Jahrgang 
01-26 (1857)
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Novellen⸗Zeitung.

ALBIIMI.

Heinrich von Littrow.

Marine⸗Carriere.

Mein Sohn muß zur Marine, er quält mich ſonſt zu Tod, Und Seeſoldat zu werden iſt eben letzte Mod'!

Er klettert ſtets zu Hauſe, bricht Stühle ohne End', Mein Sohn muß zur Marine, er hat dafür Talent.

Er ſpricht ſo oft vom Meere, lieſt Robinſon ſo gern Und kennt des Nachts am Himmel ſo manchen ſchönen Stern.

Er weiß den großen Bären grad über unſrem Haus, Man ſieht, es ſpricht der Junge ſich für das Handwerk aus.

Die See wird er vertragen, da bangt mir nicht für ihn, Er fuhr zu Schiff erſt neulich von Regensburg bis Wien,

Entfernt von beiden Ufern im allertiefſten Strom, Und von Erbrechen zeigte ſich dennoch kein Symptom.

R fand ſogar zu tadeln, was immer Kopf verräth, Daß man ſo ohne Segel bei uns zu Schiffe geht,

Sprach mit dem Capitaine vernünftig frug ſo lieb, Daß dieſer oft verlegen die Antwort ſchuldig blieb.

Der Junge wird noch ſicher ein zweiter Magellan, Wenn er nur ſeine Gaben im Meer entwickeln kann.

Man bringt ihn nach Venedig, ſieht ſich nach Meiſtern um Und ſteckt ihn dann zum Ende ins Seecollegium.

Dort muß des Jungen Köpfchen ſich zeigen und ſtudir'n, Die Luſt für die Marine fängt an ſich zu verlier'n.

Und ſchon nach einem Jahre ſchreibt eiligſt er nach Haus: O nehmt mich aus dem Kerker nur ja recht bald heraus.

In unſerer Marine verlangt man gar zu viel, Des Lernens und Studirens iſt hier kein End', kein Ziel.

So viele Mathematik, Phyſik, Geometrie, Das ſoll man Alles wiſſen, und dann Aſtronomie!

Ich kenn' ſo viele Sterne, ich kenne Sonn' und Mond Und glaub', daß mehr zu lernen wohl kaum die Mühe lohnt.

Die See iſt immer ſtürmiſch, auf allen Schiffen kracht's,

Und dann fährt man wie närriſch ſogar auch noch des Nachts.

Von all den Tauſend Stricken im Tau⸗ und Takelwerk, Verlangt man dummer Weiſe, daß ich die Namen merk'

Entdeckungsreiſen glaubt' ich, die würden hier gemacht, Doch daran hat noch Niemand von all' den Herr'n gedacht.

Zugleich lag dieſem Briefe auch eine Meldung bei, Daß für die See⸗Carriere der Mann nicht tauglich ſei.

Man weiß ihn nicht zu ſchätzen, ſo ruft der Vater aus Und nimmt ſein braves Söhnchen in größter Eil' nach Haus.

Aus der See. Gedichte von Heinrich von Littrow, k. k. Corv

b

etten⸗Capitain.

Kaum iſt er angelanget und hat genug erzählt, So wird ein neues Handwerk zur Laufbahn ihm gewählt.

Ich hab' die Welt geſehen, ſo plaudert das Genie, Und wähle als Carriere mir nun die Cavallerie. Bald gibt's im Regimente ein Officierchen mehr,

Die Stelle wär' beſetzet und dennoch bleibt ſie leer; Nun thront er hoch zu Roſſe, wird fleißig ausgelacht Und ſpricht von ſeinen Reiſen, die er zur See gemacht; Erzählt von Sturm und Klippen im ſtillen Ocean Und klammert ſich im Reiten am Sattelknopfe an.

Die Vorgeſetzten klagen dem Vater nun ihr Leid

Und geben ihm zu Ende noch dieſen Troſtbeſcheid: Wie ſchad', daß Sie Ihr Söhnchen zur Reiterei beſtimmt, Wo er ſo manchem Braven ein Ehrenplätzchen nimmt.

Er hat ja ausgeſprochen nur für das Meer Talent, Deß er zu jeder Stunde mit Leidenſchaft erwähnt.

Wer ſo mit allen Gaben für's Meer geboren iſt 1

Der wird in ſeinem Leben kein guter Cavall'riſt.

Hinaus in die See. Matroſen⸗Lied.

Machet mich frei von dem Staube der Erde, Laſſet die blaue Fluth mich durchzieh'n, Daß ich zum Träumer, zum glücklichen, werde, Dort, wo die Sorgen alle entflieh'n. Im Meere iſt's luſtig, im Meere, Juhe! Hinaus in die See!

Traurige Scholle, Inſel im Waſſer, Die, von den ewigen Fluthen umtobt, Man als die Mutter, als unſere Wohnung Und als die ſichere Erde gelobt! Im Meere iſt's luſtig, im Meere, Juhe! Hinaus in die See!

Land iſt ein Riff nur im Meere des Lebens, Meer iſt die freie, die einzige Welt. Hoffe vom Land nichts, du hoffeſt vergebens, Da es dir deine Schiffe zerſchellt. Im Meere iſt's luſtig, im Meere, Juhe! Hinaus in die See!

Könnt' ich die Erde noch einmal erſchaffen, Wahrlich, ich machte ſie ganz ohne Land, Weniger gäb' es dann Stürme im Meere, Keines der Schiffe trieb an den Strand. Im Meere iſt's luſtig, im Meere, Juhe! Hinaus in die See!

Zweite verm. Aufl. derMöven. Trieſt, bei F. A. Schimpff.

[III. Jahrg.

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