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Phosphorus Holſunder. V
Eine beherzigenswerthe Geſchichte.
(Schluß.)
Herr Hollunder trat herein, von einer Bräutigams-⸗ glorie umſtrahlt, küßte erſt herzhaft der Mutter, dann ſchüchtern der Tochter die Hand und ſagte:
„Wie froh macht es mich, Freunde und Bekannte nun⸗ mehr an meinem Glücke Theil nehmend zu wiſſen und den hohen Gewinn meines Lebens nicht mehr in meinem Her⸗ zen verſchließen zu brauchen. Die Verlobungskarten, deren Beſtellung Sie mir gütig überließen, meine verehrte Mutter, ſind geſtern Abend ſpät noch von Leipzig ange⸗ fommen; ich habe ſie heute Morgen den Bekannten in Ihrem Namen zuſtellen laſſen und erlaube mir nun, die zur Verſendung in die Ferne beſtimmten Ihnen zu über⸗ reichen.“
Err legte bei dieſen großer Befriedigung
Worten mit einem Blick, der neben eine heimliche Ueberraſchung aus⸗ drückte, ein Päckchen auf den Tiſch, das Frau von Horneck öffnete. Schnell aber wendete ſie ihre Augen ängſtlich auf die Tochter, welche beim Anblick der herausfallenden Blät⸗ ter leichenblaß geworden war und, ohne ein Wort zu ſagen, mit raſchen Schritten das Zimmer verließ. Hollun⸗ der ſah ihr mit banger Verwunderung nach. Wie konnte der einzige Blick ſo ergreifend gewirkt haben? Die roſa glacirten Karten enthielten in der Mitte die übliche An⸗ zeige der Baronin von Horneck, geb. Freiin von Schwein⸗ chen, von der Verlobung ihrer einzigen Tochter Blanka mit dem Herrn Ernſt Phosphorus Hollunder. Aber der ganze Raum bis zur Schrift war von einer Randzeichnung in Golddruck ausgefüllt, welche der kunſtſinnige Bräuti⸗ gam eigenhändig entworfen hatte. Als Mittel⸗ und Eck⸗ ſtücke prangten größere Embleme: eine aufgehende Sonne, ein Tempel, eine Ritterburg von einem Hollunderbaum umrankt, die verſchlungenen Wappen der Horneck und Schweinchen, und zwiſchen ihnen wand ſich eine Arabeske, in welcher allerlei Sinnbilder der Zärtlichkeit und des Glücks, als: Roſen und Füllhörner, lodernde Flammen,
flatternde Täubchen, Herzen und verſchränkte Hände, Amo⸗ eilig geweſen; bei dem erſten kleinen
retten und Schmetterlinge durch ſich fortwindende, blühende Hollunderzweige verbunden waren. Frau von Horneck ſah eine Weile ſchweigend vor ſich nieder, und der arme Hollunder fing an zu ahnen, daß er den Geſchmack der edlen Dame nicht ſonderlich getroffen habe. Endlich ſagte ſie:
„Eine zierliche Arbeit, wohlgeeignet für ein Album⸗
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Folge.
blatt! Indeſſen, verzeihen Sie, lieber Sohn, zu dem gegen⸗ wärtigen Zweck wäre mir ein einfaches Billet lieber ge⸗ weſen. Eine Anzeige iſt keine Demonſtration der Freude, und Zierrathen am unrechten Ort müſſen billig vermieden werden. Ueberhaupt, mein guter Hollunder, geſtatten Sie wohl bei dieſer Gelegenheit der, welcher Sie ſo be⸗ reitwillig Mutterrechte über ſich eingeräumt haben, den Rath, recht ſchlicht und einfach in Ihrem Auftreten zu ſein, wenn Sie den in beſcheidenen Verhältniſſen herangebilde⸗ ten Sinn meiner Tochter nicht durch einen allzugrellen Ab⸗
ſtand beängſtigen wollen.“
„Ich glaube Sie zu verſtehen, meine verehrte Mutter,“
ſagte der gute Hollunder,„Sie ſind ſehr nachſichtig, ſehr! Ich fühle, was mir fehlt, um fähig und würdig zu ſein,
Blanka zu beglücken. Ach, ermüden Sie doch nicht, durch Ihren Rath die Mängel meiner Erziehung zu ergänzen.“
Frau von Horneck blickte ihn gerührt und gütig an, und unſer Freund entfernte ſich, betrübt über das Nichtwieder⸗ erſcheinen der Geliebten, betrübter über den Grund des⸗ ſelben.
Die Mutter ging in die Nebenſtube, in welcher Blanka unter erſtickenden Thränen und händeringend auf ihrem Bette ſaß, und ſuchte das aufgeregte Kind zu beruhigen.
„Der Fluch dieſer Lächerlichkeit richtet mich zu Grunde!“ rief dieſe ganz außer ſich,„man wird mit Fingern auf mich weiſen, wie ſoll ich es wagen, den
Leuten wieder unter die Augen zu treten!1⸗³
„Lächelnd und unbefangen, mein Kind,“ antwortete die Mutter,„mit dem Bewußtſein richtiger Schätzung einer kleinen Geſchmacksverirrung.“
„Klein, Mutter, klein? und lächeln zu ſolcher Narre⸗ thei, wo man vor Scham in die Erde ſinken möchte!“
„Du übertreibſt, Blanka! Ach, welche Frau hätte nicht irgend einmal gute Miene zu böſem Spiel, wie oft ſelbſt zu Thorheit und Frevel ihres Gatten zu machen! Welcher Frau läge es nicht ob, den Verirrten auf irgend eine Weiſe allmählich auf richtige Bahnen zu lenken, nicht nur in Lappalien wie hier!“
Da ſich aber das junge Mädchen nicht beſchwichtigen ließ, ſagte ſie endlich:
„Ich fürchte, wir ſind mit unſerer Entſchließung zu wenn Dein Widerſtreben ſo tief wurzelt, Dir Anlaß ſchon Muth und Selbſtüber⸗
irwung gebricht, wie es in dieſem Augenblicke ſcheint, ſo wäre es Sünde, das Glück eines guten Menſchen auf das Spiel zu ſetzen. Noch iſt es Zeit zu einer Ablehnung. Man darf keine Aufgabe übernehmen, für welche man den Mangel ſeiner Kraft erkennt, zumal wenn man nicht ſich allein für den Erfolg verantwortlich iſt. Ich habe Dich


