Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
615
Einzelbild herunterladen

er vom erſten dtie, wie ein zall gehörten nigten Neben⸗ verzwaffelten verſetzt häte n meiner Gt,

ich das wahre meine Ueber⸗ Genugthuung aſſen müſſen, nicht gegeben

Jetzt, Herr Sie nochmals ie Erlaubniß, zu bewerben. Herr Graf, ich hielt Sie ird mein Be⸗

en Erſtaunen Umählich von

wat für Ihre gewählt, die aber man muß auhſtctt Klen zun Mörder und haben h könnte ich u beruhigen.

and, ſchlagen zerden, ſollen

der Andere das umgeſtürzt, un

es dann ruhig nd ſagte:

ffahren 27

Dritte

Herr General, erwiderte ich,Sie können vollkommen ruhig ſein, Ihren Schuß hätten Sie in keinem Falle be kommen, und ich fürchte, ich kann Ihnen auch die Hand nur im Geiſte reichen, denn in natura haben Sie mich dazu vorläufig unfähig gemacht.

Ich zeigte ihm meinen Arm, der Aermel hatte ſich mit

Blut gefüllt, welches in dicken Tropfen über meine Hand floß.

Heda, Doctor, rief der General,ſchnell kommen Sie her und bringen Sie wieder in Ordnung, was ich an⸗ gerichtet habe, hoffentlich wird es nichts zu bedeuten haben.

Er zog mir ſelbſt den Rock aus, der Arzt unterſuchte meinen Arm. Die Kugel war nur durch das Fleiſch ge⸗ gangen und die Wunde ganz ungefährlich. Der Arzt ver⸗ band ſie, legte meinen Arm in die Binde und verſicherte mir, daß in acht Tagen Alles vorüber ſein werde.

Und nun kommen Sie zu mir, meine Herren, ſagte der General,und laſſen Sie uns frühſtücken nach dieſem Morgendivertiſſement.

Wir ſtiegen ein und fuhren zu ihm.

Deine Tochter, welche ſchon über die frühe Spazier⸗ fahrt ihres Vaters äußerſt verwundert geweſen war, er⸗ ſtaunte noch mehr, als ſie uns zu ſo ungewöhnlicher Stunde ankommen ſah.

Mein Gott, was fehlt Ihnen? rief ſie, als ſie meinen Zuſtand bemerkte,Sie ſehn blaß aus und tragen den Arm in der Binde, es iſt Ihnen doch kein Unglück wider⸗

Ihßhre Wangen färbten ſich höher, als ſie dieſe Fragen

an mich richtete, und ich glaubte in ihren Augen eine Theil⸗

nahme zu ſehn, die mich für eine weit gefährlichere Wunde hinreichend entſchädigt hätte.

Er hat ein kleines Reiterunglück gehabt, ſagte der General lächelnd,ſein Pferd ging durch und er ſchrammte ſich den Arm an einem Baum, ich begegnete ihm und brachte ihn im Wagen mit.

folge.. 615

Sie dürfen aber nicht viel gehn, deshalb laſſe ich Sie hier, während ich den Herren einige neue Anlagen in meinem Garten zeige.

Er führte die Uebrigen hinaus; ich blieb mit meiner

Geliebten allein.

Sie trat auf mich zu, ſah mir ernſthaft ins Auge und ſagte:

Sagen Sie mir, was iſt geſchehen und wie kommen Sie zu der Verwundung? Mir kommt das Alles ſo wun⸗ derbar vor, dieſe Ausfahrt zu ſo früher Stunde und die Heimlichkeit meines Vaters, ſagen Sie mir, was hat es gegeben, ich bitte Sie darum, fügte ſie mit un

endlich lieblichem Lächeln hinzu.

Ich habe mich mit Ihrem Vater duellirt und er hat

mich durch den Arm geſchoſſen..

Sie wurde bleich wie eine Lilie und ſah mich mit dem höchſten Erſtaunen an. Aber ſagen Sie mir um Gotteswillen, rief ſie zitternd,

warum haben Sie ſich mit meinem Vater geſchlagen?

Ich hatte ihn beleidigt.

Sie ſah mich noch erſtaunter an.

Sprechen Sie doch vernünftig, rief ſie aufgeregt und ungeduldig,und erzählen Sie mir das Alles hübſch zuſammenhängend und ausführlich! 1

Nun, mein gnädiges Fräulein erwiderte ich,ſo ſetzen Sie ſich ruhig nieder und hören Sie die Geſchichte an.

