Jahrgang 
01-26 (1857)
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Robert

Lascia paſſare.

Den alten Zauberſpruch im welſchen Lande, Der jeden Schlagbaum öffnet, jedes Thor, Ihn ſetz' ich dieſem Wanderbüchlein vor, Betrag ſich's ehrbar, mach's ihm keine Schande!

Er helf' ihm durch, wo ſie nach Herkunft ſpähen, Nach Titel und Beruf, nach Würd' und Stand, Wo Kritiker und Zöllner bei der Hand:

Lascia passare! laßt das Büchlein gehen!

Doch mag es ſelbſt im gleichen Sinn auch Andern Sich dienſtbar zeigen; ſein geflügelt Wort

Führ Jeden, der ihm horcht, von Ort zu Ort, Sei wie ein offner Freipaß ihm beim Wandern.

Ins Kloſter, wo die Nonnen Ave's ſingen, Geleit's den Hörer, zaubre ihn ans Meer;

In Tempeltrümmern führ' es ihn umher,

Helf' ihm, wohin ſein Wunſch nur ziele, dringen. Zwar nicht als Ticerone; ungebunden, 2 Obſchon gebundnen Worts, bald hier, bald da, Erzählt das Büchlein, was der Wandrer ſah,

Und wie er ſich mit Allem abgefunden.

Er ſchrieb's, damit ihm ſelbſt ſich offenbare, Ob je der Süden ihm das Vaterland

Erſetzen könnt; verwerfet Ihr das Band, Das ihn zurückzog nun, lascia passare!

Sorrentiniſches Zwiegeſpräch.

Was ſiehſt Du auf mein Zeichenblatt Und thuſt, als ſei ich gar nicht da? Es wird Euch doch nicht Schaden thun, Daß ich auf Eure Zeichnung ſah? Das thut es freilich, denn nun ſind Auf andrer Fährte Blick und Hand. Wenn Ihr ein rechter Meiſter wär't, So hielten ſie wohl beſſer Stand. Da magſt Du prüfen ihre Kunſt! Tritt vor mich hin, ich zeichne Dich. Wenn mir das Blatt gehören ſoll, So gilt mir's recht; ſonſt keinen Strich. So laſſe doch das Tuch in Ruh Und ſtreich' das Haar nicht gar ſo glatt. Beginnt Ihr endlich? Aber ſagt Zuvor, gehöret mir das Blatt? Wenn Du's verlangſt, ſo mag's drum ſein, Doch ſage Du mir, wer's bekommt? Das viele Fragen ſtört Euch nur, Mir bangt, daß nichts zu Stande kommt. Du ſiehſt, ſchon ſtehn die Augen da; Dein Liebſter wird zufrieden ſein. Mir ſcheint, Ihr habt vollauf zu thun, Miſcht doch nicht Andres noch hinein!

Lascia paſſare,

Novellen⸗Zeitung.

ALBUM.

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Von Robert Waldmüller.

aldmüller.

Ich wette, ein Maſſaro iſt's, Dem halb Sorrento angehört. Ich wette, Ihr beſchicktet mehr, Wenn Ihr nicht ſo voll Neugier wärft. So wird's ein Capitano ſein, Schön, aber trüglich wie die See. Ihr zeichnet, dünkt mich, gar ſo lang, Mir thun ſchon beide Füße weh. Am Ende iſt's ein Pescator,

Nun, der macht einen guten Zug.*.

Mir ſcheint,'s iſt eine Stunde bald; Ich hab' vom Stehen jetzt genug.

Wenn's nicht gar ein Sommaro iſt?

Geduld! bald hat ſein Eslein Ruh! Wenn's nicht gar ein Sommaro iſt? Mir fallen ſchon die Augen zu!

Da ſtehſt Du, wie Du leibſt und lebſt,

Hier, nimm das Blatt! Was? magſt Duss nicht? S wird eben wohl ſchon richtig ſein; Ihr ließ't mich ja nicht außer Sicht!

So aber knicken darfſt Du's nicht,

Ich roll' Dir's.. Nun? was zahlt die Hand? Ein Carolino reicht wohl nicht? Ihr aber ſaßet und ich ſtand.

Ein Carolino reicht nicht aus,

Ein Kuß iſt der geringſte Preis. Ei, ſolchen Lohn empfängt nur Der, Der ihn ſich ſelbſt zu holen weiß.

Pompejaniſche Bilder.

Traurig ſtimmt ihr; ſo weit gediehen war einmal die Kunſt ſchon, Und ſo maßlos tief ſtürzte ſie wieder hinab!. Rede noch Einer vom Fortſchritt, vom ewigen! Tauſend der Jahre Rechnen für nichts, wo die Kunſt wieder von vorn an beginnt!

Die Maler des vierzehnten Jahrhunderts.

V V Zwei Jahrtauſende hat die Kunſt gebraucht, um die Griechen Einzuholen und zwar ihre kindliche Zeit!

Auf eigenem Boden.

Wie in der Malerei die Landſchaft ſpät erſt ſich Bahn brach, Weil ihr die Alten nicht hold, weil ſie der Süden nicht braucht, Bis die nordiſche Kunſt, auf eigene Füße ſich ſtellend, Wie die Natur ſie erſetzt, endlich erkannt und erfaßt; So denn auch, von dem Imande des Fremden frei, oden, 1 Welcher Heimath ihm iſt, ſproſſe das heimiſche Lied. Andre Götter hatten die Alten, andere Götter, Ob's auch kein Name beſag', hat der Süden noch heut.

aus dem

Hamburg, Otto Meißner. 1857.

[III. Jahrg.

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