Jahrgang 
01-26 (1857)
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290 Novellen⸗Zeitung.[III. Jahrg. N..

ALBIII.

Emma v. Hallberg.

gruß.

Ich ſinge Euch nicht das alte Bekannte Entſagungslied,

So lange noch Jugend und Liebe Und Kraft mir die Seele durchglüht.

Ich reiche den Becher des Lebens, Den perlenden, ſchäumenden Trank, Dem fröhlichen, durſtigen Zecher, Begeiſtert vom eigenen Sang.

II. So lebe wohl, mein weiſer Herr, Ich wünſche Glück, es ſei geſchieden, Du zankſt und keifeſt ohne Ruh, Ich aber liebe meinen Frieden.

Ich flatt're durch die blaue Luft Der Poeſie um alle Blüthen,

Du hinkeſt hüſtelnd hintendrein,

Und willſt vor Unheil mich behüten.

A!

Und ruh' ich müder Schmetterling 5 ſtroömet aus Neiner Seele Im Roſenkelch, von Duft umfloſſen, de wi ch dende Iuei ſchen So ſtreckſt du aus den dürren Arm, es wird ſich an ihm verauſche Holſt mich zurück und ſchiltſt verdroſſen. li Noch mancher luſt'ge Geſell. ü mich z ſchiltſt verdroſf Glüd Du faſſeſt mich gewaltig an tenbl Fiducit, Du frohlicher Zecher! Und drückeſt mir die bunten Schwingen, nu Sc wa in den alandenddareh Ich würd zuletzt noch flügellahm, Heat Ich warf in den ſchäumenden Becher Daß mich die böſen Buben fingen. 11 G Dir Maienkräuter hinein. P mich fing en Kre III. Aerbii 5 Kii O hilf mir, alter, weiſer Freund! La Da zapple ich nun in der Schlinge, lraun Am Morgen. Wie konnte ich im Freiheitswahn Hauſe Nur ahnen, daß mir's ſo erginge! ſahr O Morgen voll Wonne und Sonnenſchein! h 5 ſo eiging N 3 Ich warf mich in's thauige Gras Ach, zwiſchen ſchönen Blüthen ſpann din Und ſchau' in den blauen Himmel hinein Die böſe Spinne ihre Netze dau Und träume, weiß ſelber nicht was. O hilf, Verſtand, mir nun heraus, ent 7. Daß ich die Flügel nicht verletze. rg⸗ Die Berge ſchau'n ſo geheimnißvoll, ich Flug 1 5 i In graue Nebel gehüllt,Verſtändig kratzſt du dir den Kopf Saſo Die Vögel zwitſchern ſo ſehnſuchtsvoll, Ünd läßt mich zappeln, willſt nicht hören! ſchen Ihr Lied mir die Seele erfüllt. Helf' ich mir ſelber dieſesmal, V eine . So kann ich immer dich entbehren! die Ich kenne den alten vertraulichen Klang, 3) 5 h tſeie. Er ſchneidet mit tief in die Bruſt Iv. war In meinem Herzen da reget ſich bang aeichtß. in d Di e Lie Luſt. 5 Da flattert nun der Leichtſinn hin, S Die alte Liebe und Luſt Nachdem er ſelbſt das Netz zerriſſen, Sch Hm, hm, wer hätte das gedacht! das Ich glaube faſt, er kann mich miſſen! Ein Verſtand und Herz. Tag find⸗ 1. Tunn Du tolles Herz, du machſt denn doch Mein Herz. Loli Der ſchlimmen Streiche mir zu viele, r. B Und meineſt mit mir durchzugehn, Dein Arm iſt meines Glückes Wiege, iden Wenn's dir nur eben ſo gefiele. Dein Herz iſt meiner Leiden Grab, Glet, . In ihm iſt all das Weh zerronnen,(dißt Es thut mir leid, ich muß's geſtehn, Das eh'malz ich empfunden hab. ſe Doch geht's nicht länger mit uns beiden, ¹ Ich trag' es nun nicht ferner mehr, Doch du haſt mir in's Herz gegoſſen ind Es iſt genug, wir müſſen ſcheiden. Ein Glück, ſo endlos groß, ſo neu, nau Halt, ich's nicht feſt mit beiden Händen, fral Geh' deinen, ich geh' meinen Weg, So ſpringt es noch vor Glück entzwei: ſcl Was kann der ew ge Hader nützen? ſi Ich habe ſelbſt genug zu thun. Und kann dich ferner nicht beſchützen. 76 itung .* 9. . u 9) Waldmährchen, Balladen und Lieder von Emilie Emma von Hallberg. Zweiter Theil. Trier, 1855. Carl Troſchel. Aater 7 4 8