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Nr. 51.
Graf Serdan fing an zu lachen und fuhr dann fort mit liebenswürdiger Reſignation Otto's Fragen zu beant⸗ worten.
Endlich ſprach Otto:„So, das war die letzte.“— „Danke tauſend Mal,“ rief unſer Wirth erfreut. Er ſprang auf, dehnte, ſchüttelte ſich.„Nun kann man doch wieder reden. Baron, Sie ſind ein Inquiſitor. Wußt' ich das geſtern, ich ließ Sie draußen.“
Er ſetzte ſich an das Inſtrument und ſang ein kleines illyriſches Lied. Wir ſprachen von der Volksmuſik, ſo⸗ wohl von der Dalmatiens beſonders, wie im Allgemeinen. Wir plauderten, ſangen und laſen den ganzen Tag. Mal ſagte ich:„Graf, was würde D Ueberfall bei Ihnen machen!“
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eine ganz extravagante Geſchichte, eine zweite fa-
corse,“ antwortete er. In dieſem Augenblick fiel ein Sonnenſtrahl in das Zimmer.„Sahen Sie wohl,“ ſprach der Graf,„ich ſagte es Ihnen— morgen iſt gutes Wetter und ich— werde wieder allein ſein,“ ſetzte er lang⸗ ſamer hinzu.
„Kommen Sie nach Raguſa, Graf; wir können Sie
dort eben brauchen.“ „Er verbeugte ſich, ohne zu antworten. Gleich darauf ſagte er:„Was gibt's denn da unten? Was hat Micho zu ſchreien?“ Micho war der alte Diener— der Name iſt die Abkürzung von Michael.
Im Hofe unten war Lärm, jener unterdrückte, hin— und hermurmelnde, welcher bei der niederen Claſſe gewöhn⸗ lich aus Furcht entſteht. Gleich darauf ſtolperte es die Treppe herauf und Micho erſchien in der Bibliothek, zog ſeinen Herrn ohne Weiteres auf die Seite und ziſchelte ihm haſtig Gwas ins Ohr.
Der Graf runzelte leicht die Stirn. Dann ſagte er kühl:„Da läßt ſich denn weiter nichts thun, Micho.
Dritte folge.
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Paßt auf und macht keinen ſolchen Lärm mehr wie eben jetzt.“ Der Alte entfernte ſich ſichtlich mißvergnügt, doch ohne ſich einen Widerſpruch zu erlauben. „Baronin,“ ſagte Graf Serdan nun zu mir,„darf Sie bitten, nicht am Fenſter zu bleiben?“ „Warum? Hätten wir eine Belagerung zu erwarten?“ „Vielleicht einen Flintenſchuß,“ antwortete er.„Ich glaube, daß Sie ſich nicht fürchten, darum ſage ich Ihnen 9. 7 5 7— 7 1 g die Sache gleich ganz einfach. Ein berüchtigter Charakter, mit dem ich die Chre habe in feindlichen Beziehungen zu ſtehen, iſt heute Morgen aus dem Gefängniß in Raguſa vecchia entſprungen, und ſo fürchtet man, daß er ſeinen erſten Beſuch in der Nachbarſchaft mir abſtatten könnte.“ „O, das iſt ja ſehr intereſſant,“ ſagte ich, indem ich mich an dem Flügel niederließ.
ich
„Nicht hierher, Baronin,“ bat der Graf,„Sie ſitzen hier in gerader Richtung zum Fenſter.
„Vollſtändiger Belagerungszuſtand,“ rief ich, unge⸗ mein beluſtigt.„Nun, ſo wählen Sie einen ſichern Platz aus in Ihrem Castle dangerous.“
Der war leicht gefunden. Wir ſetzten uns zuſammen, und der Graf ſagte:„Nun will ich Ihnen die Geſchichte erzählen. Sie wiſſen, daß wir hier auch das Syſtem der kleinen Pächter haben. Wohl, zu unſern Coloni gehörte
von jeher eine Familie Lazarich, entſchiedene Leute, mit
denen wir immer in Streit wegen des Zinſes waren. Der alte Lazarich beſonders geberdete ſich äußerſt widerſpenſtig, ſo daß mein Vater endlich die Execution zu Hülfe nehmen mußte. Lazarich rächte ſich dafür, indem er eine Wein⸗ pflanzung meines Vaters gänzlich ruinirte. Dieſes Zer⸗ ſtören iſt hier die kleine Rache. Lazarich wurde durch Zeugen ſeines Vergehens überführt und ſtreng beſtraft. Als er wieder nach Hauſe zurückkam, verhielt er perſönlich
Baron Klingsberg, der mit der Zunge ſchnalzt, wenn er eine ſchöne Leibeigene ſieht, und dem es in ſeiner Gutmüthigkeit nie einge⸗ fallen wäre, die fein gebildete Helene ſo cannibaliſch zu behandeln, wenn er den Capricen ſeines Neffen gegenüber nicht auch einmal auf ſeinen Capricen beſtehen wollte.
