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III. Jatrg. Nr. 16.)]
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Dritte folge. 255
. 38 3 führt; er erzeugte die Ausgeburten der Revolutionen und Literariſche Beſprechungen. der Romantik, den Weltſchmerz und die unverſtandenen
* Seelen, die kranke Sentimentalität und die verbrecheriſche
Die kleine Narrenwelt. Von Karl Gutzkow. Frivolität unſerer Welt; aber er war es auch, der die Dritter Theil. Frankfurt a. M., Literariſche An⸗ finſteren Vorurtheile und die brutale Knechtſchaft früherer ſtalt, 1857. Jahrhunderte durchbrach, der die Religionsverfolgungen
Dieſer neue Band der ſchon früher von uns angezeig⸗ und die Leibeigenſchaft abſchaffte, der die modernen Staa⸗ ten Sammlung iſt intereſſant durch eine mehr entworfene ten und dieſe geſammte Herrſchaft der Humanität be⸗ als ausgeführte Erzählung:„Wie kam es, daß Rouſſeau gründete. ſeine Kinder ausſetzte? Beantwortet in einer novelliſti⸗ Doch der Menſch iſt nicht geſchaffen, ein reiner Geiſt, ſchen Skizze.“— Rouſſeau und Gutzkow! Wem, der ein abſolut freies Weſen zu ſein. So hat die öffentliche Mei⸗ einen tieferen, unbefangenen Blick in die inneren Beziehun⸗ nung von heutzutage, die durch die Schrecken erregenden gen literargeſchichtlicher Entwickelung gethan hat, wäre es Erſchütterungen der letzten Jahre eine ſchwere Enttäuſchung entgangen, in welch geiſtig verwandtſchaftlicher Beziehung in ihrem Glauben an den Idealismus erlebte, ſich der an— dieſe beiden Namen ſtehen, wie mit dem einen eine epoche⸗ deren Seite, der das Menſchenleben angehört, in die Arme machende Entwicklung, der Keim eines ſpecifiſch neuen Be- zu werfen verſucht; der Realismus iſt es, deſſen die Jour⸗ wußtſeins zum erſten Male auftritt, das nach ſo mannig⸗- naliſtik ſich bemächtigt hat, um ihr zu ſagen: Du biſt nicht fachen Phaſen, nach ſo großen Umwälzungen im Gedanken⸗, da, um Märtyrer zu werden; Du haſt zunächſt das Recht Geſellſchafts- und Staatenleben jetzt nach gerade 100 und die Pflicht, ſelbſt zu leben, und zwar behaglich und Jahren in dem anderen noch lebt und leidet, gährt, ringt comfortable zu leben; die Welt, wie ſie iſt, iſt eine voll⸗ und ſchafft! In Rouſſeau ſehen wir zum erſten Male kommene, und wer als ein Mann von Welt ſich zu kleiden in einer fertigen Geſtalt den modernen Menſchen, die nur und zu benehmen, wer die beſten Cigarren und feinen in ſich fußende Subjectivität, das Individuum, das, los⸗ Weine zu genießen verſteht, der kann zufrieden das Soll gelöſt von aller Naturbeſtimmung und Tradition, mit dem und Haben ſeines Lebens abſchließen!— Wer wollte es Rechte des abſoluten freien Gedankens der Wirklichkeit ent- leugnen, daß die Welt des Beſtehenden ihr unantaſtbares gegentritt, die Zuſtände des Beſtehenden kritiſirt und die Recht hat, daß nur das Daſein ein geſundes iſt, das tief unbedingte Anerkennung der principiellen Wahrheit bis und feſt in ihr wurzelt, und daß es ein hohes Verdienſt zur äußerſten Conſequenz verlangt. Rouſſeau iſt der erſte der Poeſie iſt, die ſie zu verklären und in ſich befriedigt ſelbſtbewußte und vollkommene Ausdruck des Idealismus, abzuſchließen verſteht? Aber die Einſeitigkeit hier wie dort der das Kennzeichen dieſes letzten Jahrhunderts iſt, der iſt eine Entartung. Wenn jener Fanatismus des Denkens alles Glück und alles Unglück, alle Größe und alle Täu⸗ zur Entfremdung von der Welt führte, zur Unkräftigkeit ſchungen dieſer ringenden Geſchichtsperiode veranlaßt hat, des Willens, zur Zerfahrenheit, zur Deſperation, zum ils deſſen Vertreter ſich Gutzkow offen bekennt, und als Wahnſinn; dieſer Fanatismus des Lebens verliert ſich in deſſen Bekenner er von ſeinen Gegnern angegriffen, gehöhnt der Lüge, die ſich ſelbſt als vollkommen ausgeben will, in und beſchuldigt worden iſt. Freilich hat dieſer ſelbe Idea⸗ dem Egoismus, der rückſichtslos gegen anderes Recht ſein liomus all' die geiſtigen Krankheiten unſrer Zeit herbeige⸗ Terrain behauptet.
