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Dritte Folge. 95 5
Ml. 6.
ſeiner ſoliden, auf die Thatſachen eingehenden Schilderung zu thun zu haben, die es auf eine ehrliche Behandlung von
Literariſche Beſprechungen.
Das Jahrhundert der Umkehr. Ein Roman nus Preußen. Von einem Geiſtlichen.— Drei Bände.—
Gotha, Hugo Scheube. 1857.
Das Motto dieſes Buches iſt:„Selbſt die Lunge des zaren reicht nicht hin, die Sonne auszublaſen!(Ruſſiſches Sprichwort.)“—„Wie viel weniger die Lungen der„klei⸗ nen Herren.“ Sie blaſen höchſtens ihr eignes Licht aus.
Warum der Verfaſſer dieſen Roman„das Jahrhun⸗
den nur einen einzelnen Ritter der Umkehr darin geſchil⸗ dert. Den Don Quixote des 19. Jahrhunderts, den letz⸗ ſen, überlebten Helden der ſupranaturaliſtiſchen Weltan⸗ ſhauung zu zeichnen, war das Ziel, das dieſem Buche geſetzt war. Dieſer Gedanke war— wir ſprechen zunächſt nur in Hinſicht auf die poetiſche Ausbeute— ein ſehr glück⸗ lcher, was ſchon die zahlloſen, vom Verfaſſer berührten, ſeiſtvollen Pointen bezeugen. In der vorliegenden Aus⸗ führung iſt leider ein conſequenter, einheitlicher Ton nicht getroffen, und die Schilderung ſchwankt hin und her wiſchen den beiden Darſtellungsweiſen, in denen die Be⸗ ſandlung dieſes Sujets möglich war, von denen aber nur die eine oder die andere ausſchließlich herbeigezogen werden zurfte. Die beiden Darſtellungsweiſen, die wir meinen, ud dieſelben beiden, die auch in Immermann's Münchhau⸗ ſen, und zwar ebenfalls nicht ſehr vermittelt, neben einan⸗ der geſtellt ſind; bei Immermann aber geſchah dieſe Neben⸗ inanderſtellung, wenn ſie auch unvermittelt blieb, doch mit llarem Bewußtſein des Verfaſſers, in der Abſicht eines
beſtimmten zu erreichenden Eindrucks und in der begrün⸗ deten Veranlaſſung durch innere Gegenſätze des behandel⸗
ien Stoffes. Für die Schilderung der ländlichen Idylle,
n der er die poſitive Grundlage ſeiner dichteriſchen Welt⸗
mſchauung, die poetiſche und moraliſche Anerkennung
virklichen Lebens darbieten wollte, wählte Immermann die
drfache, naturgetreue, pragmatiſche, realiſtiſche Darſtel⸗ ſung, die in ihrer Motivirung mit den in der Wirklichkeit V wahrgenommenen Geſetzen des Lebens und mit dem ihnen Rechnung tragenden praktiſchen Verſtande Schritt für Schritt übereinſtimmen ſoll. Für die Abnormitäten da- gigen des abenteuerlichen, phantaſtiſchen Baron Münch⸗
hauſen und der ihn umgebenden barocken Verhältniſſe
wählte der Dichter die freier ſich bewegende, nicht ängſtlich nich lebenswahrer Motivirung fragende, phantaſtiſche Dar⸗
ſtellungsweiſe, die nicht ſowohl die Wirklichkeit tief ver⸗
tändnißvoll portraitiren, als vielmehr, die Einſeitigkeiten
ihrer Erſcheinung auf die Spitze treibend, ſie carikiren
und zum Gegenſtande übermüthig ſpielender, ergötzender
Lrune machen will.
