Jahrgang 
01-26 (1858)
Seite
66
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66 Novellen⸗Zeitung.(IV. Jahrg.

ALBIL M. en Der Fluch des Derwiſch. gute Stunden. V In Indien auf weitem Meer Zähle nicht die bangen Stunden, V Da ſchwimmt ein großes Schiff, Die des Lebens Nacht entſteigen, 8 Ein Schiff ſo grauſig öd' und leer Zähle nur, wenn ſie entſchwunden, Als wie ein Felſenriff. Wie viel Sterne ſie dir zeigen. . De jeſ chten Ster V Am Tage brauſt es durch die Fluth Deun Aus dieſen lichten Sternen, Wie eine Windsbraut ſchnell Die am Abendhimmel leuchten, j Kannſt den ſichern Troſt Du lernen 4 Und doch am andern Morgen iſt's Daß ſie Wolken nie verſcheuchte Noch an derſelben Stell'. ſie Wolken nie verſcheuchten. V Immer, wenn die trüben wieder Ein weitgefürchtet Kaperſchiff In ihr Nichts zurückgeſunken, Durchkreuzt's das wilde Meer, Blicken klar und mild ſie nieder, 1 Es kreuzt und ſucht und findet doch Dieſe goldnen Strahlenfunken. G Den Hafen ni rmehr. 2 33 Den Hafen nimmermehr So des Lebens gute Stunden, 1 . 8. Reic zäbli fe die Sforne ur Ein Derwiſch bieder, fromm und mild Reich. unzählig wie die Sterne War einſt an ſeinem Bord Möchten Jedem ſie bekunden, d ;.. ie er 3 erne! Der richtet' an das Schiffervolk Wie er bange tragen lerne! d Sein ernſtes Mahnungswort. . 1 Doch die Geſellen frech und roh. Verſpotteten den Greis, Die letzte Wache. de Der H n b ihn ihrer T. vo! 8 Namdun arens ihrer Wuth Im Dom der Invaliden hrenn Hohy 8 An ſeines Kaiſers Grab un ... zeht ernſt ei er Krie c Die banden ihn und warfen ihn Fehpenſteeimatonbde d Ins Meer, den frommen Mann 2 ächter auf Ap. Doch auf den Frevlern ruhte ſchwer Der an den Pyramiden Des Alten Fluchesbann. Miit ihm geſochlen dat⸗ Er hält die letzte Wache 6 Sie hatten weder Raſt noch Ruh An ſeiner Ruheſtatt. dor Sſton Pach.. Und In der nächſten Nacht Wohl iſt's ein einſam Wachen, Da kam's auf ihrem eignen Schiff Se dem Saſpe ſtör W rwilden, blut'gen Schlach Das keine Salve ſtört, Zur wilden, blut gen Schlacht. Wo nicht mehr die Reveille 6. dr Der Greis früh Morgens hört. . Der ſiel durch's Schwert, der durch's Geſchoß He re 8 3 8, Mit Wunden überſät, Doch lieb ward ihm die Stätte, So lagen ſie auf dem Verdeck, Er läßt ſie nicht um Gold, Als kühl die Frühluft weht. Nicht 5 finant Audern Um noch ſo hohen Sold. hoh Sie leben nicht, ſie ſind nicht todt, V Als der ihm jüngſt gebote Doch kommt die Nacht herbei, Als der iharſün Fede 6 Dann tobt's auf dem Piratenſchiff H ſchuite Bel 3 Haupt Wie Kampf und Wuthgeſchrei.An irdiſche elohnung 1 1 Hab ich nicht mehr geglaubt. in Theil der M haft rndo e.. En Fei der Mannſchaſt rudert dann, Ich ſteh hier auf der Warte, Ar rudert lang und heiß,. Mein eigner Thurmwart ſchon, Bis daß die braunen Stirnen all n 724 Gebadet ſind in Schweiß Der nur von ſeinem Kaiſer Gebad chweiß. Erharrt den letzten Lohn.. Der Hauptmann und der Steuermann Das iſt die Einrangirung Die ſitzen ſtill beim Spiel, Ins große Regiment, Bis daß des Frühroths erſter Strahl Wo jeden ſeiner Krieger Dem Treiben ſetzt ein Ziel. Er bei dem Namen nennt. . 2. 8 8 2 V Dann liegen ſie als Leichen rings Das iſt die letzte Löhnung, Sſ Auf dem Verdeck umher Die ſelbſt er Allen reicht Vn Und wieder ſchießt dann pfeilgeſchwind Und trauernd uns den todten 3 Das Todtenſchiff durch's Meer. Herzog von Reichſtadt zeigt.

Gedichte von Carl Stelter. Leipzig, Verlag von Carl Cnobloch. 1858.