Neue Lieder.
Auch der Schmerz iſt Gottes Bote; ernſter Mahnung heil'ge Worte Bringt er uns und öffnet leiſe tiefgeheimer Weisheit Pforte.
Aber unſer irrend Auge, vielgetrübt vom Staub der Mängel, Nicht erkennt es in der dunkeln Schattentracht ſogleich den Engel.
1 Daß ſein bittrer Kelch uns fromme, ach, es dünkt uns eitles Wähnen, Und das eigne Heil mißachtend, grüßen wir's mit heißen Thränen.
Durch die dunkeln Schleier brechen Silberflügel klar getheilet,
——
Nun will der Oſt ſich lichten, Die Hähne krähn von fern, Und über ſchwarzen Fichten Erglänzt der Morgenſtern.
Und wie das Haar mir ſtreifen Die Lüfte, kühl erwacht,
Da mag ich's kaum begreifen, Daß ich geweint zu Nacht.
Zergangen iſt mein Trauern, Ich fühl' es tief zur Friſt, Wie du in dieſen Schauern, O Herr, mir nahe biſt.
Und deines Friedens ſelig, Mit ruhig heiterm Blick,
In deine Hand befehl' ich Auch dieſes Tags Geſchick.
Wohl flog mit rothen Wimpeln einſt Mein Schiff in junger Zeit;
Dann kamen Sturm und Wetter, Da trug ich ſchweres Leid.
Doch wie der frühe goldne Traum Zerging des Kummers Laſt; Nun ſchau' ich nach den Sternen Vom Steuer, ernſt gefaßt.
Was immer kam, ich hab's erkannt, Am letzten war es gut;
Das hat mein Herz gegürtet
Mit einem feſten Muth.
Fahr' zu, mein Schiff, fahr' fröhlich zu Durch Glanz und Nebelrauch!
In deinen raſchen Segeln
Der Wind iſt Gottes Hauch.
Nun ſich Laub und Knospe dehnen Und der Wald in Veilchen blüht, Glüht auch mir das alte Sehnen Wie ein Feuer durch's Gemüth.
Neue Gedichte von Emanuel Geibel.
Erſt wenn ſcheidend der Verhüllte wiederum ſich von uns wendet, Sehn wir plötzlich über'm Haupt ihm eine Glorie, die uns blendet.
Und die Seele ahnt es ſchauernd, welch ein Gaſt bei ihr geweilet.
Novellen⸗Zeitung.
₰ns
Emanuel Geibel.
Stuttgart und Augsburg.
„Ich ſpüre, wie ich's ſchaue,
[III Jahrg.
Ruhig ſind nur die da ſtarben; Herz, du ſpürſt zu dieſer Friſt An dem Brennen deiner Narben, Daß du noch lebendig biſt.
Ueber der dunkeln Heide
Wie weit, wie klar die Nacht! Mein Aug' in ſtiller Weide Verſinkt in ihrer Pracht.
Aufblinkend fließt durch’'s Blaue Wie Gold der Sterne Zug;⸗
Der Erde leiſen Flug.
Das Haupt zurückgebogen, Emporgeſpannt den Blick, Fühl' ich's in mir wie Wogen Leis flutender Muſik;
Als käm' ein Widerhallen Von jenen Harmonien, Darin die Sphären wallen, Durch meine Bruſt zu ziehn.
Laß dich nicht gereun der Thränen, Die du liebend einſt geweint; Unverloren blieb dein Sehnen, Ob du's anders auch gemeint.
Was als Blume du zu pflücken Allzu raſchen Sinns geglaubt,
Sieh, nun flammt's, dich zu entzücken,
Dir als Sternbild über'm Haupt.
O laßt mir meine ſtille Weiſe, O reißt mich nicht hervor ans Licht! Mich dürſtet nicht nach eurem Preiſe, Und eure Bahn iſt meine nicht.
Dem Sänger ſind genug der Schlingen Vom eignen heißen Blut gelegt;
Es frommt das Maß in allen Dingen, Und doppelt, wo man Geiſter wägt.
Iſt dieſer Bruſt ein Ton beſchieden,
Der ſtimmt in eures Herzens Schlag: Wohlan, ſo gönnt mir Raſt und Frieden Daß ich ihn voll verſtrömen mag.
Doch nicht, wo bei der Kerzen Funkeln Den Reigen wilde Laune führt,
Der Gott hat immer nur im Dunkeln Die Seele tönend mir berührt.
Er flieht die Stätten, wo die Menge Sich Götzen formt und dann zerbricht; Drum laßt mich werth ſein ſeiner Strem Und reißt mich nicht hervor ans Licht.
J. G. Cotta'ſcher Verlag. 1856.
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