Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
493
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Iahrg.⅞Nr. 31.]

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ſchlecht, den zu gewähren den Männern doch ſo gut ſteht. Das ganze Verfahren deutete auf eine Gleichberechtigung und eine Concurrenz in der Arbeit, die ich in einem Lande, wo man die Frauen nicht emancipirt hat, kaum für möglich gehalten hätte. Schließlich meinte ſie dann noch, daß auch ihr Stand ihr im Wege ſei. Die meiſten Schrift⸗ ſteller wären Demokraten und verziehen uns unſern alten Namen nicht. ich mit Thränen in den Augen auf ſie zuging, ſie an meine Bruſt ſchloß und ſie einlud, mich zu beſuchen. Sie dankte mir warm für meine Freundlichkeit. Einſtimmig verſprachen wir dann noch ſie durch unſere Theilnahme zu entſchädigen für das, was ſie ungerechter Weiſe von den Männern zu ertragen hatte, und wenn es nicht anders wäre, ſo wollten wir auf gemeinſame Koſten ihre Werke veröffentlichen. Elwira war ganz gerührt über dies Anerbieten. Ihre Wangen glühten. Sie ſtellte ſich in die Mitte unſeres Kreiſes, wir ſämmtlich ſchaarten uns um ſie, und Jede einzeln mußte herantreten und ihr einen Schweſterkuß geben zum Gelöbniß unſerer Treue und Anhänglichkeit., In ſehr heiterer und gehobener Stimmung kehrte ich nach dieſem ſchönen Abend in meine Wohnung zurück, wo meiner ach! eine ganz andere Scene wartete. In meinem Zimmer ſaß meine Couſine auf dem Sopha, vor ihr ſtand die Theemaſchine, und ſo ſpät es auch ſchon war, hatte ſie noch nichts abtragen laſſen. Dieſe Unordnung in meinem Haushalte machte mir ſchon einen unangenehmen Eindruck; denn der liebe Gott hat doch auch die dienende Claſſe geſchaffen und ihr, leider, wie uns Andern das Be⸗ dürfniß des Schlafens gegeben; wenn ich mich alſo dieſem ſeinen Willen entgegenſetze, ſo macht er ſie krank, und wer leidet darunter, als ich? Folglich iſt es gegen mein eigenes Intereſſe, dieſen Naturgeſetzen zuwider zu handeln. Ich ſagte indeſſen nichts und wünſchte ihr artig einen guten Abend, wie es die Wirthin dem Gaſte ſchuldig war. Meine Couſine antwortete mir aber kaum, rief ihrer Tochter zu,

1 Dritte Folge.

Dieſe Ungerechtigkeit that mir ſo weh, daß

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gleich in ihr Zimmer zu gehen und ſich auskleiden zu laſſen, und ſagte, ſo wie ſich die Thüre geſchloſſen, in großer Er⸗ regung:Cordelie! Ich bin außer mir. Denke Dir, als ich heute auf die Galerie komme, ich war nur eine halbe Stunde zu Torniamenti hinübergegangen, eine heiße Taſſe Kaffee zu trinken, weil mich ſehr fror, da finde ich, daß mein allerliebſter kleiner Amor mit einem großen

grünen Feigenblatte verziert iſt. Ich bleibe entſetzt da⸗ vor ſtehen und traue meinen Augen nicht. Ich ſehe

mich um, aber Niemand iſt mehr da. Alle hatten heute ſehr früh die Galerie verlaſſen. Ich frage die Diener. Sie haben keine Antwort für mich. Ich bin außer mir und weiß nicht, an wem ich meinen Unmuth auslaſſen ſoll. Liebe einzige Cordelie! Hilf mir entdecken, wer mir den Streich geſpielt hat. Hilf mir herausfinden, wer eine ſolche Unverſchämtheit begehen konnte. Es iſt empörend, ent⸗ ſetzlich! Meine Arbeit antaſten! Ich glaube, daß ich davon Anzeige machen könnte und gerichtlich auf die Ent⸗ deckung des Verbrechers und auf ſeine Beſtrafung dringen könnte! Ich glaube, daß ich das könnte! Biſt Du der Meinung nicht auch?

Ich ſchüttelte mein Haupt.Nicht doch, liebes Cou⸗ ſinchen Zur Lohe! erwiderte ich.Je weniger Du davon redeſt, deſto beſſer. Möchteſt Du denn vor Gericht bekennen, welche paradieſiſche Unſchuld Du dort abgemalt? Und könnten Dir die Richter nicht ganz gut antworten, daß ſchon Adam und Eva nach einem Feigenblatte verlangt, und daß jener Unverſchämte es kann aber auch ein zart fühlendes weibliches Weſen geweſen ſein eigentlich nur der Bibel gemäß an Dir gehandelt habe?

