Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
522
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Mein Gott, wie iſt das möglich? rief erſtaunt das junge Mädchen.

Glauben Sie meinen Worten nicht, ſo ſehen Sie in mein Rechnungsbuch.

Ach, Verzeihung, Herr Crosby mir ſchwindelt der Kopf ich weiß nicht mehr, was ich ſpreche! Ich kann es nicht faſſen, daß ich eine ſolche Summe

Sie konnte nicht weiter ſprechen, ein heftiges Weinen unterbrach dieſe Worte.

Erneſtine, rief Crosby gerührt,Sie waren im Unglücke gefaßter, als Sie es jetzt im Glücke ſind!

Meine gute Mutter! ſchluchzte ſie.Ach lebte ſie noch, daß ich ihre letzten Tage verſchönern könnte! Das Elend brachte ſie in das Grab, ſie ſollte das Glück ihrer Tochter nicht mehr erleben. Mutter, Mutter, Du biſt mein Schutzgeiſt! Aber auch Du, mein lieber Vater; denn V es ſind ja eigentlich Deine Werke, welche die Welt be⸗ wundert!

Erneſtine weinte noch einige Augenblicke ſtill vor ſich hin, dann trocknete ſie mit ihrem weißen Batiſttuche die Thränen und trat gefaßt zu dem Kaufmann.

Herr Crosby, ſagte ſie mit dem Lächeln eines Engels,ſo will ich denn mein Glück aus Ihrer Hand empfangen. Ich würde Sie kränken, wollte ich daran zweifeln, ſo groß es auch iſt. Verwalten Sie meine vier⸗ tauſend und vierhundert Guineen

Verzeihung, meine liebe Erneſtine, unterbrach ſie Crosby lächelnd,ich habe Ihnen die reine Einnahme ge⸗ nannt; jetzt komme ich mit meiner Gegenrechnung.

Behalten Sie die Hälfte!

O nein, ich bin kein Wucherer. Wenn ich die üblichen Procente abziehe, kommen mir nur vierhundert Guineen zu.

Nehmen Sie tauſend!

Sollte ich von Ihnen mehr nehmen, wie von andern Künſtlern? Sie wiſſen nun, daß Sie ein Vermögen von viertauſend Guineen haben unſer Geſchäft iſt beendet.

Novelſen⸗Zeitung.

Jahrg.

(II.

Brauchen Sie eine kleine Summe, um meiner Schweſter

das Koſtgeld zu zahlen, ſo fordern Sie!

Nein, meine Kaſſe iſt noch nicht erſchöpft!

Crosby reichte ſeinem Schützlinge ein Papier.

Was iſt das? fragte Erneſtine.

Die Beſcheinigung, daß ich von Ihnen viertauſend Guineen in meinem Geſchäfte habe. Vergeſſen Sie nicht, daß ich Geſchäftsmann bin und auf Ordnung halte. Ich weiß, Sie vertrauen mir; aber Ordnung iſt in allen Dingen gut. Nehmen Sie!

Erneſtine konnte nicht ausweichen ſie verbarg das Papier in einem zierlichen Notizbuche, das ſie aus ihrer Schürze von ſchwarzer Seide zog.

Kann ich nun gehen? fragte ſie.

Der Kaufmann nickte lächelnd mit dem Kopfe und reichte ihr die Hand zum Abſchiede. Erneſtine ſchlüpfte wie ein Sylph aus dem Laden und eilte zu Miß Sara, um ihr zu verkünden, wie reich ſie ſei.

(Fortſetzung folgt.)

Aeber frauen, Liebe und Ehe.

Von

J. E. Ervmann.

(Der vielberühmte Halliſche Philoſoph, der Verfaſſer der mit ſo viel Aufſehen bekannt gewordenen Berliner, Vorleſungen überLachen und Weinen, überdas Spie⸗ len u. ſ. w., hat vor vier JahrenPſychologiſche Briefe (Leipzig, C. Geibel), ein Seitenſtück gewiſſermaßen zu Lie⸗ big'sChemiſchen Briefen, herausgegeben, die jetzt be⸗

das Mittelglͤd zwiſchen den gemeinen und den edlen Metallen betrachtet werden. Es ſteht für den häuslichen Gebrauch über den erſtern, da die Säuren es nicht angreifen, ſelbſt nicht die Eſſigſäure.

