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Ihrem von Ihrer Mutter eingewurzelten Groll und Neid gegen den Nebenbuhler um das väterliche Erbe ſich fort⸗ reißen und nannten ihn Baſtard!“
„Um des Himmelswillen, nicht weiter! Niemand weiß von meiner Schuld, die ich oft ſchmerzlich bereute,— bewahren Sie mein Geheimniß.— Nur der ſelige Groß⸗ vater—“ ſo ſuchte Maximilian ſich zu ſammeln, und laut frug er den Marquis:„Sie kannten meinen Groß⸗ vater?“
„Ich war ſein Buſenfreund, ſein einziger noch leben— der Pathe— ich habe ihn aus der Taufe gehoben,—“ war die Antwort.
„Sie— mein Herr?“ fragte der Prinz, als meine er den Marquis falſch verſtanden zu haben.„Großvater war vor mehr als hundert Jahren geboren!“
„Im Jahre 1675,“ erwiderte der Marquis raſch und ſicher, an die ganze Geſellſchaft ſich wendend.„Seine
Taufe war Donnerſtag am 18. Juni. Friedrich Wilhelm,
der große Kurfürſt von Brandenburg, war zur Taufe ge⸗ laden, da er aber eben im Begriff war, die Schlacht von Fehrbellin zu ſchlagen, ſo konnte er nicht erſcheinen, was er Ihrer herrlichen Urgroßmutter— ich ſehe ſie noch vor mmir, die herrliche Frau— verſprochen hatte, und ſo war V ich ſein Stellvertreter, der ich damals unter dem Namen eines Herrn von Rochow in ſeinen Dienſten reiſte.“ „Entſetzlich ſonderbar! Das ſtimmt Alles, und doch
— haha, mein Herr, wie alt wollen Sie denn ſein?“ So
laachte Maximilian ihn an. Der Marquis ſchien die Frage ſcherzhaft zu nehmen
und erwiderte mit Höflichkeit:„Mein Prinz, dieſe Frage
iſt nicht zart. Wenn ich Ihnen ſage, daß ich 835 ¾ Jahre
älter bin als dieſe meine Nichte, die Marquiſe von Mont⸗
penſier, ſo werden Sie nicht weiter nach meinem Alter forſchen, um nicht das der jungen Dame auszurechnen.— Haha, ſchöne Freundin,“ ſagte er zu Adelaide ſich wen⸗
Noveſſen⸗Zeitung.
dend,„nicht wahr? Wir ſind beide nicht mehr in den Jahren, wo man mit Jugend coquettirt?“
„O Gott!“ ſeufzte Adelaide verzweifelnd ſchmerzlich vor ſich hin.
Aber der Prinz frug laut und heftig:„Was? Und dieſe Marquiſe von Montpenſier war wohl auch ſchon bei meines Großvaters Taufe?“
Der Marquis, der aus ſeinem anfänglichen Pathos allmählich ganz in den Converſationston übergegangen war, antwortete luſtig in einem Tone, der es zweifelhaft ließ, ob er Scherz oder Ernſt meinte, mit einem höchſt ſchaden⸗ froh lächelnden Blick auf Adelaide:„Wenigſtens hätte ſie es ſein können, wenn ſie nicht damals als erſte Hofdame Ihrer Urgroßmutter in den Bädern von Pyrmont—“
„Abſcheulicher!“ lispelte Adelaide vor ſich hin, ohne doch auch eines Lächelns ſich erwehren zu können.
„Dieſe hier— die Hofdame meiner Urgroßmutter?“ So lachte der Prinz jetzt laut auf.„O köſtliche, unbe⸗ zahlbar köſtliche Komödie!“
„Durchlaucht, welcher Ton!“ fiel Minette verwei⸗ ſend ein.
Indem der Marquis mit einem Blicke die Comteſſe be⸗ ruhigte, ſagte Adelaide raſch und heimlich zum Prinzen: „Prinz, denken Sie an meinen Brief. Ich werde Ihnen Alles erklären! O, ich bin die Elendeſte—“
Und nun wandte der Marquis ſich verletzt und ver⸗ ächtlich drohend an den Prinzen:„Durchlaucht werden leider noch an mir die Erfahrung machen, daß nicht Alles Komödie iſt, was Durchlaucht wunderbar und— unbe⸗ quem erſcheinen dürfte. Durchlaucht ſollten nicht meinen Zorn, ſollten meine Theilnahme zu erwecken ſuchen, denn daß ich in Dero Schickſal mit unberechenbarer Macht ein⸗ zugreifen habe, werde ich leider ſehr bald documentiren müſſen,“— ſo ſchloß er mit accentuirtem Tone.
