Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
538
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Novellen⸗ Zeit

Zeit eno ſſen. ſchlechter Patriot bezeichnet wurde, welcher mit mehr als g l einem Tyrannen in Verbindung ſtände, ſah ſeine Wohnung und ſeine Kaſſe im Namen der Völker und der Freiheit

James Rothſchild.

V Es war zu Ende September 1793. Der Landgraf von Heſſen⸗Caſſel, da er die Fahne der franzöſiſchen Re⸗ volution an den Grenzen ſeines Staates flattern ſah, hatte ſeine Diamanten und zwei oder drei Millionen Thaler zu⸗ ſammengepackt und ſchlug dann erſt den Weg nach Frank⸗ furt ein, wo er ſein Vermögen in Sicherheit bringen zu können glaubte.

In der alten Stadt der Kaiſerwahlen klopfte er an die Thür eines kleinen jüdiſchen Banquiers, Namens Meyer Rothſchild, reicher an Kindern als an Thalern und dabei verdienſtvoller Archäolog und ausgezeichneter Numismatiker.

Der Landgraf, der ſelbſt eine Leidenſchaft für die An⸗ tiken hegte, bezeigte der Wiſſenſchaft des Juden eine große Achtung. Seit fünf oder ſechs Jahren war Meyer unter dem Titel eines Medailleurs Sr. Hoheit deſſen Liferant.

Meyer, ſagte der Landgraf, indem er ihm ſeine mit Gulden vollgepfropfte Kaſſe übergab,ich weiß wie recht⸗ ſchaffen und gewiſſenhaft Du biſt. Hier iſt Alles, was ich beſitze; nimm es an und gib es mir in beſſeren Zeiten zurück.

Ein ſolches Vertrauen ehrt mich. Ew. Hoheit, ent⸗ gegnete der Jude,aber vergeſſen Sie, daß die republika⸗ niſche Armee noch vor acht Tagen in unſern Mauern ſein kann?

Nun, Meyer, wie Gott will! Einen Empfangsſchein verlange ich von Dir nicht.

Der Prinz beſtieg ſeine Poſtchaiſe wieder, ohne auf die neuen Vorſtellungen des Kaufmanns zu achten, überließ ihm ſeine Kaſſe und fuhr ab.

ein. Noch vor Ende der Woche ergab ſich Frankfurt den franzöſiſchen Truppen, und der Banquier, der als ein

Was Meyer vorausgeſehen hatte, traf Punkt für Punkt V es Dich nicht zu ſehr in

geplündert.

Als aber die Sieger Frankfurt verlaſſen hatten, öffnete Meyer Rothſchild ſein Bankhaus wieder und fand zuerſt bei ſeinen Religionsgenoſſen und dann bei aller Welt Cre⸗ dit, ſo daß er bald reicher wurde, als er zuvor geweſen war. 1802 betrachtete man ihn als den ſolideſten Ban⸗ quier in Deutſchland!

Um dieſe Zeit gab es für die gekrönten Häupter einen Augenblick der Ruhe. Die Prinzen des Rheinbundes be⸗ fanden ſich wohl oder übel unter der hohen Schutzherrſchaft Napoleons. Durch den Willen des großen Feldherrn zum Kurfürſten des deutſchen Reiches erhoben, erhielt der Landgraf von Heſſen die Erlaubniß, in ſeine Staaten zurückzukehren. Auf ſeinem Wege dahin kam er durch Frankfurt. Die Zeitungen hatten ihn früher von der Plünderung, der das Haus Meyer's preisgegeben worden war, benachrichtigt, und der Prinz glaubte ſeine Caſſette ſeit langer Zeit in dem Beſitz der Jacobiner. Dennoch machte er dem Numismatiker einen Beſuch, um ihm die Verſicherung zu geben, daß er ſeine Achtung und ſein Ver⸗ trauen nicht verloren hätte.

Guten Tag, Meyer, ſagte der Kurfürſt, indem er ihm mit jener herzlichen Freimüthigkeit, die dem Deutſchen natürlich iſt, die Hände reichte.Endlich haben wir Frie⸗ den, mein alter Freund. Er kommt uns theuer zu ſtehen. Du ſiehſt vor Dir einen unglücklichen Fürſten, der eben ſo arm iſt wie Hiob.

Sie arm, gnädigſter Herr?