Das Aluminium findet ſich in beträchtlicher Menge in den Thonerden; bei einigen der gewöhnlichſten Stoffe ſteigt das Ver⸗ hältniß bis zu einem Viertel des Gewichts.

Obgleich man einige ſehr theuer erworbene Medaillen als Verſuche hat ſchlagen laſſen, ſo diente das Aluminium doch bisher nur zu ſehr dünnen Platten, und in dieſer Beziehung erſetzt es das Kupfer mit vielem Vortheil, denn während es bei gleichem Gewicht einen größ eine größere Oberfläche. a.

Norntransporte in Odeſſa.

Was Odeſſa beſonders zu einer wichtigen Stadt macht, iſt ſeine Verbindung mit dem Ackerbau Rußlands. Die Diſtricte, aus denen es ſeine Kornladungen bezieht, ſind zwiſchen 50 und 80 Stunden weit entfernt. Seine Kornſpeicher ſind ſeine beträcht⸗ lichſten Gebäude; ſie zeichnen ſich nicht nur durch ihre gewaltige Größe aus, ſondern auch durch den Luxus ihrer Architektur. Einige erſcheinen auf den erſten Anblick für Clubs oder Muſeen.

Die Cerealien, welche zum großen Theil aus den alten Provinzen Polens kommen, werden nach Odeſſa auf kleinen Karren von ſehr roher Conſtruction gebracht. Jeder Karren, der von einem Paar Ochſen gezogen wird, enthält etwa tke K In den Zeiten der Ausfuhr kommen täglich Hunderte dieſer länd⸗

gern Umfang hat, bietet es dem Kupferſtecher

acht Säcke Korn.

lichen Fahrzeuge in Odeſſa an. Was ſie enthalten, wird zunächſt auf die Kornſpeicher gebracht und von dieſen auf offenen Wagen nach dem Hafen. Man kann ſich keinen Begriff von dem Schau⸗ ſpiel machen, welches dieſe ungeheure Reihe von Karren bietet, die nach dem Quai zu rollen und dann in anderer Richtung zurück⸗ kehren; man ſollte glauben, die Bewegung eines endloſen Taues zu ſehen, das durch eine Maſchine in Umlauf geſetzt wird. Die beiden Hauptkornarten, die ſo in Odeſſa aufgehäuft werden, ſind Kubanka oder hartes Korn, und Acemaia oder weiches Korn. Das erſtere wird beſonders nach den Hafen des mittelländiſchen Meeres, nach dem Süden Frankreichs und nach Italien ausgeführt und man verwendet es zur Anfertigung von Fadennudeln, Maccaroni und ähnlichen Erzeugniſſen. Das letztere wird in England vorgezogen. Außer dieſen Kornvorräthen, die nach Odeſſa aus der pol⸗ niſchen Provinz kommen, die im Allgemeinen unter dem Namen Podolien bekannt iſt und 80 120 Stunden entfernt liegt, langt auch noch auf der Donau eine ziemlich große Menge aus der Moldau und Walachei an. Dieſes, in offenen Fahrzeugen ver⸗ ſchifft, wird oft während der Reiſe durch Näſſe beſchädigt. Endlich

dieſe letztern Transporte ſind bei weitem nicht ſo beträchtlich wie die auf den Karren.

Man muß übrigens ſehen, welchen Mühſeligkeiten die armen Bauern ausgeſetzt ſind, die dieſe Karren über einen bald ſumpfigen, bald ausgedörrken Weg zu fahren haben, durch Gegenden, in welchen man noch nicht den geringſten Begriff von Macavam hat. Dringt man in die Steppe, welche die Küſte wie ein Gürtel umfaßt, ſo ſieht der Blick, ſo weit er ſich erſtrecken kann, nichts

kommt auch noch Korn aus Cherſon und deſſen Umgebung, aber

N. 33.]

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