Wollen und Sollen.
Feſter Grund ſei deinem Ich: Nie dein Wort zu brechen; Drum vor allem hüte dich, Großes zu verſprechen.
Aber, auf dich ſelbſt geſtellt, Handle groß im Leben,
Gleich als hätteſt du der Welt Drauf dein Wort gegeben.
Was haſt du zu gewinnen, Wenn ohn’ Entſchluſſeskraft Dein Sinnen nur Beſinnen,
Dein Zweifeln Zweifel ſchafft? Du kannſt aus dir nicht ſpinnen,
Was dir das Augjerhellt; Von Außen ſtrömt’s nach Inn Und ſchließt dir auf die Welt.
Wie wenn an dunkelm Orte Dir eine milde Hand Eröffnet eine Pforte
In ſonnig grünes Land,
So löſt ein gut Entſchließen
en
Den ſchwankend nächt'gen Sinn
Und weiſt dich zum Genießen Und neuer Hoffnung hin.
Es iſt ein tiefer Segen,
Der aus dem Wort dir ſpricht:
„Erfülle allerwegen Getreulich deine Pflicht!“ Das nehme wahr dein Wille, Wie gleichen Pendelſchlag,
Der nur erſt, ſchweigt er ſtille,
Die Ruh' dir ſtören mag.
Welch Ziel du magſt erſtreben,
Sei's nah, ſei's hoch und fern,— eben,
Weiht nicht die Pflicht dein L So fehlt dein guter Stern: Der Stern, der wunderhelle, Mit reinem Himmelslicht Von ſeiner ew'gen Quelle Dir zum Gewiſſen ſpricht.
Das Glück mag bilden, ründen, Erhöhn und Schmuck verleihn; Doch muß, um feſt zu gründen,
Die Pflicht geſchäftig ſein. Du freuſt dich am Geſtalten
Und nennſt mit Stolz, was d Doch wahren und erhalten, Das kann die Pflicht allein.
Feſter Grund.
ein,
Dichtungen von Julius Hammer.
[III. Jahrg.
Noveſſen⸗Zeitung.
ALBIIM.
Julius Hammer.
Wie ſie mit freud'gem Sorgen Ihr Tagwerk geſtern that,
So thut ſie's heut und morgen Und nimmt von ſich nur Rath. Der Lüg' und allem Schlechten Geht ſie bedacht vorbei;
Schritt hält ſie mit dem Rechten, Und dienend iſt ſie frei.
O halte ſie in Ehren,
Die fromme Schaffnerin;
Sie bürgt noch im Entbehren Dir köſtlichen Gewinn
Und rettet dir aus trüber
Bedrängniß dieſer Welt,
Was über's Grab hinüber
Dir Wort und Treue hält.
„Was droht dem Leib und Leben tagtäglich für Gefahr!“ Doch ſieheſt, Freund, tagtäglich, der alte Spruch bleibt wahr: Das Leben währet ſiebzig, wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr.
„Und ach, wie wird die Seele verſucht vom falſchen Schein!“ 1 Doch, Freund, ſiegt ſtets aufs Neue, was wahr und gut und rein, Und jeder Morgen lächelt: der Himmel ſtürzt nicht ein!
D ohne Furcht! Ein Thor nur fragt ſich von Tag zu Tag, W im begegnen könne? Ein Mann von rechtem Schlag
Uebt ſeine Pflicht vertrauend und fragt: was er vermag!
Sei unverzagt und wanke nicht
Im treuen Dienſte deiner Pflicht! Auch dann nicht, wenn ſie vor der Welt In ſo verfälſchend Licht dich ſtellt, Daß Aller Augen von deinem Weſen Verläumderiſche Kunde leſen.
Sei unverzagt und wanke nicht: Pflichttreue hegt ihr eignes Licht,
Das jeden Zug, den Täuſchung malt, Sacht, aber mächtig überſtrahlt,
Bis auch dein Bild in ſtiller Klarheit Zum Zeugen wird tiefinnrer Wahrheit.
Sei unverzagt und wanke nicht!
Und könnteſt du Wahrheit, Recht und Pflicht Beſtehlen um ihre ſchönſte Zier,—
Der leere Schein, was frommt er dir?
Ihn würde, wie er auch möge funkeln,
Die Lüg' in dir bald überdunkeln.
Sei unverzagt und wanke nicht!
Nicht Weltdienſt nur iſt deine Pflicht! Und zollten auch ſtatt Dank und Lohn Die Menſchen dir nur Kält' und Hohn: Du fühleſt freudig, daß alle Ehren Nichts ohne Gottes Segen wären.
Leipzig: F. A. Brockhaus. 1857.
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