Jahrgang 
01-26 (1857)
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Rarls XII. Marſch.

Marſch, Burſche! Friſch drein in des Herrn Namen! Spannt den Hahn! Friſch auf! Legt dann eifrig an! Gebt Feu'r! Brecht ab! Nun den Degen in die Hand! Friſch drauf ein! Fürchtet weder Mord noch Brand. Vorwärts! Friſch drein für das Vaterland! Das Leben wagen für ſeinen König, ſein Geſchlecht, Das iſt beide Gott und Menſchen ſchön und recht.

Drum unverzagt

In unſrer blauen Tracht.

Drauf ein! Steht, donnert und ſchlagt,

Und dreſcht Alle los auf ſie ſo,

Daß ſie todt niederliegen wie Stroh.

Faſt wenig erſchreckt uns des Feindes Hauf, Sollt' er auch kommen mit Mordgeſchrei herauf, Mit ſeinen ſtolzen Burſchen in unendlicher Zahl, Zu Pferd und zu Fuß über Berg und Thal, Doch machen ſie uns keine Qual. Denn der Himmel, der weiß, daß unſre Sache iſt gut, Er gibt uns Stärke und der Kräfte Fluth

Und ſtärkt unſer Blut

Zu einem unendlichen Muth,

Daß es ſchallt weltbekannt,

Daß Städte und Land

Werden gerettet durch unſre tapfre Hand.

Hurra, meine Burſchen! Hört ihr der Trommel Ton?

Die Waldhörner ſie klingen und der Marſch anſchlägt ſchon.

Ihr Svealands Helden, euch friſch aufgeſtellt!

Friſch drein! Feſtgeſchloſſen! Den Trupp voll und dicht geſtellt!

So mit ſriſchem Muth und Hoffnung ins Feld! Unſre Wenigkeit die kümmert uns nicht, Wir ſind doch Viele, weil Gott für uns ficht. Soslaßt uns friſch drein gehn! Und rechtſchaffen ſtehn! So daß wir ſehen hell und klar Sie fliehn wie eine Mückenſchaar. Noch ſteht Gott bei Schwedens König fürwahr.

Die Amtmannstochter von Islington.

Es war ein junger Geſell, ein hübſcher Geſell, Und es war ein Edelmannsſohn,

Der liebte die Amtmannstochter ſein,

Die wohnte in Islington.

Sie war ſpröd' und wollte trauen nicht,

Daß er ſie liebte ſo treu,

Und ſie blieb immer und immerfort

Gegen ihn gar blöd und ſcheu.

Doch als ſeine Freunde wurdar JNewah e⸗

Was ſo zärtlich er trug ir Sinnd a Da ſchickten ſie ihn zur Londonſtadt 8 Für ſeine Lehrjafre hin.

Und ohne eis Treuliebchen zu ſehn Sieben lange Jahre hat er vollbracht. Manche Thraͤne hab' ich vergoſſen um ſie, Sie hat an mich wenig gedacht.

Blüthenleſe aus Altem und Neuem

u

E. M. Arndt.

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Alle Mädchen in Islington,

Sie gingen zu Tanz und Spiel, Alle; des Amtmanns Tochter allein Stille Einſamkeit gefiel.

Und ſie zog an einen Wanderrock Ihre Hauskleider that ſie ab, Und ihren Herzallerliebſten zu ſehn Nahm ſie gen London den Wanderſtab.

Und als ſie ſo des Weges ging Einen heißen Sommertag, Deſſelben Weges ſie daher Ihren Treuliebſten reiten ſah.

Sie trat ihn an wie eine Roſe roth, Erfaßte des Roſſes Zaum.

Ach, lieber Herr, einen Pfennig für mich! Vor Mattigkeit leb' ich kaum.

Ich bitt' dich, lieb' Kind, o ſage mir,

Wo kommſt du, wo biſt du her?

Aus Islington, lieber Herr, ſprach ſie, Wo ich Leides trug lang' und ſchwer.

Lieb' Kind, kannſt du mir Botſchaft geben, So hehl's mir nimmermehr,

Von des Amtmanns Tochter in Islington? Ach! ſie iſt todt, lange todt, lieber Herr.

Nun will ich verkaufen mein ſchönes Roß, Meinen Sattel und Rüſtung dazu, Und wandern hin, wo mich Niemand kennt, Fernen Städten und Ländern zu.

O bleib, o bleib, du wackrer Geſell! Sie lebt noch, iſt nicht todt,

Sie ſteht hier zur Seite dir,

Bereit als deine Braut.

Fahr hin nun, Leid, und komm, o Freud'! Viel tauſendmal und mehr!

Denn nun hab'ich meine Treulieb geſehn, Was ich hoffte nimmermehr.

An die Nachtigall.

O Vöglein, das verſteht hinwegzuſingen, Womit uns Winter, Müh' und Sorge quälen, Das kann von Lenz und Blumen viel erzählen, Von Felſen, Quellen, Bächen, Bäumen klingen Und mächtig tönen in die Menſchenſeelen

Von Gottes Güte und den hohen Thaten, Womit er ſie ſo reichlich hat berathen,

Die dunkle Sünden ihnen ſehr verhehlen.

Du ſingeſt allen Traurigen und Kranken Von dieſer Erde Jammer und Getümmel Ein ſüß Vergeſſen, und erhebſt zum Himmel, O Nachtigall, die betenden Gedanken.

andt. Leipzig: F. A. Brockhaus. 1857.

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bo weltem Hänſſ. en Ra ſawen, Figure ſo alt, auf zu alten T W de Thüra

zu du