Sie ſetzte ſich auf eine Chaise longue, ich zog einen Stuhl neben dieſelbe und erzählte ihr, ohne irgend etwas zu verändern oder zu verſchweigen, die ganze Geſchichte des geſtrigen Abends. Ich erzählte ihr meine eiferſüchtigen Befürchtungen, meine Verzweiflung und endlich den Ver⸗ lauf des Duells und die Bitte um ihre Hand, welche ich an ihren Vater geſtellt hatte.

Bei der erſten Erwähnung meiner Gefühle für ſie war ſie hoch erröthet und hatte mich wie erſchrocken angeſehn, dann floſſen zwei Thränen aus ihren ſchönen Augen, und

Duellen nach Hauſe. Er beſtand ſie alle in ebenſo viel Tagen und trug bloß einen Hieb durch die Unterlippe und einen durch das rechte Augenlid von einem geſchickten ſchwäbiſchen Schläger davon..

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Rönigzgräber).

Ein öder Weg fübrt zu den Königsgräbern in Theben. Die Sonne brannte ſcharf auf unſere kleine Cavalcade, wie wir den Weg entlang ritten. obgleich die Hügelwälle nicht hoch ſind, iſt der Weg dennoch eng, ſteinig und gewunden. Ein ſo trauriger Pfad muß den Tod für dieſe todesverfallenen Könige noch trauriger gemacht haben. Wir aber ritten munter dahin, gleich jungen Unſterblichen, vor denen die Ewigkeit liegt, und für uns waren in der That Tod und Gräber und Könige nichts als Mythen.. 4

Und was ſind ſie auch ſonſt weiter, dieſe alten egyptiſchen Könige, für welche dieſe Gräber gebaut wurden? Man erxfaſſe, wenn man es vermag, dieſe bleichen Phantome, die an der äußerſten Grenze der Geſchichte lauern. König Apappus iſt mehr ein Hirn⸗ geſpinnſt, als Hercules und die ſchöne Prinzeß Re⸗ni⸗no⸗fre, mehr, als unſere ewig ſeefriſche Venus. Wir müſſen an Apoll und die neun Muſen glauben, aber Amun⸗na⸗gori der Dritte wird in der Geſchichte nur durch unſern guten Willen zugelaſſen. So weit

*) Aus dem ſchon erwähnten Werke von Curtis: Nile Notes of a Howadji. or the American in Egypt.

Die weiße öde Ebene war windlos, denn

ſüberbietet eine lebendige Mythe einen todten Mann. Man gebe

mir das Parthenon, und ich opfere dafür alle Gräber aller theba⸗

niſchen Könige.

Sie waren von aller übrigen Welt in dem Grabe ebenſo getrennt, wie von dem Palaſte. So königlich war ihr Königthum, daß keine Geringeren erwählt genug waren, ihnen Leichengeſell⸗

ſchaft zu leiſten. Als unglückliche Einſiedler mußten ſie ſterben

für die Geſellſchaft und fanden ſich dann noch unglücklicher allein.

Man denke ſich, daß die Mumienkönige unſterblich erwachten und

dann rund umherblickend Niemand kannten, als ſich und ihre

Vorfahren.

Wir jungen Unſterblichen, an einem heitern hellen Morgen eſchützt durch blaue Sonnenſchirme dahintrabend, munter mit einander plaudernd, wir können wohl über ſolche Monarchen moraliſiren und ein Schnippchen über ſolches Scepter und ſolche Kronen ſchlagen; doch die Zeitgenoſſen, die jetzt als Mumien in der Nähe liegen, blickten, wie ich glauben darf, mit geblendeten Augen auf einen todten König, der vorüberkam, dieſen öden Gang belebend. 1 5

Möglich, daß die Menſchen in jenen Tagen durch das König⸗ thum geblendet wurden, und ein gedankenvoller Thebaner, der dem königlichen Leichenzuge nachſah, wie er in Barken über den Nil ging, dann die Strada regia hinauf, wo der mächtige Memnon viele Augen gegen die untergehende Sonne ſchützte, dann mit melancholiſcher Monotonie der Muſik und des Trauergefolges und allem menſchlichen Pomp den einſamen, ſandigen, ſteinigen, baum⸗ loſen Pfad dahinzog, improviſirte vielleicht Sonnette auf den Nunhm der Größe und dachte über das Geſchick nach, das ſo eines Sterblichen Leben und Tod vergoldete⸗