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. Jahrg. Nr 47
riſche Beſprechungen.
leichtes Spiel— Leben und Tod— der ſein teufliſch ft!— und er wird Nacht wieder Aaun mich und uns Ade drun retten Sie wollte Ihnen an⸗
Literan
Die Chronik der Sperlingsgaſſe. Herausge⸗ jeben von Jakob Corvinus.— Berlin, Franz Stage. 1857.
Es iſt das Amt des literariſchen Kritikers oft ein jecht mißliches Geſchäft. Da liegen ſtets ein hundert umd mehr Bände auf unſerem„Büchertiſch,“ die alle der ſchleunigſten Lectüre und der geneigten Beſprechung harren. Ratürlich greifen wir zunächſt die Bücher mit bekannten Ramen oder von befreundeter Autorität empfohlen heraus, und wie oft wohl müſſen wir uns geſtehen, ohne innere Auregung und neue Belehrung ſie leſen, ohne mit andern uts gemeinplätzlichen Ausdrücken ſie anzeigen zu können. Um ſo wohlthuender iſt es, wenn Du aufs Gerathewohl, don keinem Autornamen, von keiner Buchhändlerfirma ge⸗ leitet, aus dem großen Bücherhaufen das erſte beſte Bänd-⸗ hen hervorlangſt, die einleitenden Seiten deſſelben Dich alsbald anſprechen und Du nach der Lectüre des Ganzen imdlich Dir ſagen mußt: das iſt ein eigenthümliches, von der großen Menge des Gewöhnlichen ſich unterſcheidendes Buch, ein Buch, das Du mit Luſt und ſelbſt mit Intereſſe geleſen. Alſo ging es uns bei dem in der Ueberſchrift ge⸗ nannten Buche. Der Herausgeber gibt ſich ſelbſt als einen Veteranen der Literatur aus; wir müſſen geſtehen, ihm noch nicht begegnet zu ſein, aber ſein Werkchen zeigt uns alsbald, daß wir es mit einem die Feder ſicher führenden und das Leben objectiv aus der Vogelperſpective betrach⸗ fenden Novelliſten zu thun haben. Der Verfaſſer zeigt icch als einer jener alten Poeten, die mit den„armen Poeten“ der alten Zeit verwandt ſind und in der Dach⸗ tube wohnen, als dem Orte, in dem„die friſcheſten und originellſten Schöpfungen in allen Künſten entſtanden
ſind,“ denn„in einer Dachſtube im Brick Court war es,
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reifend.
Laſche haſt!“
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ſtändigen Miethe eingeſperrt, unter alten
folge.
wo Oliver Goldſmith, von ſeiner Wirthin wegen der rück⸗
Papieren⸗ abge⸗ tragenen Röcken, geleerten Madeiraflaſchen und Plunder aller Art ein Manuſcript hervorſuchte mit der Ueberſchrift: Der Landprediger von Wakefield; in einer Dachſtube ſchrieb
J. J. Rouſſeau ſeine glühendſten, erſchütterndſten Bücher; in einer Dachſtube lernte Jean Paul den Armenadvocaten Siebenkäs zeichnen und das Schulmeiſterlein Wuz und das Leben Fibel's!“ Damit iſt der Standpunkt dieſes
Malers in Worten bezeichnet. Seinen Stoff nimmt er
aus der Sperlingsgaſſe, weil das nicht einer von den mo⸗
dernen gradlinigen, einförmigen Stadttheilen, ſondern eine jener alten, winkligen, hochſtöckigen Straßen iſt, in denen wir das mannigfachſte Leben auf- und nebeneinander ge⸗ ſchichtet und durch eine gewiſſe patriarchaliſche Gemeinſam⸗ keit der Nachbarlichkeit verbunden finden. Die„Chambre⸗ garniſten“ in den höchſten Häuſerregionen, ein ſchnurriger Karikaturenzeichner der„Welken Blätter“, ein nicht we⸗ niger burlesker Literat Dr. Wimmer, Mitarbeiter derſelben Zeitung, eine wohlmeinende arme Choriſtin mit ihrem vaterloſen Kindchen und Aehnliches ſind die Figuren dieſer Erzählung, in der theils komiſche, theils ſinnige Genre⸗ ſcenen von einer zum Theil ſehr anerkennenswerthen Lebens⸗ wahrheit und Kraft der Schilderung an einen Faden ro⸗ mantiſcher Familienbeziehung recht geſchickt angereiht ſind. Die Darſtellung lehnt ſich an Hackländer und an Marvel. Solche Gemüthlichkeit und Behäbigkeit der Genremalerei erinnern wir uns in Jugendjahren in jetzt verſchollenen Taſchenbüchern in ähnlichen Skizzen oft gefunden zu haben, und unter Anderem ſind Holtei's neue Romane ſowohl als ſeine alten Vaudevilles, wie die„Fünfzig Minuten in Grüneberg“ zum Beiſpiel, Belege dieſer Richtung, die uns heute wieder neu und eigenthümlich erſcheint. So wechſeln die Zeiten und die Moden.
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R. Giſeke.
— ſen Kunſtkennel n hen Meiſter
Allgemeine
e von George Weſtermann in Braun⸗ jenen:
Dr. Carl Scherzers Wanderungen
durch die mittelamerikaniſchen Freiſtaaten
icaragna, Bonduras und San Saluador.
Mit Hinblick auf deutſche Emigration und deutſchen Handel. gr. 8. Fein Velinp. 33 ½ Bgn. mit 2 Karten, geh. Preis 3 Thlr.
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Im Verlag
enung hat man erſche n. Pen nung ſchweig iſt erſch
it des Figaton einbrachten.
1önig Centro⸗Amerika ſcheint ſich bei ſeiner Lage, ſei uter de dui ni rika ſcheint ſich bei ſeiner Lage, ſeinem Reichthum 3n galtt un und ſeinen Naturſchönheiten bald als der Sameine der Thätig⸗ ig majſen,— ul ſet aller oſen Nationen des Erdballes zu entwickeln.— Dieſes Werk enthält wahrheitsgetreue Schilderungen aus dem Natur⸗
d Völterleben der drei unbekannteſten mittel⸗ 1
amerikaniſchen Staa⸗
ſ und behandelt en Verhältniſſe jener
die national⸗ökonom iſch
r Anzeiger. Neuer Roman von Levin Schücking.
Bei F. A. Brockhaus in Leipzig erſchien ſo eben und iſt durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Die Sphinrxr. Roman von Levin Schücking.
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Ein neuer Roman des beliebten Romandichters, von ſpannen⸗ der Handlung, origineller Charakteriſtik und vollendeter Form.
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4 nbrtn kimder mit befonderem Hinblick auf ſ igrati ſeta 8 ſ ſertſchen Handel. auf deutſche Emigration und vitha an m ns Der Verfaſſer liefert hier„. Linem Folio⸗kanze üler Ri ſer liefert hier, unter Einfügung einiger Capitel einem N, Fmnes iber Nicaragua aus der Feder des D itz W h Wer terzeichlet 1 ümten Reiſegefährten, ei erdesſaletgere edgf aſe aſle
3 ein rei igeres J ri 8 ner ſeiner Aaangen reichhaltigeres Material als irgend
Eine dunkle That. 12. 1846. 2 Thlr.. Ein Schloß am Meere. Zwei Theile. 12. 1843. 3 Thlr.