Ei, ohne Zweifel, da die verwünſchten Ohnehoſen meine Thaler mit den Deinigen geſtohlen haben. Wenn

Verlegenheit ſetzte, ſo würde ich Dich bitten, mir auf die Entſchädigung, die ich in Caſſel

empfangen werde, einen kleinen Vorſchuß zu leiſten.

glänzenden Ruf eines vollkommenen Ehrenmannes und wahrhaft noblen Kaufmannes behielt, der, wie es im Nekrolog der Deutſchen (pro 1823, II. Heft) heißt, das mercantile Intereſſe mit dem böher Literatur ehrender

liegenden, der Beförderung nützlicher und die Unternehmungen, ſehr wohl zu verbinden verſtand. Er war ſelbſt Schriftſteller, die Novelle der UraniaGuntram iſt aus ſeiner Feder, das Converſationslexikon enthält mehrere nach engliſchen und franzöſiſchen Unterlagen ausgearbeitete Artikel von ihm; die ſeiner Zeit noch im Argen liegende Nachdrucksgeſetzgebung veran⸗ laßte ihn, mehrere Memoiren zum Schutze des literariſchen Eigen⸗ thums zu ſchreiben.

Von ſeiner umfaſſenden, wahrhaft univerſellen und dabei ſoliden Bildung geben aber am meiſten Zeugniß die von ihm oft ganz allein beſorgten Redactionen des Literariſchen Wochenblattes, deſſen fünf erſte Bände von A. v. Kotzebue herausgegeben wurden, ſpäter Literariſches Converſationsblatt genannt; ferner der Deutſchen Blätter(6 Bände), des kritiſchen Jahrbuchs der Literatur Hermes, endlich des Taſchenbuches Urania. Dazu kommt ſeine ausgebreitete gelehrte Correſpondenz, dazu die von ihm energiſch ausgefochtenen literariſchen Fehden, in die er ſich gegen Müllner, Schütz in Halle, gegen Ludwig Hain, einen frühern Mitredacteur des Converſationslexikons, verwickelt ſah. Kurz, Friedrich Arnold Brockhaus iſt eine hoch intereſſante, durch und durch ehrenwerthe Perſönlichkeit, ie es ſich wohl ver⸗ lohnte durch eine Biographie, wie ſie vor Kurzem Perthes in Gotha erhalten, füͤr die Nachwelt als Muſter eines echten Kauf⸗ mannes und Gelehrten und zugleich zur Illuſtration der Zeitge⸗ ſchichte hiſtoriſch zu fixiren.

Die Zeitungen.

Cäſar verdankt man die Begründung der erſten Zeitung; bei ſeinem Kampf gegen Pompejus ließ er decretiren, daß die Beſchlüſſe des Senates und des Volkes verkündet werden ſollten. Dieſe Be⸗ kanntmachungen waren nicht ganz das, was wir gegenwärtig unter dem Namen Zeitung begreifen, ſondern höchſtens eine Analyſe der Reden und der Geſetzvorſchläge, aber der Gedanke war doch ent⸗ ſtanden und ſchnell ſollte er Früchte tragen. Nach Eröffnung der Bahn verfolgten die Römer ſie bald weiter, und Cicero ſpricht von einem gewiſſen Creſtus, deſſen Blatt ſehr verbreitet war; man fand darin Thatſachen aller Art, Neuigkeiten über das Theater, Heiraths⸗ anzeigen großer Familien, Todesanzeigen berühmter Perſonen, die Geſchichte der Hunde, die ſich durch ihre Treue auszeichneten (der Hunde des Sabinus); ſelbſt die Enten blühten ſchon darin und die Reclamationen blähten ſich. Seneca weigerte ſich, die Erwähnungen ſeiner Wohlthaten an die Zeitungen einzuſchicken. Eine große Anzahl von Copiſten waren mit der Abſchrift dieſer Blätter beſchäftigt, welche die reichen Bürger ſich während ihrer Mahlzeiten vorleſen ließen. Das Kaiſerreich veränderte die Ge⸗ wohnheiten der Zeitungen: man gab Berichte über die Empfangs⸗ feierlichkeiten bei Hofe und nahm die Geſänge zu Ehren der ſieg⸗ reichen Kaiſer auf.

Als die Barbaren Italien überflutheten, verſchwand die Zeitung und während des ganzen Mittelalters blieb ſie unbekannt. Unter der Ligue ſah man eine große Menge von Satiren, Pamphlets und Flugſchriften; Eſtual ſtellte ſogar eine werthvolle Sammlung auf, aber es war noch immer nicht die Zeitung. Dieſe erſchien zuerſt wieder in Venedig, dann in England und endlich in

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