Jahrgang 
01-26 (1857)
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III. Jahrg.

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Nr. 16.]

Großmutter, ſagte leiſe die Enkelin, als die alte Frau einen Augenblick innehielt,ich werde nie wie Du, Du biſt wie ein heiliger Engel! Woher hatteſt Du alle die Kraft, die Ruhe? Mir würde ſie nicht geworden ſein, ich weiß es gewiß, mir wäre das Herz gebrochen.

Die Großmutter wiegte langſam das Haupt hin und ber.Mädchen, ſagte ſie dann faſt eifrig,die Kraft liegt in uns, in mir, in Dir, aber die Ruhe iſt nicht im mer da geweſen, ſie iſt erſt geworden; aus Kampf und Leid iſt ſie geworden, darnach erſt zog ſie ein in meine Bruſt und ich vermochte ſie nur darinnen feſtzuhalten mit vielem Gebete und ſtarkem Willen; mitunter war es den⸗ noch, als ob ſie fliehen wollte, aber dann, wenn es gar ſo arg wurde in der erſten Zeit, dann wußte ich meinen Platz zu finden und es ging alle Mal wieder gut. Kind, Kind, die alte Großmutter ſagt es Dir und ſie hat es erfahren an ſich ſelber, daß es gut iſt: Halte an dem Gebete, und Deines braven Mannes Bruſt, das ſei die Stelle, wo Du Alles getreulich hinträgſt und ſtill niederlegſt, Deine Freude und was Dir wehe thut und Dich bange ſein läßt! Wenn ſeither Deine Augen überfloſſen, dann iſt's nur ein Wachſchauer geweſen, ob Du auch geglaubt haſt, es wäre mehr. Die Stürme kommen, aber wer treu iſt und reinen Sinnes, dem können ſie nichts anhaben. Du, Hedwig, bleibe treu Dein Leben lang!

Das junge Mädchen blickte glückſelig:Oh, Groß⸗ mutter, lächelte ſie,mir wird die Treue leichter als Dir! Die Großmutter erwidertenichts. Es trat eine kleine Pauſe ein. Beide ſaßen da ſtill mit ihren Gedanken beſchäftigt. Hedwigs Augen ruhten voll ehrfürchtiger Liebe auf dem reinen Antlitze der alten Frau.

Großmutter, ſagte ſie plötzlich,da drinnen in Dei⸗ nem Zimmer, die drei Myrthenkränze, jeder wohlverwahrt unter Rahmen und Glas, vererbe ſie mir, kein Andrer weiß ja ſo als jetzt ich, wie voll Bedeutung ſie ſind!

Die Großmutter ſchüttelte abermals das Haupt.Den

Dritte folge⸗

ſilbernen ſollſt Du haben, den goldenen auch, den brau⸗ nen dürren nimmt die alte Großmutter mit ins Grab! Dann wird ſchon eine liebe Hand da ſein, die den Kranz vom Glas und Rahmen befreit und behutſam von der weißen Seide hinweg wieder auf den Scheitel der alten Mutter legt. Ja, ja, die goldenen Locken, worauf vor ſechzig Jahren der friſche, grüne Kranz lag, das ſind nun ſilberne Wellen, und die grünen Blätter ſind dunkler Staub geworden. Das braune Sträußlein aber, was unter dem Kranze liegt und Eins geworden iſt mit ihm, an Geſtalt und Farbe, das iſt Immergrün geweſen, ihr mögt es der todten Großmutter aufs Herz legen, wie ſie es an ihrem Hochzeitstage an ihrem Herzen trug, als es ihr zugeſandt ward, mit frommem Segensſpruche und von Thränen be⸗ thaut. Ich wollte ſtark ſein, ich brachte Beides meinem Bräutigam, den Spruch und das Sträußlein, und ſteckte ihm das letztere ins Knopfloch hinein, aber er ließ es nicht daſelbſt.Katharine, ſagte er herzlich,Du darfſt es wohl tragen, das Immergrün, und da befeſtigte er es ſelbſt an meine Bruſt. Ich rechnete es ihm hoch an, und von da an wußte ich gewiß, daß ich geborgen war bei Deinem Großvater und daß mein Herz einſt geneſen konnte bei ihm.

