Anerkennung gewidmet. Die Neue Zeitſchrift für Muſik iſt es ferner geweſen, die zuerſt in Deutſchland für Berlioz in die Schranken trat, zu einer Zeit, als man— mit we— nigen ehrenvollen Ausnahmen— allgemein noch deſſen große Kunſtſchöpfungen für künſtleriſche Extravaganzen hielt. Mit welchem Intereſſe dieſelbe endlich auf die Be⸗ ſtrebungen der jüngeren Talente überhaupt eingegangen, dafür liefern R. Schumann's neuerdings erſchienene geſam⸗ melte Schriften, welche die in ihr veröffentlichten Aufſätze deſſelben enthalten, aufs neue einen ſchlagenden Beleg.
Auch unter der gegenwärtigen Redaction hat die Neue Zeitſchrift für Muſik dieſe Aufgabe unverrückt im Auge behalten, und die Aufmerkſamkeit derſelben mußte ſich dem⸗ nach zuerſt auf R. Schumann ſelbſt wenden, der damals zwar als Schriftſteller, als geiſtvoller Kritiker anerkannt war, als Componiſt aber nur noch einen ſehr kleinen, auf die nächſte Umgebung beſchränkten Kreis von Verehrern hatte. In demſelben Maße waren die Beſtrebungen auf die Wiederbelebung der Schöpfungen vergangener Jahr⸗ hunderte gerichtet, es galt ein erhöhtes Intereſſe für die Geſchichte der Muſik zu erwecken und, hierdurch unter— ſtützt, eine objectivere, wiſſenſchaftlichere Auffaſſung der Tonkunſt und ihrer Entwickelung— gegenüber einer blo⸗ ßen Gefühlsäſthetik, wie ſie damals allgemein noch üblich war— anzubahnen.— In den letzten Jahren iſt es ins⸗ beſondere das Intereſſe für Richard Wagner's Schriften und Kunſtſchöpfungen, Franz Lißzt's allſeitiges großes künſtleriſches Wirken geweſen, welches die gegenwärtige Redaction— eine zeitlang ſogar überwiegend— beſchäf⸗ tigt hat. Die Neue Zeitſchrift für Muſik trat auf dieſe Weiſe in eine Parteiſtellung, obſchon nicht in jenem be— ſchränkten Sinne, demzufolge— aus Mangel an Ueberblick— überwiegend einſeitige Prin⸗ cipien vertreten werden, ſondern in jenem höhern Sinne, in welchem dem Hangen am Alten und der Geiſtesträgheit gegenüber der Fortſchritt, dem Irrthum gegenüber die Wahrheit Parteiſache ſind. Die Mitwirkung der hervor⸗ ragendſten Talente der Gegenwart hat dieſelbe in den Stand geſetzt, dem Ziele, welches ſie auf dieſe Weiſe ſich geſtellt hatte, immer näher zu kommen, aber auch angeſichts dieſer Aufgaben iſt die gegenwärtige Redaction, ganz im Sinne R. Schumann's, ſtets bemüht geweſen, ſoweit an— dere bemerkenswerthe Leiſtungen zu ihrer Kenntniß kamen, dieſen ihre volle Aufmerkſamkeit zu widmen, und die Wei— terentwickelung der Kunſt allſeitig zu unterſtützen.
Die Tendenz der Neuen Zeitſchrift für Muſik iſt ſonach eine reformatoriſche. Zweck und Ziel derſelben iſt, die Regeneration, welcher die Kunſt nach allen Seiten be⸗ darf, zu fördern und entſchieden zu vertreten. Sie hat ſich die energiſche Bekämpfung des Ueberlebten und Lebens⸗ unfähigen, die principielle Oppoſition gegen die Gegner einer allſeitigen, freien und ſelbſtſchöpferiſchen Entwicke⸗ lung zur Aufgabe geſtellt.
