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beuten verſtehen wird. Geiſte der neueren Geſchichte, wenn im Gegenſatze zu dem
Alterthum, das aus dem Zuſammenſein der Diana mit
ihren Nymphen einen Aktäon hervorgehen ließ, der Damen⸗ kaffee oft Veranlaſſung gibt, daß gerade die liebenswürdige Wirthin von dem bedauerlichen Schickſal jenes kühnen Jägers ereilt wird. Wenn neue oder gewaſchene Gardinen den Salon zieren, wenn ein Fortepiano oder ein großer Teppich angeſchafft worden; dann pflegt auch der Damen⸗ kaffee genügend herangereift zu ſein. Er beginnt mit einem allgemeinen Fenſterputzen, Poliren der Thürgriffe und Ab⸗ ſtäuben der Möbel und Bilder. Wenn dieſes Geſchäft be⸗
ellen⸗Zeitung.
Daher entſpricht es ganz dem Damen,
endet iſt, fängt es von Neuem an und wird mit Erbit⸗
terung bis an den Mittag des wichtigen Tages fortgeſetzt. Der Meſſingbeſtand an Ofenthüren, Zangen und Drückern mag für gewöhnlich noch ſo blank polirt ſein, jetzt wird er bis zu einem trügeriſchen Goldglanz emporgeängſtigt. Dann kommt die Reihe an die Epheuplantage. Welche Dame
umgäbe ſich nicht am liebſten mit dieſem geduldigen und
nachgiebigen Gewächſe, das am beſten um und auf Ruinen gedeiht! Die ganze Epheuvegetation wird gewaſchen und von den welken Blättern gereinigt. Erſt dann läßt man ein Gleiches der Blumenetagere und den ſonderbaren Krüppeln widerfahren, welche man Palmen zu nennen be⸗ liebt. Aber der Epheu bleibt immer der Liebling. Iſt er doch das eigentliche Symbol des Mannes, wie er ſein ſollte, aber nicht iſt, eines anſchmiegenden, beſcheidenen Weſens, das gern im Schatten ſteht, billig zu unterhalten iſt, ſich an allen Enden beſchneiden läßt und mit Kaffeegrund er⸗ nährt am üppigſten gedeiht! Die Auswahl der Kaffee⸗ ſerviette iſt keine Kleinigkeit. Was dem Bataillon ſeine Fahne, das iſt für eine Kaffeegeſellſchaft die Serviette, nur muß ſie nicht möglichſt zerſchoſſen und zerſchliſſen, ſondern neu, bunt gewebt und glänzend ſein. Wenn die junge Garde nicht zuſammentreffen kann, ohne von Hunden und Pferden zu reden, verſammelt ſich nicht die alte Garde von
ohne mit einer Kritik von der Serviette zu be⸗ ginnen und auf die Dynaſtie des Tiſchzeuges überzugehen. Das beſte Service wird aufgebaut, alles vorhandene Silber auf das Gewaltſamſte geputzt und dem Auge wohlgefällig arrangirt, die verſchiedenen Kuchen geſchichtet und die er⸗ forderliche geſchlagene Sahne, ſo wichtig wie die Auſter für ein Herrendiner, an der kühlſten Stelle im Hauſe auf— bewahrt.
Allmählich rückt die Stunde heran, in der die Wirthin Gäſte erwarten kann. Man iſt bei einem Damenkaffee nie pünktlich, das Erſcheinen richtet ſich nach dem beabſichtigten Effecte, je nachdem man auf das Tageslicht oder den Lampenſchein Toilette gemacht hat. Damen, die vermöge ihres Standes auf die ſchärfſte Sophaecke Anſprüche erheben können, erſcheinen ſtets, wie commandirende Generäle bei der Parade, zuletzt und bringen eine von allgemeinem Präſentiren der Handarbeiten begleitete Störung hervor. Ehe alle Eingeladenen verſammelt ſind, nimmt das Geſpräch keine beſtimmte Richtung an. Es bilden ſich kleinere Gruppen, die ſich in noch leiſem Tone unterhalten. Man äußert ſich in geiſtreicher Weiſe über Potichinomanie, eng⸗ liſche Stickereien und moderne Aermel- und Kragenfagçons, man bewundert eine anweſende Haube und beneidet ein eintretendes Kleid, ein ſchweres Armband, eine Uhr nicht größer als ein Viergroſchenſtück und begeiſtert ſich in Kaffee für die ſpätere Ventilirung der heiligſten Intereſſen des ſchönen Geſchlechtes.
