eingerichtet, vielmehr in Handlung und Scenerie alle ſo
einfach wie möglich, durch ein ganz kleines Perſonale dar⸗ nicht ſtören,
Novellen⸗Zeitung.
geſtellt wurden, übten dieſelben,— wahrſcheinlich nur durch die Fremdartigkeit der Gattung, die wie alles Neue
reizte,— ein halbes Jahr hindurch ihre Anziehungskraft auf ein großes Publicum. Eins der beliebteſten jener un⸗ bedeutenden Stückchen:„Der ſchottiſche Mantel“ erfreute
ſich vorzüglich günſtiger Aufnahme bei der vornehmen und
literariſchen Welt. Und in dieſem war es wieder vorzugs⸗ weiſe ein einfaches Lied, worin ein armer verſchmähter Magiſter ſeine wehmüthig-ſüßen Gefühle einem Blumen⸗ ſtrauße anvertraut, welches Wiederklang in dem leicht empfänglichen Herzen der Wiener und Wienerinnen erregte.
Wir wohnten,— wie reiſende Komödianten pflegen, wenn ſie eben umherziehen, ſich ein Neſt zu ſuchen,— den
Wandervögeln auf Bäumen nicht unähnlich, in einer auf
gutes Glück meublirten Wohnung, umgeben von Kiſten, Koffern, Hutſchachteln, Theaterſtaat, Partituren, Orcheſter⸗ ſtimmen und Manuſcripten, unter welchen gute Ordnung nicht immer zu erhalten war, bei aller Fürſorge weiblicher Hände. Beſuche, die uns im Laufe des Tages zu Theil wurden, fanden uns etwa ſo leidlich vorbereitet, ſie anſtän⸗ dig zu empfangen. Nur gar zu zeitig durfte Niemand kommen. Schauſpieler, die den Abend vorher bis zehn Uhr auf den Bretern ſtanden, dann bis gegen Mitternacht am Tiſche ſaßen, beim traulichen Mahle, dem ſich wohl öfters Witthauer, Bauernfeld, Grillparzer, Raimund— oder ein anderer Freund geſellte; ſolche ſind keine paſſio⸗ nirten Frühaufſteher, wie begreiflich. Nun geſchah es aber eines Morgens, daß bei wildem Schneegeſtöber, wo die Sonne beim beſten Vorſatze, Tag zu machen, dieſe Auf⸗ gabe Glock' zehn noch nicht ins Reine gebracht hatte, eine Equipage unten vorfuhr, aus welcher zwei Damen zu uns emporſtiegen, trotz aller Warnungen unſerer mit aufge— hobenen Armen Widerſtand leiſtenden Cameriera eindrangen und in unſern Milchkaffee fielen, ehe wir noch das erſte
„Kipfel“ verzehrt hatten.„Ich bin— laſſen Sie ſich n ich ſetze mich zu Ihnen,— ich bin Frau von Hammer; wir waren geſtern im Theater. Mein Mann hat das höchſte Wohlgefallen an Ihren Liedern gefunden; er iſt mit dem: Ich klag's euch, ihr Blumen! geſtern ſchlafen gegangen und heute wieder aufgeſtanden. Ich weiß ihm eine große Freude zu machen, wenn ich ihn mit Ihnen Beiden überraſche; Sie dürfen mir die Freude nicht ver⸗ derben; Sie müſſen heute Mittag bei uns eſſen. Aber Sie müſſen auch geſtatten, daß ich Sie meirem Manne unter fremdem Namen vorſtelle. Wir wollen ſeyn, ob er Sie aus Ihren Stimmen erkennen wird.“
Ich fand die Propoſition ſeltſam, denn ich hatte das „Hammer“ überhört und wähnte, es ſei eine der gewöhn⸗ lichen Invitationen, wie ſie Schauſpielern und Theater⸗ ſchriftſtellern, welche juſt auf kurze Zeit in der Mode ſind, durch eitle, aufdringliche Modethuerei häufig zugemuthet werden und in ihrer ſcheinbar ſchmeichelhaften Auszeich⸗ nung eigentlich eine beleidigende Geringſchätzung verbergen. Ich fragte alſo ziemlich kalt: Mit wem hab' ich die Ehre?.. „Hammer heißt mein Mann!“— Hammer?—„Ja, Joſef von Hammer!“— Ah, das ändert die Sache;
dieſer Hammer ſchlägt gewaltig an mein Ohr. Joſef von Hammer! Natürlich ſtehen wir zu Befehle. Aber,
gnädige Frau, mit der Myſtification wird es nichts ſein; ich bin Ihrem Herrn Gemahl ſchon bekannt außer der Bühne, traf mit ihm vor etlichen Tagen bei Baronin Pereira zuſammen...
