150 Novelſen⸗Zeitung.
an der Abendtafel behagen, auf welcher auch der unfehl⸗ Fräulein Hagen, die ſich ſeit Kurzem zu den Auserwählten bare Gemsbraten nicht mangelte, obwohl der Todesſchrei„zählte, in ſalbungsvollem Tone;„und ich werde dieſe eines jungen Ziegenböckleins am Morgen deſſelben Tages Sünde nicht auch noch auf mich nehmen; ich fürchte ſo, am beſten den wahren Urſprung dieſer Delicateſſe hätte daß die weltlichen Zerſtreuungen dieſer Reiſe—“„ verrathen können.„Tantchen, das iſt gegen unſer Abkommen! Sie haben Von allen Erlebniſſen des Tages, die in verſchiedenen verſprochen, ſich nicht um jedes harmloſe Vergnügen zu Zungen verhandelt wurden, blieb das der jungen Schweden quälen!“ rief bittend Fanny.„Da Eine von uns aber das intereſſanteſte, da ſich für den großen Touriſtenſtrom, doch einmal dem Papa ihr Pferd überlaſſen muß und er der ſich während der Sommermonate von Interlaken über die Träger bereits gemiethet hat, ſo will ich die Sünde auf die Wengernalp ergießt, keine ſonderliche Gelegenheit zu mich nehmen und mich morgen als Königin von Golkonda Abenteuern auf jenen vielbetretenen Pfaden bietet. nach den Höhen des Faulhorns tragen laſſen, wenn uns Harald ſchien jedoch ſeiner vortheilhaften Stellung nicht auch durch dieſe Rechnung der Himmel etwa einen als Lion unter den Reiſenden ziemlich raſch überdrüſſig Querſtrich macht, was mich ſehr verdrießen würde.“ und überließ großmüthig ſeinem Freunde Arel dieſe Rolle,„Ich würde auch dieſe Vereitlung unſerer Pläne als in Folge welcher derſelbe bald beſchäftigt war, ſeinen Na⸗ eine Prüfung anſehen und Dir mit Ergebung darin voran⸗ men in einem Reiſe⸗Album einer blondgelockten Miß zu zugehen ſuchen— ja mich ſogar darüber freuen, wenn verewigen. Du dadurch von Deinem unchriſtlichen Thun abgehalten „Ich komme noch zu Dir, Harald!“ rief Jener, aber würdeſt.“ der Freund proteſtirte dagegen, da er ſich augenblicklich„Aber was Sie darin ſo gar Unrechtes entdecken, ſehe zur Ruhe begeben wolle, und ging. ich noch micht ein, Tantchen; wenn die Träger am Abend Einen Augenblick widmete er unwillkührlich den zier⸗- ihren Verdienſt heimbringen, iſt Freude und Zufriedenheit lichen Stiefelchen, die, wie ſo viele ihrer minder präſen⸗ in ihrer Hütte, und ſicher iſt unter Tauſenden anderer tablen Schweſtern und Brüder, vor allen Thüren auf Menſchenkinder ihre Arbeit noch lange nicht die härteſte. dem ſchmalen Gange ſtanden und augenſcheinlich ſeiner Auch finde ich für einen Mann wirklich nichts Entehrendes hübſchen Nachbarin angehörten, bevor er ſich in aller Stille darin: der Starke hilft dem Schwachen, das ſcheint mir auf ſein kleines Obſervatorium begab. Den Rücken ihm natürlich.“ zugekehrt, ſaß die Tante, was beſonders vortheilhaft für„O ja, für Geld und nur für Geld!“ warf verächt⸗ ſie war, denn ſie trug bereits ihre Nachtmütze und war be⸗ lich die Dame ein. ſchäftigt, ihre Locken aus der bewußten feuchten Papp⸗„Leider,“ entgegnete Fanny lachend,„darf ich nicht ſchachtel in die erforderlichen Papillotten zu bringen. Ihr hoffen, daß um der Ehre willen, meine koſtbare Perfon gegenüber indeß begann Fanny ihre ſchönen blonden Flech⸗ über Stock und Stein tragen zu dürfen, ſich morgen ein ten zu löſen. Beide ſchienen am Schluß eines eifrigen Arm dazu fände! Ja, gäb' es nur einen Rübezahl oder Geſprächs zu ſein: ſonſt einen Berggeiſt hier!“ „Ich wiederhole Dir, liebes Kind, daß ich es hoffärtig„Wer weiß!“ dachte Harald bei dieſen Worten, und und unchriſtlich finde, mich von meinen Mitmenſchen unter„Frevle nicht!“ ſagte ſtreng die Tante, ſchloß die Locken⸗ ſaurem Schweiß über die Berge tragen zu laſſen!“ ſagte ſchachtel und nahm ihren Thomas a Kempis hervor, indeß
dies thue, ſich von gewiſſen Feſſeln— wahrſcheinlich denen des Uebrigens ſchien es, als ob Fortuna ihm auch auf der ſo
Vorurtheils— frei gemacht habe. übereilt von ihm ergriffenen Laufbahn ihre Gunſt bewahren wollte,
Für den Grafen von R. ward das Räthſel ſofort nach dem denn ſein Debut fiel ſehr günſtig, man könnte faſt ſagen glänzend
ktreten des Debutanten gelöſt, denn auf den erſten Blick er⸗ aus. Mehrmaliger donnernder Applaus und zum Schluſſe der
in demſelben, trotz der Maske ſeiner Rolle— die übri⸗ Vorſtellung Hervorruf ohne alle Oppoſition lohnten den Künſtler,
— nztzaber in der Regel nur eine Entſtellung zur obgleich einige ſty gere Kunſtrichter behaupten wollten, es fehle
aunalneit iſt— den Rittmeiſter von ſeiner Darſtellung die tiefere Auffaſſung und er verdanke den ge⸗
nnnigs von wonnenen Beifall mehr ſeiner Jugend und ſeinen natürlichen
Mitteln ſeiner künſtleriſchen Durchbildung und ſeinem eigent⸗ lichen Tafknte.
3. Der Gemahl einer Fürſtin.
artheilhaftes Engagement bei dem Hoftheater ünzend ausgefallenen Debut des Herrn ncheinbaren, wenn auch etwas auf⸗ inem ganzen Auftreten und Be⸗ deshalb gern in die Geſell⸗ de, in denen er durch ſeine
ih immer mit einem ge⸗ ſichtigen Schleier um⸗
Günſtling des Publi⸗ geſchwungen, und ſeit merkt worden, daß aus ſe nahe Verwandte des he Zeichen des Beifalls
m zu bemerken, ſo ſehr
III. Jahrg.
ſeine gediegenen Kennt⸗
Reiſende Kurzwei⸗
Nr. 10
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