Jahrgang 
27-52 (1856)
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und des bis zum Exceß gehenden Genuſſes, zwiſchen denen das Leben des Mannes ſo leicht ſchwankt, weil ſie ſich nicht, wie er, zu verlieren, ſondern zu behaupten beſtimmt iſt.

Darum die faſt abſolute Unmöglichkeit für den Mann, ſich

in Verarmung zu ſchicken, in fremde Verhältniſſe, höhern Stand u. ſ. w. einzuleben, während die Frau, wegen ihrer innerlichen Unabhängigkeit von ihnen, dies viel leichter vermag. Aus ſich ſelbſt ſchöpft die Frau, darum bleibt Alles bei ihr ſubjectiv, gründet ſich auf ein unmittelbares

Gefühl, auf einen für uns bewundernswürdigen Takt, mit

dem ſie Alles intuitiv auffaßt. Anders der Mann, er abs⸗ trahirt fortwährend von aller Subjectivität, darum ver⸗ knüpft er nach objectiven Gründen, verfährt discurſiv, läßt ſogar ſein Gefühl vor dem verſtändigen Raiſonnement zu⸗ rücktreten. Daher die ſtete Forderung des Mannes, man ſolle conſequent ſein, die ihn ſo oft zur Einſeitigkeit, zum Extrem führt, während die Frau mit ihrer f ornen Antipathie gegen Logik dennoch, weil ſie ſtets das Ganze ins Auge faßt, in der Praxis ſo oft Recht behält. Darum iſt ſie, obgleich ſie ſehr oft in den allercomplicirteſten Ver⸗ hältniſſen, was uns ein gordiſcher Knoten ſcheint, nicht zerhaut, ſondern löſt, dennoch für das Raiſonnement völlig

Abstraction gewonnenen Allgemeinheiten kommen, ſo ge⸗ ſchieht es in der Regel ſo, daß gewiſſe Sentenzen, die aus Büchern oder Geſprächen aufgeleſen wurden, à tort et à travers eingeſtreut werden, zum Grauen aller Männer, die

nicht wiſſen, wie das hierher gehört, und keinen Menſchen⸗

verſtand darin ſehen.

Die Frau will gefallen und geliebt ſein, der Mann dagegen will geachtet ſein und ſucht Ehre, d. h. jene will, daß die Zuneigung, die ihr geſchenkt wird, ſich auf ſubjective, dieſer, daß ſie ſich auf objective Gründe ſtütze. Unter Ehre verſtehen daher Männer und Frauen etwas ganz Verſchiedenes; bei letztern ſteht ſie immer in näherer oder entfernterer Beziehung zur Liebe, während beim Manne

Novellen⸗

Zeitung.

es ſich um objective Beſtimmungen, viſſenſchaftliche oder politiſche Verdienſte handelt. Eben weil der Subjectivis⸗ mus den Frauen, die Richtung auf die Sache uns ange⸗ boren iſt, eben deswegen ſoll man nicht tadeln, ſondern als eine Thatſache gelten laſſen, daß die Unterhaltungen der Frauen ſich nur um den lieben Nebenmenſchen drehen, während Männergeſpräche oft ganz Anderes betreffen. Es iſt ſo, und den Männern, welche ſtets über die Klatſchereien in Damenkaffee's den Mund ſo voll nehmen, denen möchte ich zu bemerken geben, daß die Geſpräche über neuange⸗ kommene Weinſorten, über eine merkwürdige Domino⸗ oder L'hombrepartie eben auch keinen ſublimen Charakter haben. Mit Recht aber fordere ich dieſelbe Billigkeit von den Frauen; Weinſorten und Karten, Witzanekdoten und die ganze leidige Politik, ſie ſind Sachen und keine Per⸗ ſonen, und darum iſt es erklärlich, wenn Männer ſich ſtundenlang davon unterhalten.

Ebenſo zeigt ſich ein Gegenſatz hinſichtlich der Zunei⸗ gung, die ſie ſchenken. Die Frau erreicht, ja übertrifft vielleicht den Mann an Intenſität der Liebe(der Mutterliebe möchte keine gleich kommen), dagegen iſt

ſie faſt unfähig zur Freundſchaft, wenigſtens überdauert untauglich, und wenn Frauen raiſonniren, d. h. mit durch

dieſe nie einen Conflict mit der Liebe, ſo daß es begreiflich iſt, daß die Freundſchaften junger Mädchen ſo oft durch Heirathen, ja nur durch Verlobungen, einen Stoß erleiden.

