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Meine noch viel wirkungsreichere Kraft bekunde, als in der einfach realiſtiſchen.
Das Capriciöſe, Unmotivirte, Unerwartete iſt beſon⸗ ders hervortretend in dieſen Erzählungen. Iſt es vielleicht ein berechtigtes Element der Novelle überhaupt? Jedenfalls möchten wir für unſer Theil das Originelle deſſelben weder aus der Kunſt noch aus dem Leben verbannt wiſſen, und aſt will es uns ſcheinen, als habe Herr Grimm in der umfangreichen Erzählung„Das Kind“ eine Verkörperung
der naiven Caprice, eine Verherrlichung des unbewußten, rückſichtsloſen Naturells zur Anſchauung bringen wollen.
448 1 1 Novellen⸗Zeitung.
Dieſes„Kind,“ dieſe kecke, friſche, zuverſichtliche Natur⸗ ſeele der„teppichunterbreiteten Exiſtenzen“ iſt des Autors originellſte und glücklichſte Schöpfung.
So finden wir denn im Allgemeinen in den vorliegen⸗ den Proben der Poeſien Hermann Grimm's kein bahn⸗ brechendes Genie, aber eine ſichere, Achtung gebietende Bildung; keinen unerhört originalen, neu eroberten Lebens⸗ inhalt, aber eine vollendete Form und einen feinen, hohen Takt; keinen Epoche machenden Realismus, aber eine liebenswürdige Romantik, die an Tieck's ſchönſte Schil⸗ derungen erinnert. R. Giſeke.
Allgemeiner Anzeiger.
Schönes Hochzeits⸗ und Geburtstagsgeſchenk! Wilhelm Schubert,
3. vermehrte Auflage. Eleg. geb. 25 Sgr. Prachtausgabe 1 Thlr. (Verlag von J. Wallerſtein.)
Selten iſt wohl ein Buch von der Kritik ſo einſtimmig günſtig beurtheilt worden, als gegenwärtiges. Wir ent⸗ halten uns deshalb jeder weitern Empfehlung und führen
hier nur eine kleine Probe des Inhalts an: Verlaß dich nicht auf Menſchen!
Menſchenruhm— kein Heiligthum! Heute will man dich vergotten, Morgen hörſt du dich verſpotten. Suchſt du nur bei Menſchen Ehr', Haſt du wenig; ſuche mehr.
Menſchengunſt— ein Nebeldunſt! Die dich liebend heut umfaſſen, Können morgen ſchon dich haſſen. Drum ſei weiſe; nur der Thor Stützt ſich auf ein ſchwankend Rohr.
Menſchengruß— kein ſichrer Fuß! Mancher fragt, wie dir's ergehe,
Ging dir's wohl, ſo thät's ihm wehe. Süße Worte, falſche Treu,
Das iſt in der Welt nicht neu. Menſchenwort— kein feſter Hort! Heute heißt's: Mein Wort zum Pfande! Morgen: Ich bin's nicht im Stande, Denn der Spruch: Ein Wort, ein Eid, Gilt nicht mehr in unſrer Zeit, Menſchenmacht— ſinkt über Nacht! Die noch heut' wie Berge ſtehen,
Kann der Wind wie Spreu verwehen. Wer auf Menſchenmacht vertraut,
Hat ſein Haus auf Sand gebaut.
Menſchengut— ein ſchlechter Hut! Nicht mit allen Goldeshaufen Läßt ſich Sicherheit erkaufen.
Wer auf Reichthum ruhen will, Ruhet nicht Minuten ſtill. u. ſ. w.
Vorräthig in jeder Buchhandlung.
Im Verlage von Franz Duncker in Berlin er⸗
ſcheint täglich die
Volks-Zeitung.
Vom Herzen zum Herzen.
Organ für Jedermann aus dem Volke.
Preis vierteljährlich bei allen königlich preuß. Poſt⸗ anſtalten 25 Sgr.; bei den übrigen 1 Thlr. 6 Sgr.— Inſertionsgebühren 2 Sgr. die Zeile.
Dieſe billigſte aller politiſchen Zeitungen gibt täglich eine treffende Beleuchtung der Zeitfragen und eine gedrängte Ueberſicht der Ereigniſſe. Die neueſten Nachrichten erhält ſie auf telegra⸗
phiſchem Wege.— Außerdem verſucht die Zeitung die allgemeine Bildung des Volkes durch klar geſchriebene naturwiſſenſchaftliche Artikel zu fördern und ſonntäglich in beſonderer Beilage auch Literatur, Kunſt und Wiſſenſchaft in ihr Bereich zu ziehen.— A. Dieſterweg urtheilte in den Rheiniſchen Blättern über die Volkszeitung:„Kein deutſches Blatt hat für das Volk im engern Sinne des Wortes Aehnliches geleiſtet; aber auch der gebildetſte Mann wird ſie mit Vergnügen und Belehrung leſen. Es iſt ein Volksblatt, das auf der Höhe der Zeit ſteht: denn ſein Ziel iſt die Belebung und Hebung des Volksbewußtſeins, die Ver⸗ ſittlichung und Läuterung ſeines politiſchen Strebens, die Ent⸗ wickelung und Steigerung ſeiner geiſtigen Befähigung.“
Die Volkszeitung iſt, wie ſchon aus dieſem uUrtheil hervorgeht, durchaus kein Localblatt, ſondern wird mit gleichem Intereſſe an allen Punkten Deutſchlands und des Auslandes geleſen werden.
Anzeigen darin finden die weiteſte Verbreitung, da dieſelbe
erſte Stelle einnimmt.—
Bei Perrotin in Paris erschien und ist für Deutschland
durch Alphons Dürr in Leipzig zu beziehen:
MtMolREs ET CORRESPONDANCE
POLTTIOUE ET MIIITAIRE DUROI JOSEPH BONAPARTE.
Publiés, annotés et mis en ordre Par A. du Casse. Deuxième Edition. 10 forts vols. Preis eines jeden Bandes 2 Thaler.
Redigirt unter Verantwortlichkeit von Alphons Dürr in Leipzig.— Verlag von Alphons Dürr in Leipzig.— Druck von Gieſeche à Devrient in Leipzig,
unter der Berliner Zeitungspreſſe hinſichts der Abonnentenzahl. jetzt die zweite und, was die L eſeranzahl betrifft, gewiß die
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