Jahrgang 
01-26 (1857)
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lII Jahn

erten Beſitze in ihn. gehalten durch die tdigen Wunſch, ihn ung, welcher er jetzt jemals dieſes Weib vöner, feſter, in ſich

d,ſo hab' ich denn Wernet geſprochen. Eindringling, was

Du wilſtt nicht bei bloſſen zu einer Tren⸗ gllbſt wieder an und in Kurzem das Band ſch feſſelt. Nun aber, wieder in Anſpruch. unte, mein ſollſt und ben iſt ſo ſchön, ſo nuch mir, der ich be⸗ gegangen und nun elten, zurückgekehrt n mir gehangen und er unwürdig gewor⸗ da ich Deiner vur⸗ lich die Vorſchung Sotedland, in Schuld ge⸗

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Nr. 13.]

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dog die kaum Widerſtrebende an ſein gewaltig pochende⸗ Herz, indem er Kuß um Kuß auf ihre feuchten Augn drückte, die ihn mit aller Innigkeit der längſt entſchwin⸗ denen Tage unter Thränen anlächelten. Die holde arte Geſtalt bebte in ſeinen ſtarken Armen und lehnte danf ihr

Haupt mit dem blonden Lockenhaare an ſeine Schulter.

Es war ein Augenblick ſeliger Vergeſſenheit für Beide.

Aber nur ein Augenblick; bald ſammelte ſich Helene

und entzog ſich, ihrer eigenen Schwäche zürnend, ſeinen Armen. derte ſie in ſich zuſammen. Wie? dereinſt ſein Spiel getrieben und es für nichts erachtet hatte, dem die Welt und ihr flüchtiger Reiz begehrens⸗ werther erſchienen, als ihr eigener voller Beſitz? Ein Mo⸗ ment ſollte ihm wieder in den Schooß werfen, was der

ernſte redliche Freund, ihr Werner, Jahre lang fruchtlos

erſtrebt hatte? Sein Glück ſollte ſie begründen, das Wer⸗ ner's vielleicht für immer zerſtören? Sie erſchrak vor ſich ſelbſt, wenn ſie dieſe Fügungen ins Auge faßte und ſich eingeſtehen ſollte, daß die ernſten Ereigniſſe des⸗vergange⸗ nen und heutigen Tages ſolch einen gemeinen frivolen Ab⸗ ſhluß finden könnten. Nein, wahrlicht das heiligſte Band des Lebans ſollte nicht vonnyr zerſchnitten werden um eines heuen ſichen Glückes für ſich ſelbſt willen, das lag ihr ſärne d indem ſich der erſchreckende Gedanke, daß es ander bſein, daß ſie ſich dennoch von ihrem ſchwachen Her⸗ zen derören laſſen könne, ihrer reinen Seele bemächtigte ie in einen tiefen ſittlichen Abgrund blicken ließ, ge⸗ vann ſie neue Kraft und Stärke, um Albrechts unrecht⸗ mäßiges Werben, wenn auch nur ſanft, zurückzuweiſen:

Sie haben Unrecht, ſagte ſie,daß Sie meine Schwäche benutzten und mir näher traten, als es ſich für Sie und die Gattin Ihres Freundes ziemt. Aber auch ich habe gefehlt, daß ich einen Moment hindurch vergaß, an

lge.

Die alte leidenſchaftliche Sprache hatte ſie um- garnt, die Macht des Augenblicks überwältigt. Jetzt ſchau⸗ Ihn ſollte ſie noch be⸗ glücken, ihn, den Treuvergeſſenen, der mit ihrem Herzen

welcher Stelle wir ſtehen und in welchem Jahre wir leben. So viel aber ſage ich Ihnen, Albrecht, daß ich Sie nicht mehr kenne von heute an, außer als Werner's Gattin. Die Vergangenheit iſt zwiſchen uns abgethan; ich werde nie die Ihrige werden!

Aber Albrecht war nicht in der Gemüthslage, um ſo⸗ gleich den Platz zu räumen. Er flehte von Neuem in den leidenſchaftlichſten Worten um ihre Vergebung und ſank nochmals zu ihren Füßen nieder, die Hand feſthaltend und an das Herz preſſend, welche ſich ihm vergebens zu entwin⸗ den ſuchte.

