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Erzählung fü
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52.]
Dritte
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O gönne mir, daß um die ſchöne Schuld
Ich weine; Wie warſt Du hold in Deiner Liebeshuld,
Du Meine!
Wie warſt Du ſchön in Deines Sträubens Beben! Wie herrlich warſt Du in der Leidenſchaft! Jetzt biſt Du ſtill, und ich bin tugendhaft, Und Gott hat Dir und Du haſt mir vergeben.
Zum letzten Male lag ich zitternd Dir
Zu Füßen; Jetzt wollen höflich als zwei Fremde wir
Uns grüßen. Die Lieb' iſt aus, vergangen iſt die Jugend, Verlöſcht die Flamme unſtrer ſelbſt— die Pflicht Erleuchtet uns den Pfad mit kaltem Licht— O, ſüßer iſt die Sünde als die Tugend.
Rege).
Wenn Abends es läutet das Ave Marie,
Und wenn es zerdrücket mein Herz und mich Und nieder mich wirft auf das trotzige Knie, Für wen ſollt' ich beten, wenn nicht für Dich?
Und wenn ich werde am Tode ſein
Und der Himmel klingend ſich aufthut für mich, Und wenn ich werde im Himmel ſein,
Für wen werd' ich beten? Allein für Dich. Wenn Du die blendende Stirne ſenkſt,
Wo die Roſe niederduftet auf Dich,
Und mit Gedanken der Engel denkſt,
An wen magſt Du denken? Ach, nicht an mich.
Und wenn am Altar Du einſam biſt
Auf dem grauen Stein mit den weißen Knien,
Und die Jungfrau Deine Vertraute iſt,
Für wen magſt Du beten? Verzweiflung— für ihn!
*) Regina. Die wirkliche Liebe Serdan's, wenigſtens, der Schrift nach, die letzte, welcher er Lieder geweiht. Ob es die letzte geblieben wäre? Er ſtarb mit ſechsundzwanzig Jahren, das pflegt ſonſt noch nicht das Alter des Ausſeins zu ſein. Und doch iſt es möglich, daß er mit ſich gar zu ſchlechte Oekonomie getrieben und wirklich ſchon inner⸗ lich Bankerott gemacht hatte.
folge.
Wenn Du mir ein Mal nur geſagt ein Wort
Des Mitleids und des Troſts, dann lohnt' es ſich Der Mühe noch zu leben, aber niemals
Auch nur ein einz'ges armes kleines Wort!
Nicht: ich beklage Dich, und nicht: ich denke
Am Abend manchmal Dein, und nicht: ich möchte, Daß anders ich für Dich empfinden könnte
Nein, nie ein einz'ges armes kleines Wort!
Das Lenzgrün meiner Jugend färbt ſich gelb,
Die Lippen, welche blühen ſollten, welken),
Das heiße Herz verkohlt ſich in ſich ſelbſt,
Und nie ein einz'ges armes kleines Wort!
O Du Zerſtreute und Du Mitkleidloſe,
Du Sclavin eines Andern, ſoll ich Dich
Gleich einem Bettler flehen um die Gabe
Des einen einz'gen armen kleinen Worts?
Nein, nein— behalt es. Wenn ich Hungers ſtürbe, Ich würde nicht das Brod des Aermern nehmen— Ich, reicher tauſendfach an Lieb', als Du,
Will nicht von Dir das Wort: ich liebe Dich.
Du ſchlafe nicht, ich will es nicht,
Gleich mir ſollſt fiebernd Du wachen, Anzünden müſſen ſollſt Du das Licht, Die Nacht Dir leichter zu machen.
Und ſeh' ich den Lichtſchein blinken bei Dir, So werd' ich freudig es wiſſen:
Sie wacht gleich mir und ſeufzt gleich mir Auf ihren ſchneeigen Kiſſen.
Du blühe nicht, ich will es nicht,
Ich will nicht blühend Dich ſchauen, Erbleichen ſoll Dir das Angeſicht
Vor einem heimlichen Grauen.
Du ſollſt nicht wiſſen warum und woher, Du ſollſt nur ſchauern und zittern,
Der Woge gleich im harrenden Meer
Bei nahenden Ungewittern.