„Wenn Sie ſonſt keinen Kummer haben, mein lieber Holtei, können Sie ſich ruhig als Kaiſer von Marocco präſentiren laſſen. Mein Mann iſt ſo prächtig zerſtreut, daß mit ihm jedweder Scherz dieſer Art gelingen muß. Uebrigens iſt es bei uns hübſch dunkel und ich werde Sorge tragen, daß wir ein Viertelſtündchen ohne Kerzen bleiben. Da wir um vier Uhr diniren, haben wir Finſterniß nach Herzensluſt. Alſo, Sie kommen?“
Heine hat von ihm geſagt: er iſt eine leidenſchaftliche Seele und
ich bin überzeugt, daß er eines Tages die Popularität Schiller's
erobern wird, deſſen präſumtiver Erbe er iſt.“
Das Urtheil des Pariſer Biographen iſt ein anerkennendes, zum Theil begeiſtertes, wenn er auch die Extravaganzen dieſes ungezogenſten Lieblings der Grazien dabei nicht verkennt. Unter Anderem ſagt er:„Man ſollte glauben, daß die Werke dieſes Poeten von ſämmtlichen Staaten Deutſchlands aufs Strengſte verboten ſeien, in dieſem Lande der Vorſicht, in dem die intellectuelle Grenzſperre ſtets ſo ſchnell Alarm ſchlägt! Aber nein. Alle Einwohner des blonden Deutſchland ſind von einer antediluviani⸗ ſchen Unſchuld: ſie glauben, nur die Dinge ſeien gewichtig, die man mit Gewichtigkeit ausſpricht, und ſo trinken ſie dieſes feinſte
Gift mit einer bewunderungswürdigen Gemüthsruhe. Das, was
Lachen erregt, ſo denken ſie, kann nie ſo deſtructiv ſein, wie das, was Zorn veranlaßt, und ſo verzeihen ſie ihrem Heine Alles.— Wir hörten ihn zu einem ſeiner Landsleute ſagen:„Wie ſchade! Wenn er ernſt ſein wollte, dann könnte er der größte Dichter werden!“— Aber wie ganz anders verhält ſich die Sache in der That!— Freiligrath und ſo manche Andere, die es ernſt meinten, ſind auf den überrheiniſchen Index verwieſen, während die Werke von Heinrich Heine völlig freigegeben ſind“ u. ſ. w.
Iſt unſern Leſern das Motiv bereits bekannt, aus dem Hein⸗ rich Heine ſich hat taufen laſſen?— Herr Mirecourt erzählt: Als man den Dichter frug, warum er Chriſt geworden ſei, ſagte er: „Ich fand es unerträglich, dieſelbe Religion zu haben wie Roth⸗ ſchild, ohne doch ſo reich zu ſein wie er. Um es zu werden, hätte ich ſo arm an Geiſt ſein müſſen wie er, und dazu könnte ich mich nie verſtellen!“
durch Einwanderung erfolgt ſein.
Statiſtiſches aus Paris.
Die neueſten ſtatiſtiſchen Unterſuchungen in Frankreich haben faſt in allen Departements eine Abnahme der ländlichen Bevölke⸗ rung dargethan. Seit den letzten fünf Jahren, die ſich durch theilweiſe Mißernten kennzeichneten, hat die Auswanderung in⸗ ſonderheit zugenommen, weil die Ernährung durch ländliche Ar⸗ beiten ſchwieriger geworden. Frankreich zählte 1836 33,540,910 Einwohner;— 1841 34,194,875;— 1846 35,400,486;— 1851 35,781,628;— 1856 36,039,364 Einwohner. Dieſe ganze Zu⸗ nahme der Bevölkerung fällt auf die Städte, denn man braucht nur die Einwohner der 25 größten Städte nachzuſehen, und man wird finden, daß jede um ein Drittel zugenommen hat. Paris iſt z. B. in fünf Jahren um 300,000 Einwohner gewachſen; es zählt jetzt 1,500,000 Einwohner. Dieſe ganze Zunahme muß Denn es wurden in Paris
im Jahre 1846 geboren 33,387 und es ſtarben 28,283 1847 32,750 39,583
1848 32,981 29,524
1849 30,141 47,799
1850 40,445 33,540
169,704 169,739,
Die Todesfälle überſtiegen alſo in fünf Jahren die Geburten um 35. Die 1,070,798 Seelen, um welche ſich ſeit 15 Jahren die Einwohnerzahl der hauptſächlichſten Städte Frankreichs vermehrt hat, ſind ſo der ländlichen Bevölkerung entzogen, und es iſt gerade der arbeitskräftige Theil von der Einwohnerſchaft des flachen Landes, der ſich ſo den Städten zuwendet.
III. Jahrg.
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