Jahrgang 
01-26 (1857)
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Literariſche Beſprechungen.

Karl Gutzkow's dramatiſche Werke. Neunter Band, Erſte Abtheilung: Lorber und Myrte. Hiſto⸗ riſches Charakterbild in drei Aufzügen. Leipzig, F⸗ A. Brockhaus. 1857.

Das Stück ſpielt im Palaſte Richelieu's zu Paris im Jahre 1636. Pierre Corneille hat ſo eben ſein Trauer⸗ ſpiel Cid vollendet, deſſen Aufführung zu einem jener Epoche machenden Ereigniſſe geworden iſt, wie ſie als Erfolge literariſcher Werke nur in Paris und nur in jenen Zeiten eines weitverbreiteten Dilettantismus und allgemeiner Zer⸗ ſtreuungsſucht möglich waren.Lorber und Myrte hat alſo ſeinen Stoffe nach einerſeits eine gewiſſe Verwandt⸗ ſchaft mitUrbild des Tartüffe, indem es ſich in beiden um die Darſtellung eines dramatiſchen Meiſterwerkes handelt,

nur daß letzteres Stück eine ſolche erſt vorzubereiten hat,

während dieſelbe in dem neueren bereits vor ſich gegangen iſt und wir es darin mit dem Kampfe um die Anerkennung ſeiner gerechten Verdienſte zu thun haben. Der Cid iſt von den Herren der Akademie aufs Bitterſte angegriffen

worden; die d'Etioles, Scudery, Boisrobert, Mayret

haben nicht nur äſthetiſche, auch politiſche Vergehen darin entdeckt, indem ſie die Schilderung der ſpaniſchen Ritter⸗ lichkeit, der es vergönnt iſt, mit bedecktem Haupte vor dem Könige zu erſcheinen, als eine Aufreizung der eben unter⸗ drückten Unabhängigkeitsgelüſte im franzöſiſchen Adel und als einen Angriff auf die Monarchie Ludwigs XIII. be⸗ ſeichnen. Corneille kommt ſelbſt aus Rouen, wo er Ad⸗ vocat iſt, nach Paris, um gegen ſolche Verdächtigungen ich zu vertheidigen. Er hat Empfehlungen an die Nichte des Cardinals von Richelieu, die Marquiſe von Combalet; bei ihr trifft er ſeine Liebe aus Rouen, Emerence, die Tochter des Oberrechnungsrathes v. Lamperieères, eines

Dritte Jolge.

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Jugendfreundes und Schützlings des Cardinals, er iſt ſie zu gewinnen im Begriffe, da der König ihn in den Adelſtand zu erheben beſtimmt hat und ſo die letzten Schranken zwiſchen ihnen fortgeräumt werden; da tritt plötzlich ein ungeahntes, ungeheures Hinderniß zwiſchen den Dichter und ſeine Liebe: der literariſche Neid, die ſchriftſtelleriſche Eiferſucht, die Niemand anderes erfaßt hat als den Mächtigſten in Frankreich, den Mann, der die Welt zu beherrſchen ſcheint und von dem man meinen ſollte, er ſei geſättigt von Anſehen und Erfolgen, und der doch noch nach einem Ruhme zeizt, dem Ruhme des Dich⸗ terlorbers, den er deshalb dem jungen beſcheidenen Ad⸗ vocaten mit glühendem Haſſe mißgönnt!

Dies der Conflict des Stückes. Man ſieht es dieſer Grundlage des Stoffes ſchon an, daß er zur Behandlung als Luſtſpiel geeignet war. Einer ſolchen ganz angemeſſen iſt die Haltung des Cardinals im erſten Acte, wo er mit dem Gedanken an ein eigenes Trauerſpiel umgeht; die Seltſamkeit ſeiner Caprice iſt hier mit all' der Feinheit des Humors charakteriſirt, die Gutzkow ſtets zu Gebote ſteht. Wir haben nur das Eine zu bedauern, daß der Dichter im Verfolg des Drama's dieſem Luſtſpielcharakter nicht bis zu ſeiner höchſten Freiheit und Keckheit treu geblieben iſt! Die Löſung tritt dadurch ein, daß die Herzogin v. Combalet die Intrigue erſinnt, die Welt glauben zu machen, der Cardinal ſelbſt ſei der eigentliche Erfinder des Cid. Wäre die Kluge darin nur ſo weit gegangen, dem Cardinal ſelbſt ſolche Unglaublichket glaublich zu machen, ſo meinen wir, wäre damit der Gißfelpunkt der vortrefflichen Luſt⸗ ſpielhandlung gefunden. Daß aber der Cardinal in be⸗ wußter Weiſe auf ſolche Lüge eingeht, macht einen uner⸗ quicklichen Eindruck und erſcheint uns als ein Motiv, das der dagegen ankämpfenden Begeiſterung Corneille's nicht als genügende Folie dienen kann. Dürfte ſich der Dichter zu einer Umarbeitung in dieſem Sinne nicht beſtimmen laſſen? R. Giſeke.