Nun iſt er todt, und Erich iſt auch todt. Ich habe um Beide geweint und um den Gemahl lange getrauert. Ich bin nicht unglücklich geweſen die dreiundfünfzig Jahre hindurch. Aber die neue Zeit mag beſſer ſein. Erich's Enkel iſt gekommen, ſchlicht, einfach, bürgerlich wie ſein Großvater, und mein Sohn gibt ihm mit Freuden ſein adliges Kind!

Die Großmutter ſchwieg ſtill, die müden Augen haf⸗ teten mit wunderbar innigem Ausdrucke auf der Enkelin, die morgen nun dem Enkel deſſen verbunden werden ſollte, den ſie, um ſtrenger Vorurtheile der alten Zeit willen, einſt mit Schmerz und Weh aus ihrem jungen Herzen hatte verbannen müſſen. Die junge Braut aber ſah den hehren

Nach den drei Miniſtern folgen der Gouverneur von Whydah, dann die Cabecaires oder Diſtrictschefs, dann die militäriſchen 8 heſs der verſchiedenen Grade von dem General bis zum Capitain der Compagnie. Alle haben ihre Fahne und ihre liniform, die ſich durch ein äußeres Zeichen von den übrigen unterſcheidet. Wenn ein Miniſter, Cabecaire oder ein anderer Würden⸗ träger ſtirbt, ſo iſt der König ſein Erbe, der die Inſignien ſeines Poſtens einem Andern überträgt. edor(Cin:ſ 41,2 3 4 Jeder Civil⸗ und Militärgrad hat unter den Frauen des Königs einen ihm entſprechenden; ſo gibt es auch drei weibliche Miniſter des Innern, der Juſtiz und der Finanzen. Das Heer des Königs 1 ſtarf 5 as Heer des Königs von Dahomey iſt 40,000 Mann ſtark. Die Autorität Guezo's iſt vollſtändig geachtet. An dem Eingange

in die Städte gibt es Beamte, welche von allen eingehenden und

ausgehenden Waaren den Zehnten für den König erheben.

Das Königreich Dahomey iſt ein gut angebautes Land. Es fehlt dem Lande an Steinen und ſo iſt man gezwungen, die Rauern aus Erde, die mit kleinen Kieſelſteinen vermiſcht iſt, zu ebauen. Die ohngefähr 6 Fuß hohen Mauern um den Palaſt des Königs ſind dick und dauern mehrere Jahre. 8

Der König von Dahomey empfing den Capitain des Aviſo⸗

dumpfſchiffs Dialmath, der nach Whydah geſandt worden wui

un die beiden Söhne des Königs abzuholen und ſie nach Mar ſeille zu bringen, in einer prachtvollen Weiſe und er hat überhaupt C.

ſiir Irantreich eine große Vorliebe.

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Zur Statiſtik. Der Stand der franzöſiſchen Armee.

Die franzöſiſche Armee hat nach einer Mittheilung der Revne des deux Mondes gegenwärtig zehn Marſchälle und zwar: Graf Reille ernannt 1847,

Prinz Hieronymus Napoleon 1850, Graf Vaillant, Kriegsminiſter 1851, Magnan 4 1852, Graf von Caſtellane 5 1852, Graf Baraguay d'Hilliers 1854, Péliſſier, Herzog von Malakoff 1855, Graf Randon 2 1856, Canrobert 2 1856, Bosquet 1856.

Der Stab beſteht aus 90 Diviſtons⸗ und 180 Brigade⸗Ge⸗

neralen, ungerechnet noch die zweite Section oder Reſerve.

Der Generalſtab zählt 35 Obriſten, 35 Obriſtlieutenants,

110 Escadrons⸗Chefs, 330 Capitains und 100 Lieutenants⸗

Die Militair⸗Intendanz hat 32 Intendanten, 165 Unter⸗

Intendanten und 103 Intendantur⸗Gehülfen, ungerechnet die zweite Section oder Reſerve.

Der Stand der Garde iſt: 1 Erſte Infanterie⸗Diviſion. 1 Fuß⸗Gendarmerie⸗Regiment, 1 Schwadron berittene Gendarmerie, 3 Regimenter Grenadiere, 1 Regiment Zuaven.