Jahrgang 
27-52 (1856)
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Royvellen⸗ Zeitung. 4

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(Il. Jahrg.

Nathan diente der Regierung als Vermittler bei den Milliarde Kriegskoſten und die zwei Milliarden Schad⸗ Continentalmächten, die damals im Kampfe gegen Frank⸗ loshaltung für die alliirten Mächte. Der ungeheure Geld⸗ reich waren, und er allein fuhr fort, dem Cabinet von ſtrom floß durch ihre Kaſſen, und nie hat man erfahren,

St. James Credit zu gewähren.

Er war 1815 während der Schlacht von Waterloo in

Brüſſel, eilte nach derſelben nach London, traf dort vier⸗ undzwanzig Stunden vor der officiellen Nachricht des Sie⸗

ges ein, kaufte an der Börſe Alles, was geboten wurde,

auf und gewann ſo mit einem einzigen Schlage Dreißig Millionen!

Die Invaſion von 1815 vervierfachte ſein Vermögen und deſſenungeachtet verſchmähte er neben den rieſenhaf⸗ teſten Bankunternehmungen auch kleine Geſchäfte nicht.

Er ſtarb 1836.

In phyſiſcher Beziehung war Nathan von nicht ange nehmen, harten Geſichtszügen. Seine Haltung und ſein Weſen verriethen den Emporkömmling.

Man ſchrieb ihm den erſten Plan zu, die Juden an den Ufern des Jordan wieder zu einer Nation zu vereinigen: er wollte den Türken das Land abkaufen, das ſeinen Ge⸗ noſſen einſt verheißen war. Sicher würden die Seinigen ihn aus Dankbarkeit zum König von Paläſtina ernannt haben; ob ſie aber ihre europäiſchen Geſchäfte mit dem bibliſchen Vaterlande vertauſcht hätten, iſt eine andere Frage! Die ganze Sache war indeß nichts, als einé Er⸗ findung der Londoner Cockneys, und die Pariſer verſäum⸗ ten nicht, für ihren James den Plan zu vindiciren.

Nathan heirathete die Schweſter des Iſaac Cohen, die ihm zwölf bis fünfzehn Millionen Francs Heirathsgut zu⸗ brachte und von der er vier Söhne hatte, deren älteſter, Lionel, ihm in der Leitung ſeines Bankhauſes folgte.

James, der Chef des Pariſer Hauſes, ging von Wien nach Paris, um ſich hier niederzulaſſen, in eben dem Augen⸗ blicke, als das Scepter den Händen Napoleons entſank. Er war der Hauptunternehmer bei den Anleihen der Re⸗ ſtauration. Er und ſein Bruder Nathan empfingen die

wie viel in dieſen davon zurückblieb.

Nach dem Sturze der alten Dynaſtie reichte Baron James der Julimonarchie ſeine goldgefüllten Hände, und ſie wurden mit Dank empfangen. Der Baron und ſeine Gemahlin erhielten den früher verweigerten Zutritt bei

ſchen Salon.

Unter Louis Philipp wuchs daher der Einfluß des Baron Rothſchild täglich. Es war die Regierungszeit des Agios, und ſelbſt Talent und Künſte geizten nach der Ehre, Zutritt in dem Höôtel der rue Lafütte zu erlangen, oft ſogar vergebens, denn der Baron James zeigte ſich ſehr ſchwierig in der Wahl ſeiner Gäſte.

Nur gegen einen Gelehrten zeigte er ſich liebenswür⸗ dig, gegen Heinrich Heine, den geiſtreichen Humoriſten, der ſich oft auf Koſten ſeines Wirthes luſtig machte. So ſagte einſt zu Ende eines glänzenden Mahles, bei dem mehrere Flaſchen Lacrimä⸗Chriſti entkorkt worden waren, Roth⸗ ſchild zu dem Dichter:Auf mein Wort, ein ſonderbarer Name. Wo mag er herrühren?

Die Etymologie iſt ganz einfach, entgegnete Heine, Chriſtus vergießt Thränen darüber, daß die Juden ſo guten Wein trinken.

Teufels⸗-Spaßmacher! rief Rothſchild mit lautem Gelächter.

Für gewöhnlich ſprachen ſie in dem jüdiſch⸗deutſchen Dialekt mit einander; doch Heine erlaubte Rothſchild nie, gegen ihn, wie gegen Andere, das herablaſſende Benehmen eines Nabob anzunehmen. Geriethen ſie in Streit, ſo drohte der Dichter dem Geldmanne, ihre Geſpräche in der Revue des Deux Mondes zu veröffentlichen. Der Baron erbleichte darüber vor Schreck und that die gemüthvollſten

Schritte zur Ausgleichung.

man die Stärke eines Bandes zu zwei Zoll an, ſo würden die 80,000 Bände, neben einander geſtellt, eine Strecke von 2 ½ Meile

weit gehen. Legte man ſie über einander, ſo bildeten ſie eine Pyra⸗ mide, deren Spitze zehnmal höher wäre, wie die der St. Pauls⸗ kirche, der Bildſäule des Pompejus und der größten Pyramide auf einander geſtellt. Nimmt man ferner das Gewicht eines Bandes auf ein Pfund an, ſo würden die 80,000 Bände 71 Tonnen 864 Pfund geben oder 16 Mal das Gewicht der großen St. Paulsglocke, die viel größer iſt, als die Glocke des heiligen Iwan in Moskau, die ſchönſte der Welt, mit Ausnahme der des Kreml, die jedoch nie auf den Thurm dieſes Gebäudes gebracht wurde. a.

