gründen der zweite Band des mor dieſes dritten Bandes nichts mehr bedauern als das, Buches einen unbefriedigenden Eindruck auf uns machte, daß der Verfaſſer vorher zwei Bände unnöthiger und weil wir die ernſte, realiſtiſche Darſtellung des Einganges unzureichender Motivirungen ſchrieb, ehe ſein Talent zur hier lückenhaft und inconſequent fanden, ſo verſetzte der Entfaltung echt dichteriſcher Stimmung gelangte. Daß dritte Band uns in ein um ſo vollkommneres und ergötzli⸗ der Verfaſſer ſich übrigens für einenGeiſtlichen ausgibt, cheres Behagen, wo der Dichter die Feſſeln des peniblen iſt ſicher nichts als eine Maske, die demSchalk, der der Pragmatismus völlig abgeworfen hat und durch den zügel⸗ Dichter offenbar iſt, vorzüglich dann geſtattet ſein muß, loſen Humor ſeiner ſatiriſch-phantaſtiſchen Laune uns to⸗ wenn er ſich in den gefährlichen Umkehrs⸗Carneval ſeiner tal dafür zu entſchädigen vermag. So lange der Verfaſ⸗ Zeit begibt. Auf den erſten Seiten hatten wir die ano⸗ ſer ſich bemühte, aus den normalen Verhältniſſen menſch⸗ nyme Autorſchaft an den kurzen, klaren Sätzen und der licher Geiſtesklarheit in das Ritterthum der Umkehr ſeines knappen, prononcirten Ausdrucksweiſe erkannt und waren Helden pſychologiſche Entwicklung hinüberzuleiten, ſtörten in unſerer Vermuthung aufs Neue beſtärkt, als der soi- die Differenzen, die bei ſolcher Hinüberleitung ſtets übrig⸗ disant Geiſtliche einige exegetiſche Schnitzer machte, z. B. bleiben mußten; ſobald wir aber durch eignen bereitwilli⸗ gen Entſchluß über dieſe Differenzen uns hinweggeſetzt V konnten auch bei dieſer Gelegenheit eine ſchon vor Jahren haben und Herrn Hans als Verrückten, der ſeine eigene gemachte Bemerkung nicht unterdrücken, wie ſeltſam es iſt, Logik und Conſequenzen für ſich hat, hinzunehmen uns ge⸗ daß der vermuthliche Verf. ſo gern dieKinder Gottes wöhnt haben, beginnt das Buch wahrhaft befriedigend zu ſchildert, werden, und die prächtig komiſchen Scenen, die auf dem Freund von Urtheil übrigens, dem wir das Buch zur Lec⸗

Kreuzzuge des Herrn von Moderwitz zur Begründung des türe gegeben, behauptete, den dritten Band habe, ſchon um

desDichters German willen, Niemand als Sternberg

Bundes der Ritter der Umkehr geſchildert werden, ſind wür⸗ geſchrieben. R. Giſeke.

dig den glücklichſten und keckſten Erfindungen von Cervan⸗

Allgemeiner Anzeiger. Im Verlage von Heinrich Matthes in Leipzig erſchienen: Dr. F. P. Graf Laurencin,

Ernſt von Glterlein V Beetl 8 S. 1 ein Beethoven's Spmphonieen Beethoven 8 Clavierſonaten für Freunde der Tonkunſt erläutert.

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ſein früheres Werk vortheilhaft bekannt, leitet in geiſtreicher Weiſe zu den unerreichbaren Schönheiten dieſer erhabenen Pianoforte⸗ ſchöpfungen hin. An der Hand dieſes Führers lüftet ſich dem von Höheres erſtrebenden Kunſtfreunde der Schleier, der dieſe Meiſter⸗ Dr. C. Wöltje r. C. Wöltje. Mit zwei Notentafeln. 1 ½ Thlr.

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(IV. Jahrg.

den Sonnenſtillſtand Joſua's nach Jericho verlegte! Wir

obgleich ſein Gott keine Kinder hat. Ein.

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Feuillet Aus Aus Theat Literat

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