Jahrgang 
01-26 (1857)
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144 Novellen⸗Zeitung.

trigue, in die Liebe Liſt mit hineinſpielt, kann nicht von Wir machen der Frau Verfaſſerin keinen Vorwurf vornherein für abſchreckend gelten, denn einem energiſchen daraus, daß ſie einen ſolchen Charakter ſchilderte, nur Selbſtgefühl, einem geſunden Egoismus müſſen die Mittel, daraus, daß ſie es der allerliebſten kleinen Coquetten zum ſich geltend zu machen, ſchon geſtattet werden, und Leiden- Vorwurf macht, einen ſolchen Mann nicht als ein Ideal ſchaft und Liebe endlich haben ja das Recht, alle Mittel anzuſehen, und als einen ſolchen will oder wollte da⸗ für ſich als gute Mittel zu gebrauchen. Dieſe Emma aber, mals, als ſie dies ſchrieb, Frau Raven dieſen Ernſt in der die einen reichen Anbeter verſchmäht, die alle die klein⸗ That betrachtet wiſſen, denn, wie wir aus dem Titel ihre liche Klugheit der Mutter verachtet und Ernſt beſitzen Abſicht vermuthen, war es ihr Hauptzweck nicht, ihren will, weil er ſchön, geiſtreich, geſinnungsvoll, weil er eine Helden als Liebhaber, ſondern als Liberalen zu ſchil⸗ Perſönlichkeit iſt, ſie handelt aus der Leidenſchaft und dern. Ernſt iſt Lichtfreund, übrigens in einem ſehr ge⸗ Liebe, die all' ihrem Handeln, und wenn es zehnmal mehr mäßigten und in der That ganz verſtändigen Sinne, und intrigant wäre, die volle poetiſche Berechtigung gibt. die Conflicte eines ſolchen, eines Vertreters derWahr⸗ Das iſt im erſten Bande. Nachher wird Emma frei⸗ heit, mit derWelt, d. h. der egoiſtiſchen, conſervativen, lich eine andere, aber iſt die Schuld davon an ihr? lichtfeindlichen Welt zu ſchildern, das war die Hauptten⸗ Das Weib an ſich iſt kein vollendetes Weſen, es iſt nur denz des ganzen Buches. Daſſelbe iſt, wie wir bereits das weiße Blatt, der geſchliffene Edelſtein, in den das oben bemerkten, augenſcheinlich in den Jahren der politi⸗ Leben erſt ſein Gepräge einzutragen hat. Das Mädchen ſchen Bewegung ſelbſt geſchrieben, und wir Alle, auch der hat die Beſtimmung ihres Charakters erſt vom Manne zu größte Diplomat nicht ausgenommen, haben in und ſeit erwarten, und wenn dieſe Beſtimmung bei Emma Roſe ſjenen Jahren ſo manchen durchgreifenden Umſchwung der keine glücklich durchgreifende war, war dann nicht ihr Ver⸗ inneren Ueberzeugung durchleben müſſen, daß es heutzu⸗ lobter Ernſt die Urſache, dem ſie ſo viel Talent, ſo viel tage eine Ungerechtigkeit wäre, über Einzelheiten in Bü⸗ Energie und Umſicht entgegentrug, daß freilich eine mehr chern, die damals entſtanden, rechten zu wollen. Jeden⸗ als gewöhnliche Perſönlichkeit dazu gehörte, die Anſprüche falls gibt das Buch ein eben ſo getreues als ausführliches von ſeiner Seite zu erfüllen, die ſie von ihrer Seite geltend Bild der allgemeinen Tagesgeſpräche, die bei uns in zu machen durch ihre Gaben berechtigt war. Dieſer Can⸗ Deutſchland in den Jahren 1844 bis 1848 gepflegt wor⸗ didat Ernſt aber und das iſt die Schwäche des ganzen den ſind. Gar Mancher, der dieſelben jetzt hier vergegen⸗ Romanes iſt eine philiſtröſe, träumeriſche, langweilige wärtigt findet, wird dabei Gelegenheit haben, über ſeine Perſönlichkeit, eine Perſönlichkeit eigentlich ohne Perſön- eigene veränderte Anſicht von dergleichen Dingen ſich zu lichkeit, mit ſehr viel Geſinnung, ſehr viel gutem Willen, wundern. Die Verfaſſerin hat augenſcheinlich für den dem aber jede Elaſticität des Geiſtes, jede Genialität völlig rationellen Liberalismus dabei Partei genommen, und abgeht. Wie ein junger Mann es verächtlich finden kann, wenn ihre Motivirung dafür in den Principien an ſich daß ſeine hübſche junge Braut ihren hübſchen jungen Bräu⸗ auch nicht grundlos iſt, ſo fehlt ihr, wenn von der prakti⸗ tigam im Reſſourcengarten der Welt zeigen und daß ſie ſchen Anwendung auf die Wirklichkeit die Rede iſt, doch dort andere als Beethoven'ſche Muſik hören will, das wird hie und da der unbefangene Blick. Wenn ſie z. B. mit man doch wohl auch vom Standpunkte des ärgſten Rigo⸗ ihrem Helden die Entrüſtung zu theilen ſcheint, daß dem⸗ rismus für pedantiſch halten müſſen. Ein Pedant kann ſelben im Frühjahr 1845, als eine Hungersnoth drohte, ein ſehr braver und ehrenwerther Charakter ſein, und auch von der Regierung Artikel unterdrückt wurden, die früh⸗ dieſer Ernſt offenbart in der That ein ſehr biederes Herz zeitig darauf aufmerkſam machen wollten, ſo wird dieſe und die allerbeſten Abſichten; das aber, was den Mann Vorſicht der Regierung der weniger ungerechtfertigt finden, eigentlich zum Manne macht, die Fähigkeit, ſeine Abſichten der es weiß, daß von ſolchen voreiligen Warnungen Nie⸗ durchzuſetzen, in der Welt ſich geltend zu machen, die Um⸗ mand Vortheil gezogen hätte, als die Kornſpeculanten! ſtände zu beherrſchen, dazu fehlt es ihm an Scharfblick, R. Giſeke Weltbildung und Gewandtheit.

Allgemeiner Anzeiger.

Gleichzeitig mit der Ausgabe in Paris erſchien in unſerem Verlage:

Histoire du Consulat et de l'Empire

par A. Thiers. Vol. 14. Bruxelles& Leipzig. Preis 1 Thlr. 5 Ngr.

Geſchichte des Conſulats und des Kaiſerthums von A. Thiers. Deutſche Original⸗Ausgabe. Band 14. Preis 25 Ngr. Heline, Cans& Comp. in Brüssel.

Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig. Verlag von Alphons Hürr in Leipzig. Druck von Gieſeckt A Devrient in Leipzig.

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