„Documentiren? Heraus damit! Was iſt das für
und die andere vergittert ſein, ſo daß während des Tages die
Sonnenſtrahlen und während der Nacht die Thaufriſche hinein⸗ dringen kann. Uebrigens wird der Boden dieſes Vogelhauſes mit kleinen niedrigen Buchsbaumalleen bepflanzt, die Zufluchtsſtätten für die Vögel bilden. Sehr zweckmäßig iſt es, die kleinen Pfade mit Sand zu beſtreuen, damit die Körner deſſelben, welche Reb⸗ bühner und Wachteln gleich allen kornfreſſenden Vögeln ver⸗ ſchlucken, dazu dienen, die Körner in ihrem Magen zermalmen zu helfen.
Iſt der Ort für die Zuchtvögel auf dieſe Art eingerichtet, ſo bringt man ein Paar Wachteln oder Rebhühner hinein. Die im Käfig gezogenen ſind beſſer, weil ſie bereits an Gefangenſchaft gewöhnt wurden. Man füttert ſie mit einem Gemiſch von Roggen, Buchweizen, Hirſe und ungefähr einem Zehntheil Hanfſamen, um ſie beſſer zum Eierlegen zu eignen. Waſſer darf ihnen nicht mangeln. Man kann ihnen ſelbſt Grünes zu freſſen geben. Unter ſolchen Bedingungen werden Wachteln und Rebhühner ihr Neſt bauen und Eier legen wie im Naturzuſtande.
Sind die Eier gelegt, ſo muß man den Augenblick ergreifen, in welchem das Weibchen die Brütung beginnen will, was durch die größere Länge der Zeit angedeutet wird, die ſie nach der Stunde des Cierlegens, welches gewöhnlich gegen elf Uhr Mor⸗ gens geſchieht, auf den Eiern zubringt. Hier iſt etwas Auf⸗ merkſamkeit und Beobachtungsgeiſt erforderlich; es iſt das Schwie⸗ rigſte des zu beobachtenden Verfahrens. Die erſte Eierlegung iſt gewöhnlich nicht ſehr zahlreich; man nimmt ſie, ſo wie ſie beendigt iſt, fort; das Weibchen wird dadurch einige Zeit mürriſch, beginnt aber bald wieder zu legen. Iſt die zweite Legung beendigt, ſo wird ſie ebenfalls vor Beginn der Brütung weggenommen, und das
Weibchen legt dann zum dritten Male, in der Regel wieder wie das erſte Mal, weniger zahlreich als das zweite. Der Abbé Allary verſichert, beinahe immer durch ſein Ver⸗ fahren drei Legungen bewirkt zu haben, aber nie eine vierte. Sowie man die gelegten Eier weggenommen hat, legt man ſie augenblicklich ſehr zahmen Hühnern von kleiner Gattung unter, die man zu dieſem Zwecke bereit hält. Dieſe Hühner brüten die Eier der Wachteln und der Rebhühner wie ihre eignen aus und ziehen die jungen Thiere gerade wie ihre Küchlein auf. Die gewöhnlichen Bauerhühner, wild und nicht ſehr gelehrig, taugen meiſtens nicht zu dieſem Zwecke. Uebrigens muß man den Brut⸗ hühnern während der Brütezeit jede mögliche Aufmerkſamkeit beweiſen. Die cochinchineſiſchen Hühner, die ſehr ſanft ſind und vortrefflich brüten, eignen ſich am beſten für dieſen Zwec. 3 Sind die Kleinen ausgekrochen, ſo nimmt man ſie höchſtens eine Stunde, nachdem ſie aus dem Ei gekommen ſind, fort und ſetzt ſie in einen hölzernen Kaſten, ohne Stroh oder Heu, in welchem die Pfötchen der Kleinen ſich verwickeln könnten. Der Kaſten muß das Huhn und die Jungen aufnehmen und durch ein ſchiebbares Gitter in zwei Theile geſondert werden. In die eine Abtheilung kommt das Huhn, in die andere die Jungen. Dieſes Verfahren wird übrigens an vielen Orten auch zur Auf⸗ ziehung von jungen Faſanen, welche von Hühnern ausgebrütet wurden, beobachtet. Das Gitter muß weitläufig genug ſein, um den Kleinen zu geſtatten, in die Abtheilung der ſie nährenden Mutter zu gelangen, während dieſe nicht in die Abtheilung der Kleinen kommen kann, um deren Nahrung zu freſſen. Während der fünf bis ſechs Tage ihres Lebens ſcheinen Ameiſeneier den jungen Wachteln ebenſo wie den Rebhühnern
[I. Jahrg. T A
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