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ALBIIM.
Noyellen⸗ Zeilung.
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Hugo Oelbermann.
514 Das kosmiſche Rränzchen. Ein Lebensbild. Sitzen dreizehn noble Damen— daß die Zahl euch nur nicht
wundert— Sitzen alſo dreizehn Damen aus dem ne eunzehnten Jahrhundert! Sider bei der Frau vom Hauſe, die ſich Frau von T Treſchen nennet, Die den Humboldt tief ergründet, auch den Bromme kennet, Sitzen da beim Thee verſammelt, bei dem hochberühmten, alten— So geeignet den Gedanken, dieſen Kobold, feſtzubalten. Von den Häupten nickt bernieder die geborgte Locken⸗Aehre, Hie und da durchzieht's die Räume wie ne Blauſtrumpf⸗ Atmoffäre; Auf dem Tiſch die Silberkannen und die Taſſen, goldberändert, In den Niſchen tauſend Dinge, die die Plätze nie verändert; An den Seiten weiche Divans, hohe ſammtne Polſterſtühle, Auch ein Springquell del Farina— zur höchſtnöth'gen Nervenkühle; Auf Conſolen und Eſtraden fremde ſeltne Stauden thronen— Wie's einmal nun mit ſich bringen ſo die„noblen Paſſionen“! Und es meint der Damen eine, daß es ſieben ſchon geſchlagen: Pünktlich auf dem weißen Teller wird der Kosmos düfes raſgent Sinnend neigt die Frau vom Hauſe jetzt ihr Haupt, zu leſen: Die wievielte Erdenſchichtung das Baſaltgeſtein geweſen; Und ſo dringt man tief und tiefer, bis wo weilt der Antipode, Und citirt dazu den Bromme, auch den Siegmund und den Rohde. Wie ausführlich die Citate! o, wie ſorglich die Vergleiche! Wie begeiſtert eilt der Scharfſinn durch die Grelagen⸗ Reiche! Hal! die Pulſe klopfen prächtig, von dem Geiſt der Zeit gehoben, An der Toga des Jahrhunderts wird mit ſtolzer2 Bruſt gewoben: ihr Schweſtern! ahnungstrunken fliegt mein Geiſt in ferne Zeiten, In der Menſchbeit hehre Zukunft, der auch wir den Weg bereiten!“ Frau von Treſchen ruft's, es ſprühen von der Stirn die Geiſtes⸗ blitze, ele fraglichem, geheimen Sitze; Kosmos! läßt ihn fallen in Extaſe! zertrümmert liegt die potichomanierte Blumenvaſe! Sitzen des Frauen! Stehen mit gefaltnen Händen die Beſcheerung anzuſchauen! Aechzend ſtöhnt die Unglückſel'ge:„ein Geſchenk der Fürſtin Dina! — bringt mir Waſſer von Farina!“ wie plötzlich kommt daher das Ungeheure! Helft! zerknittert wird das Häubchen! ach das ſchöne, ach das theure!““
beginnt
O „O,
Blaſen ſteigen aus der Se Und empor hebt ſie den Kosmos! läßt..... Und... Kreiſchend ſpringen von den
„O entſetzlich! ich vergehe! „„Helft!— in Krämpfen!— ha,
** Aufgehoben iſt das Kränzchen. Wer wird nach
fragen— Wo ein Häubchen ward zerknittert, eine Vaſe ward — Und ſie jammern und ſie rennen
dem Kosmos
zerſchlagen? .wo ſich Hülf' und Rettung böte... Fern im Winkel liegt der Humboldt ſammt der Zu⸗ kunft Morgenröthe!
Gedichte von Hugo Oelbermaun.
dazu
Jahrhunderts große
Hamburg.
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An Emanuel v. Zeibel.
1.
Ich liebe dich!— und mußt' es oft verkünden. Wenn ich im Kreis der Freunde hab' geſeſſen, Wenn man der Schmähung wollte ſich vermeſſen, An deiner Muſe ſich gewollt verſünden.
Ich liebe dich,— und thu's aus dieſen Gründen: In einer Zeit der bunten Flittertreſſen, Des glatten Scheines, haſt du nie vergeſſen,
Daß ſich das Herz am Liede ſollentzünden!
Und drum geſchieht's: wo in der Bruſt erglommen Ein Funke nur vom echten Schönheitsſtrahle— Da wird dein Lied mit Liebe aufgenommen.
Ich trete oft heran zu jener Schale Des edlen Seims, und immerdar mit Frammen Kehr' ich erquickt vom königlichen Mahle.
2. Laß ſie getroſt— die dich zu werfen wagen In Einen Topf mit Redwitz und Genoſſen, Die ſich in feilen Schmäbungen ergoſſen, — Laß ſie getroſt von„Geibeleien“ ſagen!
Du wirſt ſie ſiegreich aus dem Felde ſchlagen! Voll edlen Maßes, melodieumfloſſen, Wiſ du gefeit, zu trotzen den Geſchoſſen,
Die Allen drohn, die aus dem Schwarme ragen.
Als echter Dichter mit dem Zauberſtabe Und einem Honig, köſtlich wie der Bienen, Zu des Gemüthes und des Herzens Labe
Gereicht in ſaubern, goldenen Terrinen,— So gehſt du hin mit deiner Dichterhabe; So lieb' ich dich; ſo biſt du mir erſchienen.
Es können nicht dieſelben Pfade gehen Die Geiſter alle, die das Hohe wollen, Die ihre Kraft dem ernſten Streben zollen, Und die berufen zu der Dichtung Lehen.
Man wird ſie oft ſich gegenüber ſehen
Im Blitz der Hirne und im Redegrollen;
Doch alles Schöne was der Bruſt entquollen— Wird auch der Gegner lieben und verſtehen.
Du liebſt zumeiſt der Muſe milden Segen; Ich a aber trag' des Geiſterkampfes Zeichen! — So gehn auch wir nicht auf denſelben Wegen!
.
Doch werd' ich ſtets die Segel vor dir ſtreichen: Wo wir den Ton auf Maß und Schönheit legen— Bis mir's gelingt dich darin zu erreichen.
Hoffmann und Campe. 1856.
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