Noveſſen⸗Zeitung.
ALBIIIM.
—,e
[III. Jahrg.
Friedrich Zodenſtedt.
Die Noſe von Tiflis.
Zürne nicht!
Anmuth gürtet Deine Lenden,
Schönheit blüht um Deine Glieder,
Schultern, die vor Weiße blenden,
Ziehen dunkle Locken nieder.
Wenn in Deine Zauberkreiſe Mächtig mich Dein Auge zieht:
Zürne nicht, daß ich Dich preiſe, Hochbeſeligte! im Lied.
Wenn der junge Frühling wieder
Kommt im blumigen Gewande,
Läßt er auch durch frohe Lieder
Laut verkünden durch die Lande,
Daß von Winters Schnee und Eiſe Drangvoll ſich die Erde ſchied—
Zu des Frühlings Ruhm und Preiſe Singt die Nachtigall ihr Lied!
Mit den Füßchen, den behenden Biſt Du mir ins Herz geſprungen, Haſt mit Deinen zarten Händen Meine ganze Kraft bezwungen, Daß ich gerne die Geleiſe
Kalter Bücherweisheit mied: Zürne nicht, wenn ich Dich preiſe,
Hochbeſeligte! im Lied.
Mir das Lieblichſte erwähl' ich Anzubeten und zu loben, Wer hier ſtrauchelt, der wird ſelig, Wer hier fällt, der wird erhoben. Der iſt nicht der rechte Weiſe, Der nicht vor der Schönheit kniet— Zürne nicht, wenn ich Dich preiſe, Hochbeſeligte! im Lied.
Anbegreifliches.
Manch dunkles Bild auf dieſem Erdenball Begreif' ich nicht
Dein Zürnen auch und Deine Launen all' Begreif' ich nicht!
Der Zorn iſt insgemein der Sanftmuth doch Geläufig nicht—
Und wie ein ſüßer Mund kann bitter ſein, Begreif ich nicht!
Wohl ſelten ſteht der Zorn der Schönheit gut, Doch häufig nicht! 3
Dir ſteht er ſchlecht— drum, wie Du zürnen kannſt, Begreif ich nicht!
Gedichte von Friedriche Bodenſtedt. Zweite Auflage.
Bin weit umhergeſchweift und doch darum Weitſchweifig nicht
Drum kurz und gut: den Zorn der Sanftmuth, Begreif' ich nicht!
genügſamkeit.
Mir dient das ganze Morgenland Dich zu ergötzen, Dich zu ſchmücken— Es kann zum Kranz Dir meine Hand Die farbenreichſten Blumen pflücken.
So manche friſche Roſe blüht
Mir ihren duft'gen Hauch entgegen; Es ſtrahlt der Mond, die Sonne glüht Des Morgenlands mir auch entgegen.
Bochara ſendet Narden mir,
Und Perlen ſenden mir die Meere— Ich winke— und es tanzt vor Dir Die leichtgeſchürzte Bajadere.
Duftwaſſer, Oele, Honigſeim, Laß ich durch meine Verſe fließen— Es iſt kein Harem ſo geheim Sich meinem Liede zu verſchließen!
Die Quellen, die empor vom Thal-
Und die vom Berge niederſpringen:
Ich laſſe ſie, im Sonnenſtrahl Schimmernd, durch meine Lieder ſpringen.
Die Nachtigall von Schiras ſchlägt Mir herzverwandten Tons entgegen— Was blüht und klingt und Luſt erregt: Ich kann es Dir zu Füßen legen!
Doch thu' ich's nicht!— Wozu der Tand? Ich will die Schönheit nicht entweihen: Es kann das ganze Morgenland
Dir keinen würd'’gen Schmuck verleihen!
Vollkommen iſt Dein ſtolzer Wuchs,
Geiſt, Anmuth ſtrahlt aus Deinen Zügen: Dein Leib bedarf nicht fremden Schmucks, Mag ſich in Schönheit ſelbſt genügen!
Wem iſt die Sonne nicht hell genug, Daß er durch Kunſt ſie noch verkläre? Wem nicht am Schönheitsquell genug, Daß er noch Flitterſtaat begehre?
Drum fort mit all' dem Firlefanz!— Bei Dir, Du herrlichſte der Frauen, 1 Will ich nicht fremden Schmuck und ⸗Glanz,
Will ich nur Dich— Dich ſelbſt nur ſchauen!
Bremen, Verlag von Franz Schlodtmann.(Leipzig, A. Gumprecht.)
Kind!
Nr.
Oft ihr geſt erzählt, hatten ſich zau⸗ vorbei. war der Weh d deit w finſtern Herzen
Ein blickte Jumer erhabene Gottes Horizol lispelte ſteigen, Graſe Labetr ſchwimn finſtre, dunkel ſchlüc ſ ſeltſam die Sa dad