Die Wiederverheirathung in England

Bis zu Anfang des ſiebzehnten Jahrhunderts herrſchte in einigen Grafſchaften Englands eine eigenthümliche Sitte. Wenn einn Ehemann längere Zeit abweſend war, ſo daß ſeine Frau ihn für todt halten konnte, hatte ſie das Recht eine zweite Ehe zu ſpließen. Kehrte dann nach längerer Zeit der. todtgeglaubte Catte zurück und verlangte die Einſetzung in ſeine ehelichen Rechte, t geſchah dies durch eine Wiederverheirathung. Ein Beiſpiel dieſer merlwürdigen Sitte findet ſich in dem Kirchenregiſter zu Saint⸗Mary von Bermondſey vom Jahre 1604. Es lautet:

Feierliches Verſprechen zwiſchen einem Manne und ſeiner Frau, getrennt ſeit langer Zeit in Folge der Abweſenheit des Nannes, während welcher die Frau einen andern Mann gehei⸗ rathet hatte.

Worte des Mannes:Eliſabeth,

meine vielgeliebte Frau.

Ich bin ſehr betrübt darüber, ſo lange von Dir abweſend geweſen

sſein, daß Du Dich dadurch bewogen fandeſt, einen andern Nann zum Gatten zu nehmen. Demzufolge gelobe und verſpreche ſc. in Gegenwart Gottes und der uns umgel wſeder zu meiner Frau anzunehmen. ſondern werde auch in Zukunft wieder zuſammen mit Dir wohnen uid alle meine anderen Pflichten gegen Dich erfüllen, wie ich es (unſerer Verheirathung verſprochen habe. 3 Worte der Frau:Ralph, mein vielgeliebter Gatte. het mir ſehr leid, daß ich während Deiner Abweſenheit einen Aber hier im Angeſicht

umgebenden Zeugen, Dich Ich verzeihe Dir nicht nur,

Es

Fottes und dieſer Zeugen verzichte ich auf ihn und verlaſſe ihn;

verſpreche für das ganze Leben nur Dir allein an⸗

zugehören und gegen Dich alle anderen Pflichten zu erfüllen, wie ich dies bei unſerer Verheirathung verſprochen habe. Dann folgte ein kurzes Gebet, von dem Geiſtlichen geſprochen, und Alles kehrte in die urſprüngliche Ordnung der Dinge zurück. a.

Mannigfaltiges.

Maria Antonia, Kurfürſtin von Sachſen, geboren den 18. Juli 1724, geſtorben 1782 zu Dresden, erhielt von dem be⸗ rühmten Kapellmeiſter Nicolo Porpora Unterricht in der Compo⸗ ſition und im Geſange. Sie ſetzte die beiden von ihr gedichteten OpernIl triomfo della FedeltàundTalestri, regina delle Amazoni im Jahre 1755 auch ſelbſt in Muſik. Ferner compo⸗ nirte ſie eine große Geſangsſcene für die berühmte Sängerin Ma⸗ dame Mara im Jahre 1767. Beide vorgenannten Opern ſind in Partitur geſtochen, und zwar die erſte im Jahre 1756, die zweite im Jahre 1805. Sie war Mitglied der Arkadier in Rom und führte als ſolche den NamenErmelinda Talea Paſtorella Arcada. Unter dieſem Namen veröffentlichte ſie ihre Werke, jedoch nur mit den Anfangsbuchſtaben E. T. P. A.

Oubliette hieß ein von Ludwig XI. erfundener trichterförmi⸗ ger Kerker, der an beiden Seiten mit ſchneidenden Werkzeugen und unten mit einer Fallthüre verſehen war, die den zerſtückelten Körper des Herabgeſtürzten auf immer der Vergeſſenheit übergab daher der Name Oubliette.