Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
434
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Giovanni Mel

Die Lippe.

Sag' mir, ſag' mir, kleine Biene, Wohin fliegſt du alſo früh? Denn die Gipfel der Gebirge, Schaue, noch nicht glühen ſie.

Es erzittert ja der Thau noch Auf den Wieſen für und für, Drum gib Acht, daß du nicht netzeſt Deine goldnen Flüglein dir.

Schläfrig liegen noch die Blumen In den Bettchen dicht verhängt, Und ſie halten ihre kleinen Taumelköpfchen noch geſenkt.

Doch dein Flügelchen bemüht ſich, Doch du eilſt und ruheſt nie; Sag mir, ſag' mir, kleine Biene, Wohin fliegſt du alſo früh?

ALBL

Suchſt du Honig? Ihn verſchließt noch

Jeder Kelch; drum laß den Flug, Zeigen will ich dir ein Oertchen, Honig gibt es da genug.

Kennſt du nicht mein ſüßes Liebchen, Mit den Augen ſchön und klar? Ihre Lippe hegt erleſ'ne Honigſüße immerdar.

Auf den roſenrothen Lippen Von dem allerliebſten Kind Gibt's den wonneſamſten Honig; Saug' ihn, ſaug' ihn, flieg' geſchwind!

Denn die Wonne hat auf ihnen Sich ihr Blumenneſt gewebt, Anzulocken jede Seele,

Die vom Liebeshauch erbebt.

Nimmer gibt's ein ſüßer Schickſal Auf dem weiten Erdenrund, Als zu küſſen, als zu ſaugen Meiner Nice kleinen Mund.

Der Mund.

Dieſe blonden Ringellocken, Gärten ſind's voll Blüthenflocken, Alſo herrlich, alſo wonnig,

Ihres Gleichen gibt es nicht.

Doch das Mündchen mit den kleinen Zähnen, alabaſterfeinen, Goldne Locken, die mich blenden, Ach verzeiht, iſt ſchöner noch.

Ich geſteh' es, liebe Brauen, Prächtig ſeid ihr anzuſchauen,

Novellen⸗Zeitung.

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Lieder des Giovanni Meli von Palermo. Aus dem Sicilianiſchen von Ferdinap⸗ 6

Gregorovius.

*

Seid ſo wunderſchön gebogen, Eures Gleichen gibt es nicht.

Doch das Mündchen alſo ſüße, Wenn es lispelt Gruß um Grüße, Schöne Brauen, liebe Brauen, Ach verzeiht, iſt ſchöner noch.

Augen, Amor's Allgewalten Im Triumph müßt ihr entfalten, Euer Zucken, euer Blicken, Flammenpfeile ſind's von ihm.

Doch das Mündchen, wenn es leiſe Sich erſchließt zur Sangesweiſe... Augen... weh! ihr ſchaut mich an... Ach verzeiht, ich ſag' nichts mehr.

Die Stimme. 8

In den Lüften fliegt ein Stimmchen Alſo lieblich, alſo linde, Daß das Herz es ſtill empfinde, Leiſe, leiſe ſchwebt es auf.

Auf der Amorinen Flügeln, In dem Gleichgewichte ſchaukelnd, Steigt es, fällt es, zierlich gaukelnd, Wieder ſteht es ſtill im Lauf.

Gleich als hätte es den Schlüſſel Aller Herzen und Gefühle, Oeffnet, ſchließt es ſie im Spiele: Mit der Anmuth Zauberbann.

Bis hinab zur Seele ſchlüpft es, Hebt empor ſie ſchmeichelnd leiſe, In ſo liebeſüßer Weiſe,

Die man nicht beſchreiben kann.

Wenn es wehmuthsvoll und klagend Körper leiht dem tiefen Grame, Gibt ſelbſt Amor's wonneſame Harfe nicht ſo bangen Schall.

Wenn es luſtig dann entflattert, Wenn es ruht und wenn es trillert, Scheint die Luft als ob ſie ſchillert, Glanz und Jubel überall.

Wenn es abbricht eine Npte, Von den Grazien verführet, Wird's dem Hörer, als verlieret 8 Er den Odem auch dazu. 1

Wenn es ſchwach und immer ſchwächen

Schwindet, ſtirbt im leiſen Halle) Reißt es um die Herzen alle; Sags, Amor, ſag es du!

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[II. Jahrg.

7

Leipzig: F. A. Brockhaus. 1856.

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