Jahrgang 
01-26 (1857)
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V Lied.

O, es war eine ſchöne, ſchöne Zeit

Der Rhein floß ſtolz, der Rhein floß grün, Und wir fuhren in Jugendſeligkeit,

Die Herzen ſo voll, der Muthe ſo kühn

O, es war eine fröhliche, fröhliche Beit Die Mädchen blühten ſo jung, ſo ſchön; Es war als flöſſ' in Ewigkeit Der rothe Morgen um alle Höh'n;

Als gingen nimmer die Lieder aus,

Als welkte nimmer der kecke Muth- Verklungen iſt längſt der tolle Braus,

Ringsum ward's ſtill, ſtumm zieht die Fluth.

Die Jugend ſchwindet, die Freude flieht,

Manch Leben verrauſchte, manch Leben verrann

Ein einſamer Vogel ſchweift mein Lied Um den einſam rauſchenden wilden Tann.

In der Bucht.

Es hüllt d dunkle Wald uns ein: Die Ruder e platſ ſchern matt und leiſe; Kaum, daß von Oben noch herein Der Mond beſcheint die ſtille Reiſe. e Blume träumt in ſtiller Pracht, Dos ſingen leis die ſchönen Frauen Wer möchte wohl nach ſolcher Nacht Noch wünſchen je den Tag zu ſchauen!

Der Sonnenaufgang.

Es flieht der Nebel tiefes Grau, Die Lerche rüſtet ſich zum Schlagen. Jetzt waſch' den Blick im Mor rgent hau, D

Die Bonnenröthe zu ertragen!

Wünſch' nicht zurück die laue Nacht,

Wie ſehr ſie ſchmeichelt deinen Sinnen! Wenn erſt das Morgenroth erwacht,

Wird's freudig warm die Welt durchrinnen.

Wohl zieht es jetzt noch bitter kalt, Und mancher zittert ſcharf durchfroren; Hell glänzt der Reif von Höhn und Wald,

Vom winterlichen Wehn gebo geboren.

Gleichviel, ob in dem düſtern Thal Ein ſchwaches Pflänzlein wird getödtet, Wenn nur mit hoffnungswarmem Strahl Das junge Tageslicht ſich röthet!

Dichterſtimmen der Gegenwart⸗ Eine Sammlung vom Felde der deutſchen Lyrik ſeit 1850. Herausg. von Karl Weller. Leipzig, H. Hübner. 1856.

V Alerander

lIII. Jahrg.

Kaufmann.

Vorüberfahrt.

Der Dämpfer kommt; ein Mädchen ſchaut So prächtig nieder vom Verdecke, Doch in den Buchten wird es laut, Es rauſcht ein Nachen um die Ecke.

Friſchkeckes Volk von Buben drin, Die raſchen Flugs vorüberfahren; Das ſchöne Miͤdehen beugt ſich hin Und winkt und grüßt:Glück zu, Korſaren!

Die Buben jauchzen luſt'ger Klang! Die Ruder klatſchen, Flaggen rauſchen D

as ſchöne Mädchen ſchwand ſchon lang, Doch immer noch die Buben lauſchen.

Nebelmorgen.

Von Unten hör' ich Hähne luſtig kräh'n. Es zittern Glocken, Roßgeſpanne ſchaudern: Als müßt. ein Strom in grauer Tiefe gehen, Soeklingt wie Wellenlieder ſüßes Plaudern.

Bisweilen bricht des Nebels dichter Flor, Dann rauchen Dörfer, ſteigen Felſenſpitzen, Doch wieder zieht's den düſtern Schleier vor, Und anders wo im Nebel ſeh' ich's blitzen:

Schau dort das Eiland, das in ſtiller Nacht Der jungen Liebe letzte Raſt bereitet, Wie mit der Perle lichter Wunderpracht Es blühend ragt, vom blauen Strom umgleitet!, O, O, ſieh die Linden, ſieh das Kloſterthor, O, ſieh die Laube, drin wir heimlich lauſchten, Als Mond und Stern' in zauberhaftem Chor Dort mit den Wellen heiße Küſſe tauſchten!

Als ſüß: im Buſch das liebe Vöglein ſchlug, Als Düfte zogen auf beglücktem Eiland! Doch weh; es kommt ein neuer Nebelzug, Das Bild iſt fort, und düſter iſt's wie weiland.

So wer erklomm des Lebens letzte Höh'n, Sieht unter ſich das längſt verlebte Leben, Aus dem, wie heute durch der Nebel Wehn, Sich hier und dort die alten Bilder heben. Den Schauenden ergreifts mit Leid und Luſt, Er ſie eht das Dorf, drin er gelebt vor Zeiten, Es hebt der Strom ſich aus dem Nebelduſt, Sein luſtig Schifflein ſieht er wieder gleiten.

Er ſieht die Menichen wieder ſchwer geplagt, Er hört ihr ingſtlich ärmliches Getriebe; Doch plötzlich über Noth und Jammer tagt

Das holde Eiland ſeiner treuen Liebe!

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