Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
825
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III Jahrg.

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Nr. 52.]

O Deine Locken um meine Hand, Deine lieblichen, luftigenflatternden Locken! So lieblich wie Blüthen, ſo luftig wie Flocken, So flatternd wie ein ſeidenes Band!

O Deine Locken an meiner Bruſt,

Deine duftenden, ruhenden, koſenden Locken! Vor meinem Glücke wär' ich erſchrocken, Ich würde wie blind und krank vor Luſt.

O Deine Locken an meinem Mund,

Deine wallenden, bebenden, lebenden Locken! Es würden Herz und Athem mir ſtocken, Ich würde vergehn und würde geſund.

Wenn ich zu Füßen Dir liegen könnte Ein einzig Mal, ach, ein einzig Mal, Wenn einen Kuß Dein Mund mir gönnte, Wo wäre dann alle meine Qual? Vergeſſen, vergeſſen. Was ſagen mir wohl die Roſen alle Am golddurchflochtenen Gitter dort? Was murmelt der Springquell in der Halle? Ein ernſtes Wort, ein Todeswort: Vergeſſen, vergeſſen.

Die, welche von der Liebe verlaſſen, Die, deren Liebſten im Grabe ruhn, Die, ſo aus Liebe verzweifelnd haſſen, Was ſollten ſie wohl als Weiſeſtes thun? Vergeſſen, vergeſſen. Meine quälende Luſt, mein Dorn im Herzen, Mein blendendes und vernichtendes Licht, Die Du mir gibſt, die ſchneidenden Schmerzen, Ertragen will ich ſie alle, nur nicht Vergeſſen, vergeſſen.

Mond auf dem Meer, Schimmer und Ruh', Schönheit und Licht, Mond auf dem Meer! Horche, die Wogen rauſchen Dir zu Liebend und leiſ, Mond auf dem Meer; Leuchtend biſt Du, lieblich biſt Du, Mond auf dem Meer.

Licht meiner Nacht, Blume und Frau, Liebe und Reiz, Licht meiner Nacht! Siehe, die Roſen hängen voll Thau, Weinend um Dich, Licht meiner Nacht; Einſam ich bin, denn Du biſt hin, Licht meiner Nacht. V Leuchte mir, Mond, nieder zum Grab, Nieder zur Ruh' leuchte mir, Mond! Aufathmend lege dies Leben ich ab, Welches mich drückt leuchte mir, Mond; Bis an das Grab, bis an das Grab b Leuchte mir, Mond.

Toni).

Ich will die Hand aufs Haupt Dir legen, Du mutterloſes, armes Kind, Du ſollſt nicht bleiben ohne Segen, Weil Deine Eltern nicht Gatten ſind; Die Mutter wirſt Du niemals kennen, Allein den Vater ſollſt Du nennen. Im ſtolzen Haus, in bunten Zimmern, Da ruht die ſchönſte kranke Frau, Die Wangen blühen bleich, es ſchimmern Die dunklen Augen durch Thränenthau; Sie denkt an Dich, das Heimlichgebor'ne, Das Einmalgeküßte, Aufimmerverlorne. Wenn ſchneidend einſt in Deine Ohren Der Vorwurf Deines Daſeins gellt, Vergib es ihr, die Dich geboren, Daß ſie geſündigt vor der Welt. Sie hat gefleht, ſie hat gerungen, Ich hab' ſie geliebt und hab' ſie gezwungen. Vergib es ihr! Durch lange Stunden Wird reuig ihre Seele ſchrein; Ihr Herz wird voll verborgner Wunden, Ihr Blick ein ſtumm Bekennen ſein. O glaube mir, daß ſolche Qualen Der Liebe Sünde mehr denn zahlen. )) Antonio. Die beiden einzigen ſo überſchriebenen Lieder. Be⸗ dürfen keines Commentars. Sind, meiner Meinung nach, die beſten.