Nicht anders iſt es mit den verſchiedenen Aeußerungen der Abneigung. Vergleichen Sie z. B. den Mann und die Frau in der Eiferſucht. Da richtet ſich der Hauptzorn der Frau auf die Nebenbuhlerin, die beneidet, der vielleicht in Tracht und Putz nachgeahmt wird; die Liebe zum Un⸗ getreuen kann dabei gleich intenſiv bleiben. Umgekehrt beim Manne. Ganz beſonders zürnt er der Frau, welche einen Andern, einen ſo Erbärmlichen u. ſ. w. ihm vorziehen konnte. Sehen Sie bei Beiden den Haß, ſo wird er im äußerſten Grade beim Manne zum brutalen Morde, bei der Frau zur langſamen Grauſamkeit führen, und wenn

ſchaftliche Betheiligung an vielen der bedeutendſten induſtriellen Unternehmungen einen Ruf gemacht hat, erſcheint durch ſeine aus⸗ gedehnten chemiſch⸗techniſchen Studien, ſeine vielfältigen wiſſen⸗ ſchaftlichen Reiſen, endlich durch die praktiſche Leitung eines der anſehnlichſten induſtriellen Etabliſſements, beſonders geeignet hierzu. ſ dertechniſchen unorganiſchen Chemie Licht und Wärme behandelt, gibt davon genügendes Zeugniß. Die beiden Hauptabſchnitte derſelben lauten: Ueber die Verbrennung, die Brennmaterialien, ihren techniſchen Werth, über die Heizvorrichtungen, und: über Erzeugung von Licht, Gasbeleuchtung, Fette, Oele, Kohlen⸗ waſſerſtoffe, Kerzen und Lampen. Wie aus dieſen Titeln ſchon erſichtlich, wendet der Herr Verfaſſer die wiſſenſchaftlichen Reſul⸗

keiten behandelt, die in letzten Jahren München zu einem Culmi⸗

nationspunkt wiſſenſchaftlichen und literariſchen Strebens machten;

wir werden hier in die Häuslichkeit und Geſelligkeit verſchiedener

Kreiſe eingeführt, wir werden mit Liebig, Riehl, Dönniges,

rs ge Dingelſtedt, Thierſch u. ſ. w. perſönlich bekannt gemacht. Die vorliegende erſte Abtheilung, die als erſtes Capitel

Miseellen.

Die Ruinen von Sodom und gomorrha.

In dem trefflichen Werke von Georg Robinſon:Reiſe nach Paläſtina und Syrien ſpricht der Verfaſſer die Behauptung aus,

4[II. Jahrg.

Rr 33]]

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d d Jahlreiche in den Text daß die genaue Lage der Städte Sodom und Gomorrha, Adama, Sr 8 gedruckte Holzſchnitte erleichtern das Verſtändniß ſeiner Dar⸗ Seboim und Zoar, von denen die vier erſteren durch den göttlichen w. Died ſtellung. Wir ſind überzeugt, daß mit dieſem Buche einem weit⸗ Zorn vernichtet wurden, durchaus unbekannt iſt, und daß man bis muitten d voeerbreiteten Bedürfniſſe entgegen gekommen wird. †† zu dem heutigen s keine Spur ihrer Trümmer zu entdecken wſelten . vermochte, wenn es uͤberhaupt dergleichen gibt. 1 welches Ke Münchener Skizzenbuch. Von Wolfgang Müller Ein anderer Gelehrter dagegen, deſſen Glaubwürdigkeit indeß ieſelſchaf von Königswinter. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1856. zuweilen beſtritten wird, Herr von Saulcy, ſagt in ſeiner Reiſe 3 hen Länd

Dieſes neue Bändchen der Brockhaus'ſchenReiſebibliothek ſum das todte Meer: deen

bringt auf 155 Seiten eine gedrängte und anſchauliche Skizze der reichen Summe höchſter Kunſt⸗ und Lebenserſcheinungen, die das letzte Menſchenalter in München angeſammelt hat. Der Laie thut durch dieſe Darſtellung der Münchner Galerien einen Einblick in ddie gegenwärtig civiliſirenden Richtungen der Kunſt; dieſelben ſchärfer zu charakteriſiren und polemiſch zu vertreten, wäre ſicher mit dem allgemeinen Zwecke dieſes Buches nicht vereinbar geweſen. Mit beſonderer Aufmerkſamkeit hat W. M. ferner die Perſönlich⸗

Wir gelangten zu dem Fuße des Salzberges, dem Djebel⸗ el⸗Melehh oder Djebel⸗Esdoum der Araber. An der nördlichen Spitze dieſes Berges liegt ein Haufe von Trümmern, die das Meer beherrſchen; dies iſt der Redjom⸗el⸗Mezorrhel(der überein⸗ andergeworfene Haufen); 200 Meter davon zur Rechten an dem Abhang des Salzberges befinden ſich die Ruinen einer ungeheuren Stadt. Dieſe Ruinen werden von den Arabern Kherbet⸗Esdoum genannt und ſind die von Sodom. 6

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