Da trat zum Heile Werner in das Zimmer und ge⸗ wahrte ſtaunend die unvermuthete Scene. Der innere Zuſammenhang der Dinge, welchen er ſeit dieſer Nacht bereits geabnt, wurde ihm mit einem Male klar. Aber der Zorn über Dasjenige, was er ſehen mußte, über⸗ mannte ihn dennoch, und ſo rief er den Beiden, welche ſein Eintreten nicht einmal bemerkt batten, die Worte zu:

Noch ſind wir nicht getrennt, Helene und ich. Soll

ich gezwungen werden, mein Recht geltend zu machen? Albrecht ſprang auf, Helene aber eilte auf ihren Gat⸗ ten zu, warf ſich Dieſem an die Bruſt und fragte ihn mit thränenerſtickter Stimme: Werner, kann ich noch Dein ſein? Ja, Dein bin ich, Dein auf immer, mit Jenem habe ich nichts mehr gemein⸗ ſam; nun iſt er ganz für mich geſtorben! Werner umarmte und küßte die Gattin mit ſeligem Entzücken und fragte und forſchte nicht; in Helenens Antlitz und in dieſen Worten lag für ihn die Bürgſchaft einer ge⸗ ſegneten Zukunft. Albrecht ſtürzte zu dem Zimmer hin⸗ aus, ohne ein Wort zu ſprechen, dieſes Wiederſehen hatte ihn gerichtet! Werner und Helene blieben noch lange zuſammen, faſt zum erſten Male fanden ſich ihre Herzen ſo recht in einan⸗ der. Helene hatte viel zu erklären, viel zu entſchuldigen; Werner aber hatte reiche Gelegenheit, die ganze Milde

Menſch war, beſaß einen ſolchen Grad der Eitelkeit und des Nei⸗ des, daß er auf jede Art der Berühmtheit eiferſüchtig war und ſie

mochte.

Ihm in dieſer Schwäche, beſonders aber in der der über⸗

triebenen Eitelkeit, ähnlich war ein in anderer Beziehung hoch über Kotzebue ſtehender Geiſt: Lord Byron. Dieſer zeigte vom Anfang

Lichte er vitklich bis zum Ende ſeiner Laufbahn den kraſſeſten Egoismus und eine ihre über⸗ ubertriebene Eitelkeit. Er war eitel auf ſein Genie, auf ſeinen

Rang, auf ſeine Schönheit(trotz ſeines körperlichen Gebrechens), auf ſeine Menſchenfeindlichkeit und ſelbſt auf ſeine Laſter, ganz Schönheit ſeiner Hände. a.

beſonders aber auf ſeine Geſchicklichkeit im Reiten und auf die

Getitn⸗ iſobah won Ein Reitpferd des Ritters ohne furcht und Cadel. dagen are Die Begriffe über die Schönheit eines Pferdes ſind nicht ehien eihr erall die nämlichen; eben ſo verlangt man je nach den Ländern keit an ihren dem Gebrauch, den man von ihnen machen will, verſchiedene annen genſchaften von denſelben. Im Mittelalter, wo das Pferd den

wer bepanzerten Ritter und ſeine eigne Rüſtung zu tragen hatte, nußte das Streitroß ganz anders als in unſern Tagen ſein und traft und Stärke waren demſelben ganz unentbehrlich, wenn es

71 gie an Fuß einer Aufgabe genügen ſollte. grdentluch ſer körpe Unter die Pferde aus jener Periode, deren Andenken die Ge⸗

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dlun öße ein Lan hichte aufbewahrt hat, gehört das Pferd Bayards, das den Na⸗

er baten en Carinan führte.

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4 Berüb

venna. Carinan erhielt an dieſem Tage zwei Lanzenſtiche in die Seite und zwanzig Degenhiebe über den Kopf, und ein Chroniken⸗ ſchreiber bemerkt dabei ganz richtig, das ſei ein Zeichen, daß ſein b Herr es mitten in den Kampf hineingeführt habe. Am folgenden Tage fand man auf dem Schlachtfelde Carinan an der Erde lie⸗ gend und ein wenig Gras weidend. Man verband es und dabei benahm es ſich ſo ruhig und verſtändig wie ein Menſch, ließ ſich zurecht legen, Charpie in die Wunden bringen, und von dieſer Zeit an konnte dieſes Roß keinen bloßen Degen ſehen, ohne ihn mit den Zähnen ergreifen zu wollen. Der Ritter Bayard machte es dem Herzog von Lothringen zum Geſchenk. Später fand das Treffen bei Marignan ſtatt. Das Pferd, das Bayard ritt, ging in der Nacht mit ihm durch und über die ſchweizer Bataillone hinaus und hielt erſt unter den Weinſtöcken an, die in Piemont von einer Ulme zur andern eine Art von Laube bilden. Der Ritter verlor ſeine Geiſtesgegenwart nicht, ſtieg vom Pferde herab, warf ſeinen Helm und ſeine Beinſchienen weg und kroch dann längs der Gräben auf Händen und Füßen nach dem Lager zu, wo er France rufen hörte.

Der erſte Mann, den er nach ſeinem Abenteuer traf, war der Herzog von Lothringen, der, als er ihn zu Fuß ſah, ihm ſogleich den Carinan zum Reitpferd gab. Bayard nahm ihn an und Carinan kämpfte unter ihm, ſobald der Tagesanbruch es erlaubte. Denken Sie, ſagt Brantôme,Carinan hatte ſeinen frühern Herrn ſogleich wieder erkannt und erinnerte ſich noch an Ra⸗ venna. C.

1 Der Ritter ohne Furcht und Tadel hatte in Breſſa erobert und ritt es an dem blutigen Tage bei Ra⸗