*) Derſelbe Gedanke wie in dem Liede an Hortenſia, aber mit was für einer andern Empfindung ausgedrückt!
zum Vorerzählen und Selbſtleſen. Nebſt einem Vorworte für Eltern und Erwachſene, enthaltend Andeutungen und Winke über das zweckmäßige Spielen und Beſchäftigen der Kinder. Von Clara Hall. Leipzig, Robert Frieſe.
Die Titel dieſer Bücher zeigen ihren Zweck an. Sie alle ſind und lotte a. Zuſtände des verfloſſenen Jahres; einen Handelskalender über
mit zahlreichen bunten Bildern geſchmackvoll ausgeſtattet.
Geſchichte Friedrichs des Großen. Geſchrieben von Franz Kupler. Mit 400 Jlluſtrationen, gezeichnet von Adolf Menzel. Neue durchgeſehene Auflage.— Leipzig, Hermann Mendelsſohn, 1856. 3
Die neue, lieferungsweiſe erſchienene Ausgabe dieſes bekann⸗ ten Prachtwerkes iſt ſeit einiger Zeit vollendet. Für den Preis von 4 Thalern kann ein Jeder dieſe pretiöſen Menzel'ſchen Zeich⸗ nungen ſich für ſeine Bibliothek oder ſeinen Salon anſchaffen.
Illuſtrirter Kalender für 1857. Jahrbuch der Er⸗ eigniſſe, Beſtrebungen und Fortſchritte im Wlkerleben und im Gebiete der Wiſſenſchaften, Künſte und Gewerbe. XII. Jahr⸗ gang. Mit vielen in den Text gedruckten Abbildungen.— Leip⸗ zig, J. J. Weber.
Dieſer von der Redaction der Illuſtrirten Zeitung mit den Mitteln und Verbindungen dieſes großen Journalunternehmens herausgegebene Kalender behauptet ſich auch in dieſem Jahre als der eleganteſte und umfaſſendſte wohl aller ſeiner Concurrenten. Die Redaction ſagt im Vorwort, daß ſie an dem Grundbau des Werkes nichts geändert, ſondern nur auf den Ausbau dieſes neuen Bandes ihren Fleiß verwandt. Die„Illuſtrirte Chronik“ bringt einen Rückblick auf das Staats⸗ und Völkerleben des Jahres 1855;
Literatur⸗, Kunſt-⸗, Feſt⸗, Haus⸗ und Frauenkalender.
Mittheilungen aus dem Hof⸗ und Familienleben der deutſchen Fürſten; einen Militair⸗ und Marinekalender mit Berichten über die Feldzüge in der Krim, in der Oſtſee, in Kleinaſien, über mili⸗ täriſche Erfindungen und Neugeſtaltungen, über die öſterreichiſche und preußiſche Flotte; einen Landwirthſchaftskalender über die
Zoll⸗Conferenzen und Geſetze, über Schifffahrt, Banken, Poſt weſen, Eiſenbahnen, Telegraphie; einen Gewerbskalender über die Pariſer Ausſtellung; einen Kirchen⸗ und Schulkalender über die Entwickelungen des Jahres; einen Rechts⸗, Heilwiſſenſchafts⸗, Das „Statiſtiſche Jahrbuch“ iſt in ähnlicher Weiſe eingetheilt. Sämmt liche Rubriken ſind mit zahlreichen Holzſchnitten begleitet. Im Literaturkalender ſehen wir diesmal die Portraits von Bunſen, Gervinus, Riehl, Freitag und Auerbach, im Kunſtkalender die von W. Schadow, H. Laube, Dawiſon und Adelaide Riſtori.
Der Olymp oder Mythologie der Griechen, Römer und Aegypter, mit Einſchluß der nordiſchen und indiſchen Götterlehre, von A. H. Petiscus. Mit 67 erläuteynden Abbildungen. Zehnte verbeſſerte Auflage. Preis 1 Thlr.„Eleg. geb. 1 ½ Thlr. (Leipzig, Amelang's Verlag.)
Es gibt der Bildungsbücher nicht viele, die über vierzig Jahre ſich die Gunſt des Publicums in ſolchem Maße zu erhalten wuß⸗ ten, als dieſe Götterlehre von Petiscus. Mag es der Stoff ſelbſt ſein, der ſeine ewige Berechtigung in ſich trägt, inſofern als dier kommenden Geſchlechter ſich gedrängt fühlen, das geiſtige und reli⸗ giöſe Denken und Wirken der verſchwundenen zu kennen und zu begreifen, ſo iſt es doch namentlich die Behandlung des Stoffes