Dawiſon's äußerliche Erfolge in den letzten ſechs Jahren ſind ſo ſchnelle und großartigetgeweſen, wie ſie das deutſche Theater noch nicht erlebt hat. Von den Erſparniſſen einer einzigen Gaſt⸗ ſpielreiſe baut der Künſtler auf der Anhöhe vor dem Plauen'ſchen Schlage dicht am Durchſtich der um die Stadt gehenden Verbin⸗ dungseiſenbahn ſich eine Villa, die in ihrer anſpruchsloſen, ge⸗ ſchmackvollen und ſoliden Einfachheit ein beneidenswerther Wohn⸗ ſitz ſein wird. Oben das Erkerſtübchen iſt bereits eingerichtet. In einer traulich verplauderten Stunde, die uns hier nach Tiſche ver⸗ einte, lernte ich den ſeit einigen Jahren in Dresden reſidirenden Dr. Lederer, den Luſtſpieldichter, kennen, einen von jenen Leuten, die wenig ſchreiben, aber im Geſpräche ſtets die ſchlagendſten Pointen auf der Zunge haben. Einzelne ſeiner Bonmots curſiren in der Stadt. Als man in einer Geſellſchaft über einen Witz des Kladderadatſch lachte, der auf einen nur im jüdiſchen Jargon ge⸗ bräuchlichen Ausdruck hinauskam— ich glaube, es handelte ſich um Meyerbeer's„verſchwarzte“ Afrikanerin,— da ſagte der Luſt⸗ ſpieldichter mit großer Genugthuung:„S
ſ„Sie lachen und wir ver⸗ ſtehen's!“— Von ihm ſoll auch folgender Vergleich herſtammen: „Der Herr ſagte zu Devrient: Gehe hin und werde Schauſpieler, Du wirſt ein großer Mann ſein,— und Emil ging und ward ein Zu Dawiſon aber ſagte der Herr: Gehe hin und werde, was Du willſt, Du wirſt ein großer Mann ſein— und Bogumil ging hin und ward ein großer Schauſpieler!“
Von literariſchen Notabilitäten haben wir auch Profeſſor Hermann Hettner zu nennen, der bekanntlich ſeit zwei Jahren von Jena als Director der königlichen Muſeen nach Dresden be⸗ rufen iſt. Es dürfte Wenigen bekannt ſein, daß Hettner ein Schleſier iſt, aus dem Hirſchberger Kreiſe ſtammend, wo ſein Vater Gutsbeſitzer iſt. Seine Bildung jedoch verdankt er nur in geringem Grade ſeinem ſpeciellen Vaterlande; er hat nur kurze Zeit ſich an der Breslauer Univerſität aufgehalten und hat unter Gervinus und Schloſſer in Heidelberg ſeine wiſſenſchaftliche Vorſchule durch⸗ gemacht. Hettner iſt durch den Verluſt ſeiner Gattin tief gebeugt und dieſe Stimmung ſcheint die Vollendung ſeiner„Geſchichte der franzöſiſchen Literatur im 18. Jahrhundert“ zu verzögern, welche bekanntlich die Ergänzung zu dem Werke über die gleichzeitige Periode in England bilden ſoll. Den Kakalog über die Dresdener königlichen Kunſtſchätze hat er kürzlich officiell veröffentlicht. So ehrenvoll im Uebrigen die Stellung dieſes Gelehrten in Dresden iſt, ſo ſoll er doch, um ausſchließlich ſeinen Studien leben zu können, an ein völliges Zurückgehen in das Privatleben denken.
Auch Karl Andree iſt ſeit Jahren im Elbflorenz zu Hauſe. Wie man ſagt, ſoll das ſächſiſche Miniſterium ſich ſeines Rathes bisweilen bedienen. Bekanntlich hat der wiſſenſchaftlich ſo hoch gebildete König Verſuche angeregt, aus den theoretiſchen Erfolgen der neuen Wiſſenſchaft praktiſche Erfolge für die Volkswirthſchaft“ zu erzielen. Man hat Experimente angeſtellt, die Reſultate der Chemie für die Förderung der Nahrungsmittelproduction auszu⸗ beuten. Das ſtatiſtiſche Bureau für Sachſen wird eines der voll⸗ kommenſten und ſoll ſelbſt das belgiſche in eingehender Detaillirung übertreffen. So viel wir wiſſen, hat Andree's Idee, einem Theil der verarmten Bewohner des Erzgebirges durch Schneiden von


