Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
751
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. Jahrg. Nr 47

riſche Beſprechungen.

leichtes Spiel Leben und Tod der ſein teufliſch ft! und er wird Nacht wieder Aaun mich und uns Ade drun retten Sie wollte Ihnen an⸗

Literan

Die Chronik der Sperlingsgaſſe. Herausge⸗ jeben von Jakob Corvinus. Berlin, Franz Stage. 1857.

Es iſt das Amt des literariſchen Kritikers oft ein jecht mißliches Geſchäft. Da liegen ſtets ein hundert umd mehr Bände auf unſeremBüchertiſch, die alle der ſchleunigſten Lectüre und der geneigten Beſprechung harren. Ratürlich greifen wir zunächſt die Bücher mit bekannten Ramen oder von befreundeter Autorität empfohlen heraus, und wie oft wohl müſſen wir uns geſtehen, ohne innere Auregung und neue Belehrung ſie leſen, ohne mit andern uts gemeinplätzlichen Ausdrücken ſie anzeigen zu können. Um ſo wohlthuender iſt es, wenn Du aufs Gerathewohl, don keinem Autornamen, von keiner Buchhändlerfirma ge⸗ leitet, aus dem großen Bücherhaufen das erſte beſte Bänd- hen hervorlangſt, die einleitenden Seiten deſſelben Dich alsbald anſprechen und Du nach der Lectüre des Ganzen imdlich Dir ſagen mußt: das iſt ein eigenthümliches, von der großen Menge des Gewöhnlichen ſich unterſcheidendes Buch, ein Buch, das Du mit Luſt und ſelbſt mit Intereſſe geleſen. Alſo ging es uns bei dem in der Ueberſchrift ge⸗ nannten Buche. Der Herausgeber gibt ſich ſelbſt als einen Veteranen der Literatur aus; wir müſſen geſtehen, ihm noch nicht begegnet zu ſein, aber ſein Werkchen zeigt uns alsbald, daß wir es mit einem die Feder ſicher führenden und das Leben objectiv aus der Vogelperſpective betrach⸗ fenden Novelliſten zu thun haben. Der Verfaſſer zeigt icch als einer jener alten Poeten, die mit denarmen Poeten der alten Zeit verwandt ſind und in der Dach⸗ tube wohnen, als dem Orte, in demdie friſcheſten und originellſten Schöpfungen in allen Künſten entſtanden

ſind, dennin einer Dachſtube im Brick Court war es,

vona. Dann wanf Fürs Erſte dies

reifend.

Laſche haſt!

iſt ein Brief vo aber ohne Unten ährend des Cotill

do ſind wir quitt! die Ehrlichkeit

ein Velſen ihm zu ein den Brief, un effen, damit ich d

Ottomar, durch! er und Flammen Das ſoll fürn ls, wie er mit enek e ſhon ſo alel hun vo ſoll ſie von ſt

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ſtändigen Miethe eingeſperrt, unter alten

folge.

wo Oliver Goldſmith, von ſeiner Wirthin wegen der rück⸗

Papieren⸗ abge⸗ tragenen Röcken, geleerten Madeiraflaſchen und Plunder aller Art ein Manuſcript hervorſuchte mit der Ueberſchrift: Der Landprediger von Wakefield; in einer Dachſtube ſchrieb

J. J. Rouſſeau ſeine glühendſten, erſchütterndſten Bücher; in einer Dachſtube lernte Jean Paul den Armenadvocaten Siebenkäs zeichnen und das Schulmeiſterlein Wuz und das Leben Fibel's! Damit iſt der Standpunkt dieſes

Malers in Worten bezeichnet. Seinen Stoff nimmt er

aus der Sperlingsgaſſe, weil das nicht einer von den mo⸗

dernen gradlinigen, einförmigen Stadttheilen, ſondern eine jener alten, winkligen, hochſtöckigen Straßen iſt, in denen wir das mannigfachſte Leben auf- und nebeneinander ge⸗ ſchichtet und durch eine gewiſſe patriarchaliſche Gemeinſam⸗ keit der Nachbarlichkeit verbunden finden. DieChambre⸗ garniſten in den höchſten Häuſerregionen, ein ſchnurriger Karikaturenzeichner derWelken Blätter, ein nicht we⸗ niger burlesker Literat Dr. Wimmer, Mitarbeiter derſelben Zeitung, eine wohlmeinende arme Choriſtin mit ihrem vaterloſen Kindchen und Aehnliches ſind die Figuren dieſer Erzählung, in der theils komiſche, theils ſinnige Genre⸗ ſcenen von einer zum Theil ſehr anerkennenswerthen Lebens⸗ wahrheit und Kraft der Schilderung an einen Faden ro⸗ mantiſcher Familienbeziehung recht geſchickt angereiht ſind. Die Darſtellung lehnt ſich an Hackländer und an Marvel. Solche Gemüthlichkeit und Behäbigkeit der Genremalerei erinnern wir uns in Jugendjahren in jetzt verſchollenen Taſchenbüchern in ähnlichen Skizzen oft gefunden zu haben, und unter Anderem ſind Holtei's neue Romane ſowohl als ſeine alten Vaudevilles, wie dieFünfzig Minuten in Grüneberg zum Beiſpiel, Belege dieſer Richtung, die uns heute wieder neu und eigenthümlich erſcheint. So wechſeln die Zeiten und die Moden.

3

R. Giſeke.

ſen Kunſtkennel n hen Meiſter

Allgemeine

e von George Weſtermann in Braun⸗ jenen:

Dr. Carl Scherzers Wanderungen

durch die mittelamerikaniſchen Freiſtaaten

icaragna, Bonduras und San Saluador.

Mit Hinblick auf deutſche Emigration und deutſchen Handel. gr. 8. Fein Velinp. 33 ½ Bgn. mit 2 Karten, geh. Preis 3 Thlr.

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Im Verlag

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it des Figaton einbrachten.

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d Völterleben der drei unbekannteſten mittel⸗ 1

amerikaniſchen Staa⸗

ſ und behandelt en Verhältniſſe jener

die national⸗ökonom iſch

r Anzeiger. Neuer Roman von Levin Schücking.

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