Der Verfaſſer des Romanes„das Jahrhundert der Umkehr“ hat nun den Fehler begangen, daß er beide Styl⸗ uten, den pragmatiſchen und den phantaſtiſchen, nicht in bewußter Oekonomie, wie Immermann, auseinander gehal⸗ ten, ſondern beide mit einander vermiſcht hat, ſo daß der Eindruck des einen den des andern zerſtört. In der Einlei⸗ zung und wohl im ganzen erſten Bande glauben wir es mit
Tendenzen und Perſönlichkeiten aus dem neuſten Partei⸗ leben in Preußen abgeſehen habe. Hier und da begegnen uns zwar, namentlich im Handeln des Helden, einige Züge, die wir für unmotivirt und mit geſundem Verſtande un⸗ vereinbar hielten, indeß ſchrieben wir— ehrlich geſtanden — das Incommenſurable darin auf Rechnung weniger des Helden, als vielmehr des Verfaſſers, von dem wir glaubten, er habe als ein alter Prakticus von der licentia poëtica des Romanes Gebrauch machen wollen, es für Ver⸗ nunft des Helden auszugeben, wenn er irgend ein weib⸗ liches Weſen irgend einmal geſehen und alsbald in ihr ſeine Lebensbeſtimmung bis zu den letzten Conſequenzen zu finden meint.— Der zweite Band dagegen fing ſchon an uns verwirrt zu machen. Hans v. Moderwitz, ein Pommerſcher Majoratsherr, der eben der Held des Buches iſt, hat das Ziel ſeiner derartigen romanhaften Liebe erreicht, er iſt mit Julie endlich vermählt, im Schoße der Liebe wartet ſein das reinſte und ſüßeſte Glück, und da plötzlich entwickelt er ſich als ſo conſequenter Supranaturaliſt, daß er dieſes Glück als Sünde von ſich weiſt, daß er ein ſträfliches Ver⸗ gehen des Fleiſches im Kuſſe ſchon erblickt und ſeiner ju— gendlichen Gattin kund thut, wie er nur in Abſichten des Ideals einer rein geiſtigen Ehe ſie geheirathet habe! Herr Hans iſt uns anfangs als ein ſehr begabter, ſehr liebens⸗ würdiger, ganz geſunder und ganz geſcheidter Menſch, wie jeder Romanenheld es ſein muß, geſchildert; er iſt gar nicht Supranaturaliſt von Hauſe aus und kämpft anfangs ſehr
lebhaft gegen die Richtung der Umkehr, die ſich ſeiner be⸗
mächtigen will. Wie kommt er mit einem Male zu dieſen
byperconſequenten Ideen, gegen die ja ſelbſt die am meiſten
energiſchen Vertreter der„umgekehrten Weltanſchauung“ ihr Wort einlegen? Wir merken es wohl, was der Verfaſ⸗ ſer alsbald uns wird eröffnen wollen: Herr Hans iſt ver⸗ rückt geworden,— der Uebelſtand für den Verfaſſer iſt nur der, daß man im Roman ja doch ſeinen Helden nicht mit einem Male ſo sans façon verrückt werden laſſen kann!
Wir ſehen nicht die nöthige pſychologiſche Andeutung, wie der Hans des erſten Bandes zu dieſem Hans des zwei⸗ ten Bandes werden mußte. Wenn der Verf. noch die tra⸗ ditionellen Anſichten, Anmaßungen und Vorurtheile, die ein Theil der öffentlichen Meinung dem ſpecifiſch pommer⸗ ſchen Junker zuſchreibt, benutzt hätte, um durch dieſe den Wahnſinn zu motiviren! Aber dieſer Herr v. Moderwitz hat gar nichts eigentlich Junkerhaftes an ſich, ſondern iſt im Gegentheil ein ganz moderner, gebildeter und liebens⸗ würdiger Menſch, ja im Grunde von ſo moderner und abs⸗ tracter Verſtandesbildung, daß wir Alles das, was mit dem Beſitze eines großen, blühenden Majorates unver⸗ äußerlich verbunden iſt, an ihm vermiſſen. Mit einer ſolchen anßerordentlichen Erbſchaft erbt ſich zugleich eine Summe von Principien und Maximen fort, die nicht ſo ohne ganz beſondere Veranlaſſung dem Ungefähr der Laune und Ueberſpanntheit preisgegeben wird. Auch die ſenti⸗ mentale Verzweiflung über den Tod des Vaters iſt von dieſem Geſichtspunkte aus an Hans unwahr; wo der Ein⸗ zelne als Repräſentant eines forterbenden großen Namens
und Macht⸗Complexes daſteht, iſt man gewohnt ſein
Scheiden viel mehr als tröſtliche Nothwendigkeit hinzuneh⸗


