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Nr. 32.]) Literariſche Beſprechungen.
Dritte Folge.
Schwanwiek. Skizzenbuch aus Norddeutſchland von
Edmund Hoefer.— Stuttgart. Adolph Krabbe. 1856.
Auch ein Vertreter der neuen Richtung unſrer Literatur, auch ein Realiſt, ein Schriftſteller, der das Leben, wie es in Wirklichkeit ſich darbietet, begreifen gelernt und das be⸗ griffene in poetiſcher Geſtaltung zur Anſchauung gebracht hat! Hoefer iſt uns aus ſeinen„Geſchichten aus dem Volke“ und ſeinen„Geſchichten aus alter und neuer Zeit“ bekannt. Das waren faſt ſämmtlich kurze draſtiſche Erzählungen, Charakterbilder von ſcharfer, meiſt greller Färbung, ſtets kraftvoll gemalt, von ergreifender Wirkung, auch wenn ſie das Leben meiſt von ſeiner düſtern, der Anmuth wider⸗ ſprechenden Seite enthüllen. In dieſem Skizzenbuche tritt der Dichter, ſoviel wir wiſſen, zum erſten Male mit einer umfangreicheren Arbeit vor das Publicum; dieſer eng ge⸗ druckte Band iſt von einer einheitlich zuſammenhängenden Darſtellung erfüllt. Dieſelbe unterſcheidet ſich von Hoefer's früheren Sachen zunächſt auf vortheilhafte Weiſe dadurch, daß ſie gerade die von ihm bisher vernachläſſigte Weiſe der Anſchauung vornehmlich pflegt; die Nachtſeiten menſchlichen Schickſals ſind hier ſo gut wie ganz in den Hintergrund gedrängt von einem hellen heiteren Tageslichte, das eine fruchtbare, flachhügelige Nordſeelandſchaft mit der Staffage des behaglichſten Idylls beleuchtet. Das Natürliche und Geſetzmäßige, das Glück in der Ordnung und Bildung geſelliger Verhältniſſe iſt es, was der Verfaſſer hier ver⸗ herrlicht. Das Ideal des Hauſes, des geſitteten Zuſam⸗ menlebens innerhalb der Familie iſt, in beſtimmter localer
Beleuchtung erfaßt, der Inhalt ſeines Buches. Ein junger
Mann— wir dürfen den Dichter ſelbſt in ihm erkennen— beſucht im Frühjahr einen wackeren Amtmann auf ſeinem ſtattlichen Hofe, bleibt den Sommer übe. vort und ſahet
ein genaues, liebenswürdiges Tagebuch über alle ihm be⸗
gegnenden ökonomiſchen und pſychologiſchen Vorgänge, die von der erſten Frühjahrsthätigkeit des Landmannes bis zum
Erntefeſte in einen Cyklus eingeſchloſſen ſind und endlich
mit einer fröhlichen Hochzeit im Winter ſchließen. Die Quinteſſenz des geſchilderten Familienlebens ſpricht der Verfaſſer in den Worten aus:„Die Zucht im Hauſe und die Lebensordnung iſt trotz aller geſtatteten Freiheit nichts
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weniger als lax. Man fällt in dieſes Haus nicht nur ſo hinein und lebt fort wie überall. Es iſt manches Beſon⸗ dere da, manches Eigenthümliche, das erſt gelernt ſein will, in das man ſich ſchicken muß. Haus und Familie werden dadurch erſt zu dieſem beſtimmten Hauſe, zu dieſer Familie; ſie werden ſelbſtſtändig und eigenthümlich; das ganze übrige Leben verknüpft ſich damit, entſteht ſo zu ſagen erſt von da aus. Es liegt darin für Jeden die Bürgſchaft einer wahren Tüchtigkeit und Sicherheit. Ein ſolches Familienleben iſt ein feſter Halt und verleiht auch den zufällig ſich Anſchlie⸗ ßenden eine gewiſſe Haltung“ u. ſ. w. Das Beſondere dieſes Lebenskreiſes weiß nun Hoefer mit jenem feinen Sinne für das Eigenthümliche und Nuancirte zu charakte⸗ riſiren, durch den der Dichter zum Maler mit dem Worte wird. Nicht ſowohl wenn er in dramatiſcher Darſtellung einen beſondern Vorgang in Scene ſetzt, als vielmehr wenn er ſchildernd die allgemeine Stimmung gewiſſer Situationen zuſammenfaßt, entfalten ſich die wahren Vorzüge ſeines Pinſels. Der Plauderſtunde und der Schlummerſtunde, dem Frühaufſtehn und dem Lichtanzünden, den Sonnentagen und den Regentagen, den Frühlingsdüften und den Herbſtlüften, kurz jeder Tages⸗ und Jahreszeit, jeder Sitte, jedem Vor⸗ gang weiß er die ſpeeifiſche Seelenſtimmung abzulauſchen und durch die künſtleriſche Darſtellung derſelben uns ihren Genuß in einer Weiſe zu vermitteln, wie wir bei dem un⸗ mittelbaren Miterleben deſſelben ohne jenen künſtleriſchen Blick, ohne die reflectirende Beobachtung nur zu oft nicht theilhaftig werden.
So viel des Lobes. Leider iſt die Freude an all' dieſem herzerquickenden Material für uns wenigſtens bei der Lectüre des Buches keine ganz ungeſtörte geweſen, und zwar des⸗ halb, weil daſſelbe nicht in der ſchlanken Form des Guſſes geboten wird, welche die erzählende Darſtellung zu ver⸗ langen hat. Was bei Hoefer's kleineren Erzählungen nicht bemerkt wurde, das zeigt ſich hier deutlicher, der Mangel an dem e tlichen Plane, dem alles Einzelne als Noth⸗ wendigkeit ſich unterordnet. Wenn bei andern Novelliſten unſrer Zeit die dramatiſche Pointe vor der epiſchen Ruhe zu überwiegend hervortritt, hier verſchwindet ſie mehr, als vor dem Bedürfniß nach Spannang zu rechtfertigen wäre. So köſtlich alle die einzelnen Schilderungen ſind, es fehlt das Band der einheitlichen Handlung, das ſie zu einem Kunſtwerke verknüpfe. R. Giſeke.
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Brockhaus'
REISE=BIBI.IOTHEK
für Eisenbahnen und Dampfschiffe.
Poetisches Relse-Album. Herausgegeben von Josef Rank. Line Eisenbahnfahrt durch Westfalen. Von Levin Schücking. Wiien in alter und neuer Zeit. Von F. Gustav Kühne. Harzbilder. Von Heinrich Pröhle.
Von Berlin nach Hamburg. Von Ernst Willkomm. 1 Die Schlachten bel Leipzig. Von Karl Gustay von Berneck.
Allgemeiner Anzeiger.
Brüssel. Von J. E. Horn. Das Moselthal von Nancy bis Koblenz. Von Nikolaus Hocker. Die Thüringische Eisenbahn. Von Adolf Bock. Von Frankfurt a. M. nach Basel. Von Aurelio Buddeus, Briefe aus Südrussland. Von Marie Förster. Reise-Pitaval. Criminalgeschichten, erzählt von Wilibald Alexis. Münchener Skizzenbuch. Von Wolfgang Müller von Königswinter. Schillerhäuser. Von Josef Rank. Breslau und die Schlesischen Eisenbahnen. Von Max Kurnik., IEe Preis des Bändchens 10 Sgr. E2 In allen Buchhandlungen zu haben.
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