Jahrgang 
01-26 (1857)
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Ronellen Zeitung.

wird hier ein poetiſches Denkmal geſetzt.Ovid bei Hof iſt ein echter geiſt⸗ und charaktervoller Luſtſpielſtoff, bei

(III. Ja.

Urſula. Riehl iſt bekanntlich in ſeinem conſervativen Eifer ſehr energiſch für die Aufrechterhaltung der beſtehen⸗

dem wir den Wunſch nicht unterdrücken konnten, eine büh⸗ den Confeſſionen aufgetreten, und zwar ſo energiſch, daß

nenkundige Hand möge ihn für die Darſtellung bearbeiten.

Bei den übrigen Erzählungen tritt mehr als in dieſen beiden ein düſtres Element der Stoffe oder eine tendenziöſe Behandlung von Seiten des Dichters in den Vordergrund. Letzteres iſt beiAmphion ſoweit der Fall, daß der Ver⸗ faſſer in der Vorrede ſich dagegen meinte verwahren zu müſſen, als habe er in dem Virtuoſen eine Satire etwa

auf Franz Liszt und in dem mit ſymboliſcher Muſik ge⸗

dankenmalenden Componiſten Baronius eine Satire auf Richard Wagner ſchreiben wollen.Nur die Zöpfe des achtzehnten, ſagt er,nicht des neunzehnten Jahrhun⸗ derts habe ich gezeichnet.

Wir erwähnen ſchließlich noch die ErzählungGräfin

er dabei mit ſeinen eignen Worten in Widerſpruch geräth, indem er, der das Verwiſchen der religiöſen Differenzen abwenden will, doch zugleich, um die Exiſtenz der Confeſ⸗ ſionen überhaupt anzuerkennen, einer Indifferenz gegen die ſeinige ſich ſchuldig macht: gerade weil er Proteſtant iſt, hat er der katholiſchen Kirche um der ihr inne wohnenden confeſſionellen Energie willen ſo große Verehrung gewid⸗ met, daß unbefangene Leſer nach ſeinen Schriften allein ihn für einen Katholiken gehalten hatten. Dieſen gerade wird es intereſſant ſein, in der zuletzt genannten Erzäh⸗ lung eine Verherrlichung proteſtantiſchen Märtyrerthums zur Zeit des dreißigjährigen Krieges zu finden. R. Giſeke.

Allgemeiner Anzeiger.

Verlag von f. A. Brockhaus in Leipzig.

Maria Thereſia und ihre Zeit.

Hiſtoriſcher Roman von Franz Carion. Drei Theile. 8. Geh. 5 Thlr.

Ueber dieſen hiſtoriſchen Roman, in dem Maria Thereſia, Joſeph II. und viele andere hiſtoriſche Perſönlichkeiten auftreten, heißt es in einer Beſprechung in denJahreszeiten unter der UeberſchriftEin empfehlenswerther Romann: Unſern gegenwärtigen ſtaatlichen Verhältniſſen und ſonſtigen Wirren ge⸗ genüber bietet dieſer Roman ein Spiegelbild jener großen Zeit, deren Nachhall in dem Namen Maria Thereſia der ſpäteſten Nach⸗ welt unvergeßlich bleiben wird. War die Aufgabe, die der Ver⸗ faſſer ſich geſtellt hatte, Maria Thereſia und ihre Zeit mit treuen Farben zu ſchildern, eine wahrhaft deutſche, ſo dürfte auch der Wunſch gerechtfertigt ſein, dieſen bis zum Ende ſpannenden und den literariſchen Schöpfungen von Luiſe Mühlbach ſich anreihen⸗

den Roman der deutſchen Leſewelt ein liebes Buch werden zu ſehen. Vorzüglich ſind die mit Innigkeit und Wabrheit darin geſchilder⸗ ten weiblichen Charaktere ganz geeignet, Herz und Gemüth deut⸗ Wie

ſcher Frauen und Jungfrauen wohlthuend anzuſprechen.

für die Leſer dieſes Blattes wird ſchließlich die Mitthei⸗ lung derjenigen äußerſten Endpunkte ſein, wohin die Allgemeine Theater⸗Chronik laut officieller Nachweiſung verſendet wird. Dieſe ſind: London, Paris, St. Louis, New⸗York, Philadelphia, Stockholm, St. Petersburg, Moskau, Warſchau, Lemberg, Peſth, Temeswar, Trieſt, Venedig und Mailand. Leipzig im Juni 1857. V. Kölbel, Redact. d. Allgem. Theater⸗Chronik.

Am 1. November v. J. begann ein neuer Jahrgang. von unserem mit so vielem Beifall aufgenommenen:

JouRRMAL DES DAMES

ET DES

DEMOISELLES.

Guide de tous les Travaux de Dames.

Recueil complet de Broderies, Tapisseries coloriées,

Ouyvrages au Crochet, Tricot, Filet, Lingeries,

dieſer Roman das Gepräge hoher Sittlichkeit in allen ſeinen Patrons etc. etc.

Schilderungen trägt, ſo auch den Stempel hiſtoriſcher Treue und

Wahrheit.

Allgemeine Theaterchronik.

Mit dem 1. Juli beginnt das dritte Quartal des

Mit Pariser Original-Modekupfern von Jules David.

Eine besondere Sorgfalt haben wir stets auch dem lite- rarischen Theile unseres Blattes gewidmet und nur solche Erzählungen und Novellen darin aufgenommen, die sich ihrer

Tendenz nach vorzugsweise für Familienkreise eignen. Aufgemuntert durch

ſechsundzwanzigſten Jahrgangs derAllgemeinen V Journals erscheinen lassen.

Theaterchronik, bekanntlich das älteſte und verbreitetſt Organ, welches den Intereſſen der Bühne Daß die große Menge aller ſpäter entſtandenen Theater

Zeitungen unſere Theater⸗Chronik ſelbſt bis auf die von

uns zuerſt eingeführten einzelnen Rubriken zum Muſte

genommen haben, iſt hinlänglich bekannt.

Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Hürr in Leipzig. Verlag von Alphons Dürr in Leipz

gewidmet iſt.

Von Intereſſe

e Der Preis der ersten Ausgabe bleibt wie bisher 3 Thlr. a, die zweite,

10 Ngr. für den completen Jahrgang von 12 Hefter grössere Ausgabe mit Extrabeilagen kostet 4 Thlr. 20 Ngr.

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r stets die erschienenen Hefte in grosser Anzahl vorräthig.

Meline, Cans& Comp. in Brüssel.

die fortwährend steigende Theil- nahme, haben wir seit vorigem Jahre noch eine zweite, durch ein Complément vermehrte Ausgabe unseres

Sämmtliche Buchhandlungen nehmen Bestellungen entge- zen und hält unser Commissionair Alphens Dürr in Leipzig

ig. Druck von Gieſeche K Devrient in Leipzig