Synchroniſtiſche Tabellen zur vergleichenden Ueberſicht der Geſchichte der deutſchen Nationalli⸗ teratur.(Von der frühſten Zeit bis 1832.) Von Carl Eitner. Breslau. Urban Kern. 1856.

Geſchichtstabellen ſetzen Lehrbücher voraus; ſie überliefern trocken und iſolirt das rein Factiſche; die Verbindung muß von jenen gegeben werden. Es gibt aber zwei Arten Geſchichstabellen, von denen die eine etwas mehr leiſtet, als bloß der mnemoniſche Begleiter des Lehrbuches zu ſein. Die chronologiſchen Tabellen ſind nur todte Daten und Namen; die ſynchroniſtiſchen aber ſtellen ſchon das Skelet einer gewiſſen Geſtalt dar, laſſen ein Verhältniß der Theile eines zuſammenhängenden Ganzen zu einander erblicken und auf eine einheitsvolle, geſetzmäßig gegliederte Form ſchließen, kurz ſie gewähren das ſchematiſche Bild eines ſich organiſch ent⸗ wickelnden Ganzen. Dieſer Anforderung wird kaum eine andere

derartige Arbeit in ſo hobem Grade nachkommen als die vorliegende. Die Eitner ſchen Tabellen ſind vor bald 15 Jahren zum erſten Male erſchienen, haben aber trotz aller Anerkennung Seitens der Kritik im Publicum noch nicht die Bekanntſchaft und Verbreitung erlangt, die ſie zu erlangen verdienten. Es freut uns, dieſelben jetzt in einer neuen, durch Nachträge und Regiſter vermehrten Ausgabe unſern Leſern als einen zuverſichtlichen Führer im Studium der Literaturgeſchichte empfehlen zu können. Der Verf. ſelbſt geſteht in der Vorrede ein, Koberſtein's Literaturgeſchichte, ihrer innern echt hiſtoriſchen Geltung nach, als Grundlage benutzt zu haben; aber auch neben der neuſten, jetzt im erſten Bande vollendeten Ausgabe derſelben werden dieſe Tabellen, abgeſehen von ihrer ſyſtematiſchen Geſtalt, manchen thatſächlichen Stoff bieten, auf den der Statiſtiker wohl, nicht aber der Literarhiſtoriker eingehen konnte. Zum Beiſpiel dieſer Reichhaltigkeit haben wir nur nöthig die ausgefüllten Rubriken z. B. der achtziger Jahre vorigen Jahrhunderts anzuführen; wir finden hier nebeneinander⸗ geſtellt: Politiſche und allgemeine Culturzuſtände; Klopſtock, Kant, Wieland, Herder, Goethe, Schiller, Lyriſches, Epi⸗ grammatiſches, Dramatiſches, Epiſches, Romane, Pädagogiſches, populäre Proſa, oratoriſcher Stil, Geſchichtsſchreibung, Reiſe⸗ beſchreibung, wiſſenſchaftlicher Stil, Kritik und Aeſthetik, Litera⸗ turgeſchichtliches, zur Theorie der Sprache, Almanache, Samm⸗ lungen, Zeitſchriften, gelehrte Anſtalten, Ueberſetzungsliteratur, ausländiſche Literatur. Ein Jeder, der als Gelehrter oder Buchhändler literariſchen Beſchäftigungen obliegt, wird ein mit ſolcher Vollſtändigkeit durchgeführtes Werk nicht hoch genug ſchätzen können.

Hofe und die Prinzen erſchienen häufig in dem Rothſchild⸗

Wie man⸗ ſeit 1822 bM Die gehe Louis Philli wer das Lebe ſchild genal- 1839, zur 3 und ſchönes 2 Laltte in ind pellſeer fordert Contretänzen Rathſchi der Dämon d ſich der ganze eulanten und cherung der Miliaarde u Indeſſe keit von dem gelhafte Ern meine Hunge ſchild das dr daß er auf ſe heure Korar Paris wurd verkauft un ſollte auf B bedürftige! Eine be um einen vie dank iſt nur wolln das V mauns glaub abernſten G häte drdort von ſißen M Di g endlich diſ Armuthsſar nung beſtät Binkelſäng Ach! Laſſe n Und ern