Jahrgang 
01-26 (1857)
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Nr. 22.]

Literariſche Beſprechungen.

Der Stadtſchultheiß von Frankfurt. Ein Fa⸗ milienroman aus dem vorigen Jahrhundert. Von Otto Müller. Stuttgart und Augsburg. J. G. Cotta. 1856.

derte ſeiner Zeit in Fr

Die Bettina erzählt in ihrem Tagebuche nach den Ge⸗

ſprächen mit der Frau Rath Goethe von einer phantaſti⸗

ſchen Jugendneigung, die dieſe zu dem in Frankfurt reſidi⸗

renden Kaiſer Karl VII., dem unglücklichen Gegenkaiſer der Maria Thereſia, gefaßt hatte und die ihre tragiſch⸗ko⸗ miſche Kataſtrophe damit erlebte, daß das junge Kind, des Nachts von dem Hörnerſchall erwachend, mit dem der Kai⸗ ſer aus der Reichsſtadt fuhr, haſtig aufſpringend und nach dem Fenſter zueilend in ſeinen Betttüchern ſich verwickelte und auf dem harten Boden ſich eine große Beule ſchlug. Dieſe Reminiscenz hat der Verfaſſer vonCharlotte Acker⸗ mann zum Motiv einer Novelle benutzt, in der er eine ſehr geſchickte Combination mannigfacher geſchichtlicher und li⸗ terargeſchichtlicher Momente mit ſeiner anerkannt tief inni⸗ gen Darſtellung pſychologiſcher Entwicklungen zu einem Seelen⸗ und Familiengemälde verbindet, das durch und durch einen echt deutſchen Geiſt athmet und in conſequent charakteriſtiſcher Haltung das häusliche Leben des vorigen Jahrhunderts in der Weiſe ſchildert, in der wir nach Hiſto⸗ rie und Tradition es uns zu denken gewohnt und berech⸗ tigt ſind.

Mit vollſter Befugniß nennt Otto Müller ſeine Er zählung einen Familienroman, denn gerade die Gemein⸗ ſamkeit der Familie, die Unterordnung des Einzelnen unter die Geſammtheit des Hauſes, die heute mehr und mehr vor dem Vordrängen der individuellen Anſprüche verſchwindet, iſt der Boden dieſer Geſchichte. Was dabei von hiſtori ſchen Thatſachen auf uns gekommen iſt, hat der Verfaſſer aufs Sorgſamſte berückſichtigt. Wolfgang v. Goethe's

Drille Folge.

Großvater war bekanntlich ein Schneidergeſelle aus Artern in Thüringen, wo kürzlich noch ein Hufſchmied dieſes Na⸗ mens gelebt haben ſoll. Jener Johann Wolfgang wan⸗ ankfurt mit dem Ränzel auf dem Rücken ein, trat bei einem Schneidermeiſter Lutz in Con⸗ dition und heirathete nach deſſen Tode ſeine Witwe. Da⸗ mit gewann er das Frankfurter Bürgerrecht und trieb das Geſchäft eines Schneidermeiſters bis zum Tode ſeiner Frau im Jahre 1700, worauf er ſich wiederum mit einer Witwe, mit der wohlhabenden Beſitzerin des Gaſthofes zum Wei⸗ denhof, noch jetzt ein großes Hötel, verheirathete, aus wel⸗ cher Ehe der Vater des Dichters hervorging, der Held oder vielmehr Liebhaber dieſer Novelle, der nach Vollendung ſeiner juriſtiſchen Studien größere Reiſen nach Holland und Italien machte und dann, nach Frankfurt zurückge⸗ kehrt, mehrmals die Kränkung erleben mußte, in ſeinen Bewerbungen um ein ſtädtiſches Amt zurückgewieſen zu werden. Otto Müller ſchildert uns nun, wie er, ein etwas pedantiſcher Doctor juris, in das patriciſche Haus des Stadtſchultheiß Textor eingeführt wird, wie er die Achtung zunächſt des Stadtſchultheiß, dann auch von deſſen Frau und endlich die Hand der Tochter Eliſabeth erwirbt, ob⸗ gleich deren kindlich phantaſtiſche Neigung zu dem gekrön⸗ ten Haupte ſich als unbeſiegbares Hinderniß dazwiſchen zu drängen ſchien. Mit zartem poetiſchen Gefühl und echt dramatiſcher Kraft iſt dieſe einfache Handlung in ihre ein⸗ zelnen Phaſen zerlegt. Die Einleitung ſchreitet etwas ſchwerfällig vor; ſobald wir aber den jungen Goethe mit der Familie Textor in Berührung ſehen, gewinnt ſie unſer ganzes Intereſſe und führt uns dann eine Verlobungsge⸗ ſchichte nicht nur zwiſchen zwei einzelnen Herzen, ſondern zwiſchen zwei einander fernſtehenden Familien mit detail⸗ lirender Genauigkeit vor. Wie rührend iſt dieſer Beſuch der Frau Stadtſchultheiß bei der verwitweten Frau Gaſt⸗ hofbeſitzerin und die Vorſorge dieſer, die jahrelang dem

