Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
730
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Ihrer Ehrlichkeit, mein junger Freund, ſo ſchloß Bel⸗ mont humoriſtiſch.

Nicht ſo, Monſieur! entgegnete Ottomar ſtolz.Auch ich habe jene Enttäuſchung erlebt, jene letzte Lehre erhal⸗ ten, aber ich gewann mir daraus den Entſchluß, zu entlarven die Wiſſenſchaft, die in Hochmuth und Charla⸗ tanerie die Welt berücken wollte, ich ſtehe hier vor Ihnen als der Ritter des angeſtammten geſunden Men⸗ ſchenverſtandes

Ah ſtaunte der Marquis.

Ihres Erzfeindes ſagte Ottomar.

In der That! gab der Andere zu.

Und ich will Ihnen ein Uebereinkommen ſchlagen!

Laſſen Sie hören!

Ich öffne Ihnen den Rücktritt in ein geordnetes

Leben, ich ſichere Ihnen eine glänzende Exiſtenz in dieſem Lande zu, wenn Sie die Welt, die Sie durch Betrügereien ſo gewaltig überraſchten, jetzt durch ein Eingeſtändniß der⸗ ſelben noch mehr überraſchen wollen! SDas iſt Ihr Vorſchlag? höhnte der Marquis. Exiſtenz in dieſem Lande? Was denken Sie von mir? Ich bin Caglioſtro, der große berühmte Graf Caglioſtro, von dem die Weltgeſchichte erzählen wird, ich brauche nicht um Pardon zu bitten. Sie oder ich!

Die Wahrheit oder die Lüge! ſo erwiderte Ottomar die Herausforderung.

Das Talent oder die Geſinnung! entgegnete der Gegner.

Der Prinz Maximilian oder die Comteſſe Minette!

Der geſunde Menſchenverſtand oder der Graf Ca⸗ glioſtro! Verſuchen wir unſre Künſte!

Und damit trennten ſich die Beiden.

vor⸗

(Fortſetzung folgt.)

Noveſſen⸗Zeitung.

(II. Jahrg.

Die Nunſtwerke der MNondbewohner).

Kunſtwerke auf dem Monde ſetzen eine Nothwendigkeit ihrer Erbauung voraus. Das Rieſenhafte dieſer Werke dürfte ſeine Erklärung darin finden, daß der Mond Stürme erleidet von vielleicht 7 Sfacher Heftigkeit der Orkane, welche auf der Erde Bäumenentwurzeln und Ge⸗ bäude umwerfen; ferner hat der Mond einen Tag von 14 unſerer Tage, oder 336 Stunden, ununterbrochener Son⸗ nenhitze und eine eben ſo lange ſehr kalte ſonnenloſe Pe⸗ riode. Dieſe drei von unſern klimatiſchen Verhältniſſen ganz abweichenden Bedingungen erfordern auch eben ſo ſehr von unſern Bauten abweichende Anlagen, darunter vor allem Umwallungen von der größten Höhe. Dieſe Höhe wird dort eher wie hier dadurch erreichbar, daß alle Ge⸗ genſtände auf dem Monde nur ¼ der Schwere von denen auf der Erde haben. Unter dieſer vorläufigen Erwähnung prüfen wir die Ergebniſſe der Beobachtung.

Wenn wir ſehen wie alle lebende Weſen, welche nur einige Fähigkeit dazu beſitzen, ſich Wohnungen bauen oder aushöhlen; wenn die Baukunſt einiger Vögel und die ge⸗ meinſchaftlichen Anlagen, welche die Bienen und die Bi⸗ ber ausführen, unſere Bewunderung erregen; wenn die Erfahrung uns lehrt, wie die verſchiedenen Menſchenracen, ohne von einander Kenntniß zu haben, Städte und Dör⸗ fer anlegten: ſo können wir keinen Zweifel darüber haben, daß, wenn der Mond Bewohner hat, dieſe ſich auch Woh⸗ nungen bauen müſſen, und daß ſie im Zuſammenleben dort, gleich wie hier, Städte und Ortſchaften anlegen werden, wenn ſchon ſolche, der klimatiſchen Verhältniſſe oder ande⸗

*) Aus:Das Niedergehen des Mondes auf die Erde und die beobachteten Kunſtwerke ſeiner Bewohner nebſt den Hauptzügen der Aſtronomie und der Phyſik des Begleiters der Erde von J. W. Schmitz. Köln, Verlag des Verfaſſers, 1856.