Unterdeſſen haben die Arbeiten nicht eine Secunde lang aufgehört. Alle anweſenden Damen ſticheln, als hinge der Biſſen trockenen Brodes für den nächſten Tag von der Vollendung der vorliegenden Borde oder ſonſtigen Tapiſſerie ab. Wenn Talleyrand meinte, die Sprache ſei da, um die Gedanken zu verbergen, ſo meinen wir, daß, wo Ge⸗ danken fehlen, es kein beſſeres Mittel gibt, ihren Mangel zu verſtecken, als weibliche Handarbeiten. Nebenbei laſſen ſich aber für begabte hoffnungsvolle Naturen hinter dieſen
wurde Leon Foucault in Paris auf die Abweichungen der Pendel wieder aufmerkſam. Er ſagte, daß jedes Pendel nach Rechts abweiche, und behauptete, es komme das daher, weil die Erde unter dem Pendel fortrücke, die Schwingungsebene des Pendels im Raume aber unverändert bleibe, wegen der Trägheit der Materie. Man beachtete nicht, daß man den Gegnern des Coper⸗ nicanismus damit in die Hände arbeite. Dieſe, z. B. Dispek, der Verfaſſer des Apostata Copernicanus und Andere, hatten ſchon geſagt, wenn ein Adler ſich von ſeinem Neſte erhebe und in bedeutender Höhe an einem und demſelben Punkte ſchweben bliebe, ſo würde er ſein Neſt nicht wieder finden können, weil die Erde mit einer ſo großen Geſchwindigkeit unter ihm hinwegeilte, daß er nicht nachfolgen köͤnne. Ein in Ungarn emporgeflogener und einige Zeit in der Luft gebliebener Adler z. B. würde in Frankreich wieder nieder kommen, eben wegen der Trägheit der Materie. Es wurde dieſen Leuten mit Recht entgegnet, daß, wenn die ganze Luftſchicht ſich mit der Erde drehe, nothwendig auch die in derſelben ſchwebenden Vögel, Luftballons ec. gleichmäßig dem Laufe der Erde folgen müßten, und nun treten die gelehrten Phyſiker unſrer Tage mit gleichen ſchartigen Waffen auf und ſagen, die Schwin⸗ gungsebene der Pendel bliebe wegen der Trägheit der Materie zurück. Ehe ich ihnen zugebe, daß das Pendel unberührt von einer Umdrehung der Erde bleiben könne, müſſen ſie den alten Anti⸗Copernicanern zugeben, daß auch andre in der Luft ſchwebende Körper, als Vögel und Luftballons, von der Erdbewegung unbe⸗ rührt bleiben— und dann ſtehen wir wieder auf dem alten Punkte.
„An dergleichen dachten aber unſre Phyſiker natürlich nicht, denn ihr Streben ging nur dahin, den endlich gefundenen ver⸗
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meintlichen Beweis für die Erdumdrehung zur Geltung zu bringen. Im Grunde blieb Foucault ſelbſt den Beweis für die Abweichung des Pendels in den Gegenden zwiſchen dem Pol und dem Aequator ſchuldig. Nachdem er ausführlicher gezeigt hatte, daß die Schwingungsebene des Pendels unabhängig von den Verän⸗ derungen(Drehungen) des Aufhängepunktes ſei, folglich ein ſchwingendes Pendel auch von der Axendrehung der Erde unbe⸗ rührt bleiben und im Weltraume ſtets die gleiche Lage behalten werde, die beobachtete Abweichung deſſelben alſo nur eine ſchein⸗ bare und Folge davon ſei, daß die Erde unter ihm hinwegrückte, — ſo verſuchte er den Beweis, daß das Experiment in ſeiner ganzen Reinheit unter dem Pole gelingen müſſe, weil dort die Erde in 24 Stunden eine vollſtändige Umdrehung unter der ſich gleichbleibenden Schwingungsebene des Pendels machen müſſe, wovon ſich aber freilich Niemand überzeugen kann, da bis jett die Straßen nach den Polen in einem noch zu ungangbaren Zuſtande ſind. Hierauf bemerkt er, daß ſich die Erſcheinung in unſern Breiten durch ein etwas ſchwer zu beurtheilendes Element eom⸗ plicire, weil die Horizontal⸗Ebene eine immer ſchiefere Richtung gegen die Erdaxe und die Verticale annehme, woraus eine Ver⸗ zögerung der ſcheinbaren Bewegung der Schwingungsebeneentſtehe, bis dieſe Bewegung unter dem Aequator zu Null werde und in der ſüdlichen Halbkugel ihre Richtung umkehre. Um das Geſetz zu beſtimmen, nach welchem ſich die Bewegung unter verſchiedenen Breiten ändere, müſſe man mathematiſche und mechaniſche Be⸗ trachtungen zu Hilfe nehmen, die mit der beſchränkten Ausdehnung
der von ihm angegebenen Mittheilung nicht verträglich wären,
daher er ſich mit der Angabe begnügen müſſe, daß bei Vernach⸗ läſſigung gewiſſer ſecundären Erſcheinungen zwei Methoden über⸗
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