Miscell Folge davon war, daß der Fürſt, und Niemand wird's ihm ver⸗ iscellen. denken, ſeine milde Hand abzog. Nun ragte der Glockenthurm „ S.... veit ins Land hinei recht 3 iſſ rum en r hatte Wie die Bauern zu einer Rirche und dann zu einem geſäut weet keine S hinein⸗ ahne naht zucniſſen warum⸗denn er harte gekommen ſind. 1.— cin f 3 1 2 Die Bauern machten ein ſchief Geſicht und dachten, ſagten 6 Dor„. 5 9 7 L Ein Gleſiſches Dorf wurde von dem Unglück betroffen, daß auch wohl halblaut:„Hätten wir lieber den Mund gehalten, bis inn ſeine 4 te beufällige Kirche abbrannte. Den Kopf ſchüttelnd(ſie oben hingen, ſo hätten wir uns dann ja noch immer auf ſanden di mefeihet enden Bauern beim Brand umher, da ihre andrer Leute Rechnung breit machen können;“ trotzdem aber wollte Muſer ſüü Fſhader u Nün und dankten Gott, daß er lieber ſein Keiner auch nur einen Pfennig auf ein Geläut herausrücken. A be de a 4 hndahfer genommen hätte. Ein Widerſacher, der ihre Reden belauſcht hatte, rief ihnen 1 b 2 5 d ben fchunaitt Paſtor aufforderte, Beiſteuern zum höhniſch zu:„Nun habt ihr zwar eine Kirche, ſo ſchön wie wir, nwenudnn Lahen, ſchüttelten ſie abermals den Kopf und keine aber wo ſind denn die Glocken? Auf die Lederhoſen könnt Ihr
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Fuweiſung auf die himmliſchen Schätze, welche ihnen der betrübte Euch klatſchen, wenn's Zeit iſt in die Kirche zu gehen!“
Ii ne huſ inerhen hain wah ens lelte ſandie ſe behner Entrüſtet fuhr der Schulz in die Höh und indem er mit Pzutreten. Ein Sperling in der Pfanne dachten ſer iſt beffer fürchterlicher Wucht auf den Tiſch ſchlug, ſchrie er:„Ein Geläut als zehn Tauben auf dem Dache. Fdachten kie, iſt beſſ V ſollen wir haben ſo ſchön, wie das Eurige; ich gebe zweihundert
2.. Thaler,“„und ich hundert,“ fiel Michel und Görg ein, und ſo 98 Dem Piarhenin blieb ün kihts übrig, wenn er nicht ſein niefen ſie fort, dis auf den Letten. th 1 3 er( 9 8- H 0-. ·q 5 rodi 4„ 5,„- acunter Votle freiem Himme oder in einer Scheune predi⸗ Ein Mann, ein Wort— das gilt bei den Bauern ſo gut, Im wollte, als ſich an den Fürſten, dem das Dominium gehörte, wi, ber rn Leuten. Nac 35 en hing ein Gelä 1n ſ rei 3„ wie bei andern Leuten. Nach kaum 3 Monaten hing ein Geläut 1 wenden, welcher ſich auch bereit erklärte den Kirchenbau aus Wir Shurm fo ſchan. fatt hen leit jn der. ſenn Mi ſtrej N5, 3 5 7 auf dem Thurm, ſo ſchön wie keines weit und breit in der Umge⸗ imen Mitteln allein zu beſtreiten. Binnen einem Jahr ſtand zu b. Einer daſses ei ſchmuckes Landkirchlein auf der Stelle des 1 Jah gend zu ſehen und zu hören war. Nun ſage noch Einer, daß es wes wan drilchlein c ¹ Stelle des abgebrannten. nichts iſt um die Ehre. Die Bauern aber ſangen bei der Ein⸗ Die Bauern im Wirthshaus aber, ſtatt ihrem Wohlthäter weihung unter dem Geläut der Glocken in chriſtlicher Beſcheiden⸗ vngſtens dankbar zu ſein, erklärten ganz offen und dreiſt:„Wir heit wie immer:„Allein Gott in der Höh ſei Ehr’¹“ fans auch gebauk und zwar ebenſo ſchön, aber ſo iſt's beſſer.“ W. W. Dus erfuhr der Fürſt, der zufällig katholiſch war, durch einen nei⸗ ſichen Bauern, welcher ebenfalls derſelben Kirche angehörte. Die