Dieſe verſchiedenen Zahlen geben für den Kopf und das Jahr 706 Kilogramm 645 Gramme feſte Nahrungsſtoffe oder 1 Liter 935 Gramme täglich und 3306 Liter 45 Gramme Flüſſigkeiten, oder 9 Liter 0,58 Gramm auf den Tag. Beeilen wir uns hinzu⸗ zufügen, daß unter dieſer letztern Menge das Waſſer allein jähr⸗ lich 3055 Liter beträgt oder 8 Liter 370 Gr. auf den Tag und das

den Tag.

Endlich verbraucht Paris noch an Rauchtabak, Schnupf⸗ tabak ꝛc. 1,604,601 Kilogramm jährlich, ungefähr ein Drittel mehr als 1839. a.

Aus der neuen Welt. Die Secte der Spiritualiſten in den Vereinigten Staaten.

aobergläubiſcher, als die Anbeter des Brahma, und ſind die Irren⸗ haäuſer mit Wahnſinnigen überfüllt, denen der Spiritualismus den Kopf verdrehte. In der That muß man geſtehen, daß dieſe Spiri⸗ Qtualiſten, die man auch Geiſterſeher oder Wundergläubige nennen möchte, allem Anſchein nach ſämmtlich halb wahnſinnig ſind. Ihr Glaube beſteht nämlich darin, daß die Geiſterwelt mit unſerer ſinnlichen und ſichtbaren in enger Verbindung ſteht, und daß die Geeiſter ſich den Gläubigen, deren es 250,000 geben ſoll, durch die Mediums oder Vermittler kund geben, von denen die Spiri⸗ tualiſten nicht weniger als 20,000 zählen. Die Geiſter verleihen ddem Medium, welches ſowohl ein männliches als ein weibliches Individuum ſein kann, demſelben bis dahin unbekannte Kräfte,

Uebrige 251 Liter 45 Gr. jährlich oder 0 Liter 688 Gramm für

Die gegenwärtige Bevölkerung der Vereinigten Staaten iſt

Fähigkeiten und Kenntniſſe, mittels deren es auf die Menſchen wirkt und wahre Wunder vollbringt. Namentlich iſt dies in der Arzneikunſt der Fall, in welcher gewiſſe Mediums, die unter be⸗ ſonderem Einfluſſe der Geiſter ſtehen, wunderbare Curen lediglich durch die Kraft vollbringen, die ſie aus einer außerhalb ihnen und⸗ dieſer Welt befindlichen Macht ſchöpfen. In einem Journal, 1 welches ausſchließlich dem Spiritualismus gewidmet iſt und von einem Mr. Newton redigirt wird, finden ſich zahlreiche Anzeigen von Männern und Frauen, welchen ſie die Fähigkeit Krankheiten zu heilen beilegen. So rühmt ſich einsgewiſſer Osborne, durch die Gunſt der Geiſter chroniſche und Bruſtübel heilen zu können. Von Boſton findet man ähnliche Bekanntmachungen, nur erſtrecken ſie ſich nicht bloß über Heilung von Krankheiten, ſondern auch über Erziehung. In einzelnen Fällen beſuchen abgeſchiedene Geiſter aufs neue unſere Erde und ertheilen unſichtbar werthvolle Nathſchläge, über die Mittel, die zu einem oder dem andern Zwecke anzuwenden ſind, um ſein Ziel zu erreichen. Ein Beiſpiel, wel⸗ ches wir hier anführen wollen, mag einen Begriff von dem ganzen Weſen geben. Es heißt in dem erwähnten Journal(New England spiritualist):Eine Miß Tyler aus dem Flecken Gixard war ſeit fuͤnf Jahren krank und die Aerzte hatten erklärt, daß ſie an dem letzten Grade der Schwindſucht leide. Ihr Vater hatte ſeine Nachbarn ſchon mehr als einmal gebeten, ſie zum letzten Male vor ihrem Ende zu beſuchen. Vor 14 Tagen war ſie ſehr krank und konnte kaum in ihrem Bette die geringſte Bewegung machen. Da beſuchte Mr. Timbly, ein heilendes Medium, ſie gegen 11 Uhr Morgens. Im Lauf des Nachmittags ſtand ſie auf, mit ihrer Familie und ging in dem ganzen Haus umher. Am nächſten Tage fuhr ſie ſpazieren und durch die ganze Stadt(Lockport in

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