jungen Herrn eine geſammte Hausausſtattung für die Zu⸗

Die Manſarden. Viele Bezeichnungen oder daß ſelbſt die Gebildekeren eine Ahnung von dem Urſprunge der⸗ ſelben haben. Das dürfte auch von den Manſarden gelten, die ſelbſt von vielen Deutſchen nicht mit dem deutſchen Namen der Dachſtuben genannt werden, obgleich dieſer vollkommen be⸗ zeichnend iſt und jedenfalls ungleich bezeichnender, als der fran⸗ zöſiſche, der auf dieſelben von ihrem Erfinder übertragen wurde, wwenn man ſich dieſes Ausdruckes in einer ſolchen Bedeutung be⸗ dienen darf

Franz Manſart, der im 58 Jahren ſtarb, war ein ſeiner namentlich die Arbeiten des Val d in Paris, übertragen wurden. Auch die Paläſte mehrerer Großen ſener bauluſtigen Periode wurden unter ſeiner Leitung und nach ſeinen Angaben erbaut. Dabei verwendete er zum erſten Male iie bis dahin oft nutzlos gebliebenen Räume unter dem Dache zu Vohnungen für das geringere Dienſtperſonal, das bei dem über⸗ Fßigen Luxus der Palaſtbeſitzer, ſo wie ihrer häufigen Beſucher, ußerordentlich zahlreich war, und deſſen Unterbringung daher ihne dieſes Auskunftsmittel oft große Schwierigkeiten gefunden zaben würde. Die Sache, einmal eingeführt, een Paläſten bald auch auf Privathäuſer über, ſes Mittel zur Erhöbung ihres Miethsertrag Der Name des erſten Benutzers dieſer

dm unangefochten den Man ſarden.

Jahre 1666 in einem Alter von

e Grace, dieſer berühmten Kirche

fand Beifall und ging von deren Beſitzer gern es ergriffen. Dachräume blieb ſeit⸗ d.

Namen ſind allgemein bekannt, ohne

Zeit berühmter Baumeiſter, dem

Mannigfaltiges.

Bei den alten Franken hatte nur der Adel allein das Recht, die Haare wachſen zu laſſen; das Volk trug ſie mehr oder minder abgeſchnitten und den Leibeigenen wurde der Kopf ganz kahl ge⸗ ſchoren;, daher kam es auch, daß man Jemanden nicht höher ehren konnte, als daß man ſich ein Haar ausriß und es ihm überreichte. Der König Clodwig that dies, als der beilige Germier ſich zu ihm begab, und da die Höflinge ihrem Gebieter nachabmen und den tugendhaften Biſchof ebenfalls ehren wollten, riß ſich augenblicklich Jeder derſelben ebenfalls ein Haar aus und übergab es ihm, ſo daß der würdige Mann entzückt von den empfangenen Ehrenbe⸗ zeigungen den Hof verließ. g.

Kaiſer Karl IV. wurde oft desheiligen römiſchen Reiches Stiefvater(vitricus imperii) genannt, weil unter ſeinem Scep⸗ ter viele Länder vom deutſchen Reiche abgefallen waren.

Der franzöſiſche Geſchmack hat ſchon viel Verſuche gemacht, um denBarbaren Sbakeſpeare zahm zu machen. Ueber eine neue Ueberſetzung desMacbeth von einem Hrn. Leon Halley berichtet die Literary Gazette. Die Kataſtrophe iſt darin alſo geändert: Macduff und Macbeth fechten mit einander da ſtürzt ein Kind herein und nennt MacbethPapa. Macduff will das Kind tödten, Macbeth aber ruft ihm zu:Tödtet ihn nicht, es iſt Euer Sohn! ihm dabei erklärend, daß Lady Macbeth das Kind nur adoptirt habe. Hierauf erſchlägt Macduff ſeinen Geg⸗ ner und erkennt das Kind als das ſeinige an.