Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
546
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Zweimal am Fliederborn.

Am Brünnlein unter'm Flieder Die ſchönſte Jungfrau ſaß, Die Thränen floſſen nieder In's grüne, grüne Gras. Mein Liebſter, mußt du reiten Zu Wunden und zu Blut? Ich möchte dich begleiten In Wamms und Federhut.

Du ſollſt nicht mit mir reiten,

Nimm dieſen Ring von Gold,

Denk mein zu allen Zeiten,

Mein Liebchen ſchön und hold.

Wenn ich im Kriege bleibe, Sag' ein Gebet allein;

Wenn ich ein Brieflein ſchreibe, Soll unſre Hochzeit ſein.

Das Brieflein war geſchrieben, Das Schlagen war vorbei, Wir ritten unſer Sieben Am Blüthenhag im Mai.

Die Nachtigall ſang Lieder Dicht über'm Brünnelein; Wer ſteht im blüh'nden Flieder Zu zwei im Mondenſchein?

Feinsliebchen ſah ich koſen Am kühlen Fliederborn;

O weh! ihr falſchen Roſen, Wie barget ihr den Dorn!

Wohl ſangen die Begleiter

Ein Lied vom Morgenroth, Wir ritten langſam weiter,

ALBIIM.

Roveſlen-Zeitung.

Wilhelm Dunker.

Mir ſchien's ein Lied vom Tod.

Mein Lieb iſt ein ſtattlicher Müller.

Mein Lieb iſt ein ſtattlicher Müller,

Er mahlet mit dem Wind,

Ich glaube, daß ſeine Gedanken V

Darum ſo flüchtig ſind.

Ich hab' es vom Jäger erfahren,

Er iſt der Wirthin gut;

Nun weiß ich am Ende doch einmal,

Was er im Kruge thut.

Der Pfarrer, der ſoll es ihm ſagen,

Daß er zu Hauſe bleibt,

Der Pfarrer ſoll es ihm verbieten,

Wenn er die Poſſen treibt.

Und kann er vom Kruge nicht laſſen,

So iſt es mir ſchon recht,

Dann nehm' ich den luſtigen Jäger

Statt einen Müllerknecht.

Lieder ohne Weiſen von Wilhelm Dunker. Stettin, Verlag von Fr. Nagel. 1856.

.

Der ſterbende Zecher.

Es war einmal ein Zecher, Ein lebensfrohes Blut,* Der Wein im goldnen Becher Das war ſein einzig Gut.

Es funkelte die Naſe

Wie Sternlein in der Höh', Der edle Wein im Glaſe War ſeine Panacee.

Sein Bäuchlein rund und prächtig Glich ſeines Wirthes Faß,

Und täglich ſtets und nächtig Füllt' er's mit goldnem Naß.

Herr Wirth, mir eine Kanne! Das war ihm die Parol';

Des Lebens kurze Spanne Benutzt' er drum gar wohl.

Einſt ſaß zur zwölften Stunde Der Zecher ganz allein

Und krank mit durſt'gem Munde Den ſüßen, goldnen Wein: Da klopft' mit dürrem Finger Der Tod an ſeine Thür,

Den frohen Bacchusjünger Verlangt' er nun herfür.

Doch fröhlich ſaß der Alte Und ſchnalzte mit der Zung', Daß laut das Echo hallte. Und hell der Becher klung.

Da klopft' es ſchon zum Zweiten, Der Zecher hört' es nicht;

Ein Glöcklein klang vom Weiten, Hell flackerte das Licht.

Es hob der frohe Zecher

Den Humpen ſorgenfrei:

Es ſprang der goldne Becher In ſeiner Hand entzwei. 8

Du haſt mir lang gehalten, Der alte Zecher ſprach, Nun ſoll die Kanne walten Bei meinem Trinkgelag.

. Da warf er hin die Scherben Und faßte nach der Kann', Es dachte nicht ans Sterben Der weinberauſchte Mann.

Bis oben war die Schale Von rothem Weine ſchwer, Er trank in einem Male Die große Kanne leer.

Da klopft' es noch zum Dritten Bei ſeinem letzten Trank, Es kam hereingeſchritten, Und todt der Zecher ſank.

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