Die von ihr aufgeſtellten Principien werden in der
Zeitſchrift zunächſt in Leitartikeln vertreten, welche an der Spitze des Blattes ſtehen und ſich über alle Gebiete
ſei es aus Abſicht oder
Noyvellen-Zeitung.
der Kunſt, von äſthetiſcher, hiſtoriſcher, allgemein theore⸗
LIII.Jahrg.
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tiſcher und ſpeciell praktiſcher Seite, möglichſt gleichmäßig
zu verbreiten ſuchen.
Den Zweck, welchen die Leitartikel in genetiſcher Weiſe verfolgen, ſucht die Kritik auf analytiſchem Wege zu errei⸗ chen. Die bedeutenden Erſcheinungen der Literatur und Kunſt werden in längeren Aufſätzen beſprochen, die weni⸗ ger bedeutenden im„Kritiſchen Anzeiger“ zwar kurz, aber möglichſt vollſtändig berückſichtigt.
Die Correſpondenzen aus den vorzüglichſten mu⸗ ſikaliſchen Centralpunkten Europa's ſind keine ängſtliche Regiſtrirung aller muſikaliſchen Productionen, ſondern be⸗ ſprechen in freier Weiſe theils nur die bervorragendſten muſikaliſchen Ereigniſſe, theils ſchildern ſie das eigentliche innere Muſikleben jener Städte und Provinzen.
In die Correſpondenz der„Kleinen Zeitung“ wer⸗ den diejenigen von den oben genannten Correſpondenzen aufgenommen, welche einzelne Fälle beſprechen, oder kür⸗ zere briefliche Nachrichten geben. Das Leipziger Mu⸗ ſikleben(Concerte und Opern) wird hier vollſtändig be⸗ rückſichtigt.
Unter dem Titel„Vermiſchte Artikel, Aphoris⸗ men“ bietet ferner die„Kleine Zeitung“ kürzere Leitarti⸗ kel, in denen bedeutſame Ereigniſſe des Tages beſprochen, ſchwebende Fragen behandelt werden.
Die Rubriken:„Tagesgeſchichte“ und„Vermiſch⸗ tes“ geben kurze Notizen über neue Opern, Aufführungen, Reiſen, Engagements, Auszeichnungen, Beförderungen, Todesfälle, literariſche und muſikaliſche Novitäten, doch wird ſowohl hier, als in den Correſpondenzen nicht das Princip einer intereſſeloſen Vollſtändigkeit, ſondern das der Bedeutung der Ereigniſſe feſtgehalten. Nur das friſche Leben der Gegenwart, nicht jede Regung veralteter Zuſtände kann Berückſichtigung finden.
Hin und wieder werden Muſikbeilagen beigegeben. So enthalten die neueren Jahrgänge Beilagen von F. Liſzt, J. Joachim, H. v. Bülow, R. Franz, Th. Uhlig, Th. Twietmeyer, G. Flügel, A. G. Ritter, R. Wagner, R. Volkmann u. A.
Die Neue Zeitſchrift für Muſit liefert wöchent⸗ lich 1 Nummer von 1 oder 1½ Bogen. 26 Nummern bilden einen Band. Der Preis des Bandes iſt 21 Thlr. Der Jahrgang umfaßt zwei Bände mit Titel, Inhaltsver⸗ zeichniß und Muſikbeilagen.
Inſerate, Anzeigen neuer Muſikalien und Bücher, Engagementsgeſuche, Verkauf von Inſtrumenten u. ſ. w. werden gegen die Inſertionsgebühren von 2 Ngr. für die Petitzeile aufgenommen, Beilagen der Verlagswerke einzel⸗ ner Handlungen gegen eine billige Vergütung beigegeben.
Alle Verlagshandlungen werden um gefällige baldige Einſendung ihrer Werke zur Beſprechung erſucht, da nur eingeſandte Werke Berückſichtigung fin⸗ den können.
Abonnement nehmen alle Poſtämter, Buch⸗, Mu⸗ ſikalien- und Kunſthandlungen an.
Leipzig, im Januar 1857.
Die Verlagshandlung von C. F. Kahnt.
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Hürr in Leipzig.— Druck von Gieſecke a Devrient in Leipzig.
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