Der Bibel gemäß! rief meine Couſine halb lachend, halb ärgerlich.Nein, liebe Cordelie, ſo viel Unſinn hätte ich doch nicht von Dir erwartet Nimm es mir nicht übel; aber Euch iſt hier ein ſo ſonderbarer Zopf gewachſen, daß man bisweilen irre wird, ob man vor Euch weinen oder lachen ſoll. Am Ende hat noch gar ein Geiſtlicher

angab, vollkommen wahr ſei, überdies mußte der Kirchthurm von St. Sulpice als unwiderlegliches Zeugniß gelten; es wurde daher der Proceß gegen den Abbé Pouſſinisre eingeleitet, der den Be⸗ hörden ſchon ſeit längerer Zeit verdächtig war. Die Unterſuchung brachte bald gegen ihn eine Menge von Thatſachen an den Tag⸗ die nicht minder auffallend waren, als die Entführung des Tuch⸗ händlers. Zum Beiſpiel bezeugten mehr als hundert Zeugen des weiblichen Geſchlechts, daß er an einem ſchönen Sommertage bei dem herrkichſten Wetter von der Welt, und während nicht die kleinſte Wolke am Himmel geſtanden hätte, ſo boshaft geweſen wäre, Tinte auf den Spaziergang des Gottesackers niederregnen zu laſſen, als eben die ganzegute Geſellſchaft dort verſammelt war, ſo daß im Nu die Anzüge der edlen Frauen und Jungfrauen ſchwarz gefleckt erſchienen, was ihnen nicht nur großen Schaden brachte, ſondern ſie auch zum Gelächter des Pöbels machte. Ebenſo ſagten die Bäcker aus, der Abbé wäre jedesmal, wenn er an ihren Laden vorbeigegangen, ſtehen geblieben, um Gebete zu murmeln und die Brode auf der Auslage zu ſegnen, woraus für ſie ſehr großer Nachtheil entſtanden wäre, da es eine

verbrannt zu werden, und der Urtheilsſpruch fand ſeine Voll⸗

ſtreckung auf dem Platze du marchis in Fougeres. Foug

Der Abbé drückte kein Staunen über ſeine Verurtheilung aus. Eine Zigeunerin hatte ihm prophezeit, daß er eines gewaltſamen Todes ſterben würde, zugleich aber auch hinzugefügt, die Urſache ſeines Todes würde ein Eſel ſein.Er hätte ſich daher auch ſtets ſorgfältig vor der Geſellſchaft aller Eſel gehütet, bemerkte er in ſeiner Vertheidigung mit einem ſonderbaren Lächeln,müßte aber doch wohl unbewußt in eine ſolche gerathen ſein. Manchen leuchtete bei dieſen Worten die Anſpielung auf den ehrlichen Tuchhändler Meiſter Quiller ein, doch wollen wir nicht behaupten, daß der Abbé ihn im Sinne hatte.

Er wurde verbrannt, ohne daß er ſeine Zauberkraft benutzt hätte, ſich im entſcheidenden Augenblick, wie früher nach Rennes, in die Luft zu ſchwingen, um in der Ferne irgendwo in Frieden zu leben..

Die Actenſtücke dieſes Proceſſes liegen noch jetzt in den Archiven von Fougeres, und es lohnte wohl der Mühe, ſie durch⸗ zuſehen, um aus ihnen ein genaueres Studium von den breto⸗

end Profanation geweſen ſein würde, geſegnetes Brod zu verkaufen niſchen Sitten jener Zeit zu ſchöpfen. a. n, als ke oder zu kaufen. Die Bosheit des Abbé hätte ihnen auf deeſe 4. Bein z ſhpf

lidete. E Weiſe den Verluſt ganzer Gebäcke zugezogen.

atten ſie nDiele andere Anklagen noch ſtürmten auf den Abbé Pouſſi⸗ Miscellen 8 ict viel, ſo niesre ein, der ſich kaum vertheidigte, ſeine Ankläger zu bemitleiden ¹ 1 M nächſte ſchien und nur die Anklage der Bäcker beachtete, indem er geſtand, Rernſprüche.

enteuer n V daß er in der That ſehr oft ihre Brode geſegnet hätte.Das war Wir ſuchen oft das Glück in Dingen, die wir nicht beſitzen, als Beus ſtärker als ich, ſagte er,und ich konnte mich nie dih Segens⸗ während viele Andere es in einem von den Dingen erblicken, die he über der ſprüche enthalten 4 wiir beſitzen ohne ſie zu achten. S.

vwohl in 1 1 Kurz der Abbé wurde verurtheilt, als Zauberer lebendig

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