Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
450
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ALBUI.

Bauernfeld.

Proletariers Anmuth.

Wie die Reichen mich verdrießen, Die den Mammon, den ererbten, Unbarmherzig frech genießen,

Die Selbſtſüchtigen, Verderbten,

Alſo ärgern mich die kleinen

Bürger, die ſich müh'n und plagen Und vergnügt, zufrieden ſcheinen, Wenn ſie juſt ſich durchgeſchlagen,

Und die Leute mit Talenten, Sogenannte Literaten,

Die bei ihren Geiſtesrenten Gar nicht übel ſind berathen

Die mit Armuth coquettiren, Dieſe Kecken, dieſe Dreiſten, Die ſich laſſen honoriren, Dieſe ärgern mich am meiſten.

Brauchen wir die Talentirten, 2 Die an Adels Stelle treten?

Oder auch die Deputirten

Mit den ewigen Diäten?

Ich bin Menſch und weiter gar nichts, Menſchenwürde muß man ehren;

Ich beſitze nichts und ſpar' nichts, Darum ſoll man mich ernähren.

Arbeit ſcheu' ich, das verſteht ſich! Ordnung mag ein Andrer loben! Doch Geduld die Welt, ſie dreht ſich, Und wir kommen noch nach oben.

Iſt der Communismus fertig,

Freut euch dann, Ariſtokraten!

Seid des Schlimmſten nur gewärtig, Reiche, Krämer, Literaten!

franz Schubert. 8

(1851.)

Dank Gott, daß du geſtorben biſt! Dein Ruhm iſt dir gewiß,

Seit dich gelobt der berühmte Lißt Und das leichtſinnige Paris.

Ein echter Wiener und ein Genie! Es ſtaunt das ganze Land;

Die Wiener ſelbſt erfuhren's nie,

Als nur aus dritter Hand.

Dank Gott, daß du geſtorben biſt! Du hätt'ſt es nicht weit gebracht; Sie hätten dich nicht in Lebensfriſt Zum Hofkapellmeiſter gemacht.

Gedichte von Bauernfeld. Zweite vermehrte Auflage.

Feuilleton.

Es hat mich da Einer herunter gemacht, Weil ich das Franzöſiſche lobte

Und weil ich mit keinem Lobe bedacht Das vaterländiſch Erprobte.

Mein Gott, der Eine lobt die Kuh,

Der Andre lobt die Kälber,

Der Dritte noch den Ochſen dazu,

Ein Vierter lobt ſich ſelber.*

Das deutſche Theater lobeſan,

Es greift ja in fremde Taſchen,

Und wenn ich's vom Urquell ſchöpfen kann, Was brauch' ich eure Flaſchen?

Den deutſchen Heine halt' ich hoch,

Die fränk'ſche Rachel nicht minder;

Wo kein Genie iſt, da bleibt ein Loch Bedenkt das, liebe Kinder.

Poetiſches Tagebuch. (In zahmen Kenien von 1825 1850.) 3

Reiner Menſchheit ſchönſte Blüthe Heg' ich treulich im Gemüthe,

Doch fühl ich jezuweil ein Drängen, Den Menſchlein etwas anzuhängen.

Als ich jung war, da war ich arm, Hatte gar oft nicht zu eſſen warm, Den Stiefeln fehlten die Sohlen Es war zum Teufelholen!

Auch Holz hatt' ich nicht immer; Aber mein Sinn ſtand hoch,, Und heiß und glühend liebt' ich doch, Wenngleich im ungeheizten Zimmer.

Ich hatte den Muth und ſie den Willen So entſtand der Muthwillen.

Dick und Dünn und Große, Kleine Gleiches Licht und Sonne hatten, Aber Jeder vom Vereine

Warf ſich ſeinen eignen Schatten.

Traut nur einem Dichter nicht! Dieſes Volk, das vielgeübte, Wandelt Freundin und Geliebte Und ſich ſelber zum Gedicht.

Ja, es gibt noch Glück im Leben, Sprech' es aus mit Ueberzeugung: Ueber alle Schmerzen will uns heben Eine allertiefſte Herzensneigung.

Wie man ſich auch wehren mag, Bald iſt alles hingeſchwunden: Jubeltag wie Jammertag Dauert vierundzwanzig Stunden.

Leipzig: F. A. Brockhaus. 1856.

8

Meine geboten, il ſich eingerie die Abſicht auch die R des Bluts zu weit ge Sie hätte freilie ſcheinbar davon abg aber indenn mir ganz! forderung

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Miine ſeſſeeht au ſnäne ſt Ahues A deShnnß leſe, ven ich ſevo gen, dn mens a aus de So ein Erbthe auſche ſtipendi Almoſe b ſichern

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