Jahrgang 
01-26 (1857)
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Ein ſchöner Sommer.

Wenn man dich hocherhebt und preiſt Und wenn man dich verklagt,

Wenn man dir Freude, Glück, verheißt, Vorher dir Leiden ſagt:

Stets regt ſich innig tief in mir

Ein ſehnendes Verlangen,

Stets richtet ſich mein Blick nach dir Und hängt an dir gefangen.

Triumphgefühl und Freudigkeit, Erbangen, Sorge, Schmerz,

Sie alle führen allezeit

Zu dir mich, liebes Herz.

In trübem wie in heiterm Schein, In Wonnen und in Leiden

Iſt gleich dein Zauber: ich bin dein, Nichts kann von dir mich ſcheiden!

Wie oft du geweilt bei der Süßen, Schönen, Stets klopfenden Herzens zu ihr dich ſehnen; Wie oft dein Aug' an ihr gehangen,

Stets glühend wieder nach ihr verlangen; Wie oft du ſie küſſend durfteſt umwinden, Stets tiefere Leidenſchaft empfinden!

Wenn dir's verſagt iſt, ſie zu ſehen,

In innigem Herzeleid vergehen,

Und jede Secunde verloren achten,

Wo ihre Augen dir nicht lachten!

Im Glücke ſelbſt ein Sehnen fühlen,

Durch keine holde Gunſt zu kühlen,

Und Herz an Herz, im höchſten Entzücken, In ihr noch ein fernes Gut erblicken,

Ein Ideal, der Sonne vergleichbar,

Stets unerreicht und unerreichbar Das, das iſt Liebe, die Krone des Strebens, Die höchſte Wonne des Erdenlebens!

Du ſehneſt dich, es bebt dein Herz Im Innerſten getroffen,

Und höllenab und himmelwärts Reißt Fürchten dich und Hoffen.

Gewinnſt du nur die kleinſte Gunſt, So jubelſt du im Glücke,

Doch wandelt Zweifel ſie in Dunſt, Geht alles Heil in Stücke.

Du krümmſt dich und du windeſt dich Bang zwiſchen Stolz und Liebe; Wohin du gehſt, du findeſt dich Ein Raub erglühter Triebe.

Gedanken wirr, ein ganzes Heer, Sind deines Wegs Begleiter,

Der Sorgen unerſchöpftes Meer Wogt unabläſſig weiter.

2 Noveſſen⸗Zeitung.

ALBUM.

⁴₰e

Melchior Meyr.

Was gehen mich die hohen

Gedichte von Melchior Meyr. Berlin.

Verlag von Julius Springer. 1857.

b

n. Jahrg. N 9)

Da haſt du's nun, du hoher Geiſt, Der du ſo ſtark dich fühlteſt,

In fröhlich leichtem Spiele dreiſt Den ſtolzen Muth dir kühlteſt!

Daß du in männlichfreiem Gang

D Durch's Leben gingſt ſeit Jahren, Das konnte vor dem höchſten Zwang

Mit nichten dich bewahren.

Geiſtvollen Schönen an! An Sie mögen unbeläſtigt lh Fortwandeln ihre Bahn. vertraut N Nl Von ihnen glüht ja keine nich woh

Für mich in holdem Brand!

Sie ſind mir Schattenbilder, könnan, Hingleitend an der Wand. dnation mäßige

Nur die Geſtalt, die Liebe wema Herführt zum Wonnekuß, ſe F Sie lebt mir und es lächelt. 3 N Aus ihr ein Geni 5 Muſik unzwe

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Das Antlitz überfließt:

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