Für Champagnertrinker. Bei dem Genuß des Champagners iſt zu berückſichtigen, daß die Kohlenſäure ein weſentlicher Beſtandtheil deſſelben iſt und

einen Theil der Wirkungen deſſelben bedingt, daß wir ſie alſo beim Aber

Genuß ſo wenig wie möglich entweichen laſſen dürfen. hierin wird von der Mehrzahl der Champagnertrinker am meiſten gefehlt; durch das Aufſchlagen der Flaſchen und das plötzliche Oeffnen des Korkes wird eine plötzliche Druckverminderung her⸗ vorgerufen und dadurch ſchon ein Aufſchäumen, d. h. ein Entwei⸗ chen von Kohlenſäure veranlaßt; durch das Hervorrufen des Mouſſirens in den Gläſern beim Aufſchlagen oder Einwerfen von Zucker findet ein abermaliger Verluſt von Kohlenſäure ſtatt; ſelbſt in den gewöhnlichen zum Champagnertrinken dienenden Spitz⸗ gläſern findet vom Grunde aus eine fortwährende Entwicklung von Kohlenſäure ſtatt. Man muß, wenn man im Champagner möglichſt alle in ihm enthaltene Kohlenſäure mit genießen will, die Flaſchen ruhig öffnen und den Wein vorſichtig in mehr flache als tiefe Gläſer eingießen, wo dann nur wenig Kohlenſäure ver⸗

loren geht, beſonders wenn die Flaſchen zuvor mit Eis abgekühlt werden.

Literatur. Weihnachtsſchau.

Vaterländiſche Bilder aus Preußen. In Schilde⸗ rungen aus Natur, Geſchichte, Induſtrie und Volksleben. Heraus⸗ gegeben von Friedrich Körner, Oberlehrer der Realſchule in Halle. Mit vielen in den Text gedruckten Abbildungen, einem

Titelbilde, mehreren Tondrücken u. ſ. w. Zweiter Band. Leipzig, Otto Spamer, 1857.

Dieſes Buch iſt ein Theil eines vor einem Jahre begonnenen Sammelwerks:Das Vaterlandsbuch. Illuſtrirte Haus- und Schulbibliothek zur Erweiterung der Heimathskunde und Er⸗ weckung vaterländiſchen Sinnes. Dieſer zweite Band der Serie Preußen behandelt Schleſien, Poſen, Pommern. Der Stoff iſt an ſich ergiebig und, ſo viel wir ſchon an der Inhaltsanzeige und den Bildern ſehen, reichlich ausgebeutet. Aus Schleſien wer⸗

den uns die Verſchiedenheiten von Land und Leuten vorgeführt, die

hervorragenden induſtriellen Unternehmungen in Ober⸗ und Nie⸗ derſchleſien, das Rieſengebirge und ſeine Sagen, die berühmten Schlachtfelder von Wahlſtatt, Leuthen, Liegnitz und von der Katz⸗ bach, und endlich Breslau mit ſeinen hervorragendſten Bauwerken und Denkmalen. Die AbtheilungProvinz Poſen iſt kürzer, ſie bringt außer allgemeinen Schilderungen den Dom von Gneſen, den von Poſen, diegoldene Kapelle, das Grabmal des heiligen Adalbert in derſelben, die Kirche zu Rogalin, den Mäuſethurm am Goploſee u. a. zur Anſchauung. Die Schilderungen aus Pommern gewinnen Reiz durch die Eigenthümlichkeiten des See⸗ lebens, durch Fiſchfang, Schifffahrt, Hafenbauten und die be⸗ rühmte Gänſezucht.Städtegeſchichten aus Stralſund und Kolberg erzählen von Wallenſtein, Schill, Nettelbeck u. A. Das letzte Capitel behandelt in Wort und Bild die Inſel Rügen. Die Illuſtrationen, ſo weit ſie landſchaftliche ſind, ſind zum Theil für ihren Umfang recht anſchaulich; wo ſie aber Portraits bieten, er⸗ ſcheinen ſie doch etwas gewagt. 1