Jahrgang 
27-52 (1856)
Seite
428
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3 428 Novellen⸗Zeitung.[II. Jahrg. V(Nr. 27. Bei dem Uebergange über die Berge von Muzaja com⸗ trächtliche Verdienſte. Um ſeine Leiſtungen gehörig wür⸗ V V wilig in mandirte Bedeau das 17. leichte Regiment. In Folge digen zu können, muß man die Ausdehnung dieſer Provinz eine Gun einer mehrere Tage vorher erhaltenen Wunde ging er lahm und den Charakter des damaligen Gouverneurs, des Ge⸗ Jahre1 und hatte hier noch das Unglück, durch eine Kugel in die nerals Lamoriciere, in Betracht ziehen. Der General fing u Naſe getroffen zu werden. Deſſenungeachtet blieb er Lamoricière, ſo ausgezeichnet in ſeinen Operationen und V Er uund mitten unter ſeinen unerſchrockenen Soldaten und beſeelte der Hauptverwaltung Oran's, beſchäftigte ſich nicht mit olter n ihren Muth durch Worte und Geberden. Zu wiederholten den geringfügigen Angelegenheiten der Provinz, wenn es umenit Malen ſtellte er ſich an die Spitze ſeiner Truppen und nicht unbedingt nöthig war; alle dieſe Sachen fielen dem gewond fführte ſie dem Feinde wieder entgegen, ſo oft ſie vor ihm Vicegouverneur zur Laſt. War Lamoriciéère abweſend, ſo vohuſe Aurückgewichen waren. Nachdem endlich die Araber ihre erſetzte Thierry ſeine Stelle als Generalgouverneur; übri⸗ ſch ſpe⸗ Ppoſition verlaſſen hatten, dachte er nicht eher an ſeine er- gens hatte Letzterer ſtets die Verwaltung der Proviant⸗ Währen haltene Wunde, als bis er überzeugt war, daß man alle und Munitionsangelegenheiten. Man konnte ſicher ſein, folgt todten und verwundeten Soldaten vom Schlachtfelde fort⸗ daß die entfernteſten Poſten zur richtigen Zeit mit Lebens⸗ wd getragen habe. Gleich wie ein Schiffscapitain ſein geſchei⸗ mitteln und Munition verſehen wurden und keine Expe⸗ 5 tertes Schiff zuletzt verläßt, ſo blieb auch er bis zuletzt auf ditionscolonne je deshalb in Verlegenheit kam. Bei der nadiich dem Schlachtfelde und ſorgte dann erſt für ſeine Wunden. V ſo beträchtlichen Größe der Provinz Oran, wo man den di 44 Deerr General Bedeau war ein tüchtiger und tapferer Sol⸗ Krieg durch einzelne detaſchirte Colonnen führen mußte, Vahre dat im wahren Sinne des Worts; er war außerdem noch die oft mehrere Monate unterwegs waren, war dies Alles traldire intelligent und von feſtem Charakter. Mit dem General V keine Kleinigkeit. V Coloni Lamoriciére hat er in der Provinz Oran die unglaublichſten Thierry führte Alles aus, was oft unmöglich ſchien, Ci Mühſeligkeiten getheilt und ihm ſtets als wahrer Freund und Bugeaud machte ihm darüber ſein Compliment, als 1 Notizer zur Seite geſtanden. eer nach der Schlacht bei Isly zurückkehrte. Seine Admi⸗. d Victor Thierry trat im Jahre 1806 in die Mili⸗ niſtration war väterlich, man kann ihn keines einzigen Lerwa tärſchule; im Jahre 1807 wurde er Unterlieutenant und Actes der Härte beſchuldigen. Von den Summen, die er Keachte 1810 ernannte man ihn zum Capitain. Im Jahre 1812 bei der Adminiſtration erſpart hatte, konnte man ganze ummer ddecorirte ihn der Kaiſer Napoleon in der alten Czaaren⸗ Dörfer bauen. Die Verdienſte des General Thierry be⸗ in Alg burg Moskau's mit eigener Hand. Im Jahre 1815 wurde ſchränken ſich aber nicht bloß auf Algerien. Als er im verſchi er, wie ſo viele Andere, verabſchiedet. Im Jahre 1819 Jahre 1848 zum Commandanten von Verſailles ernannt AVaffe trat er wieder in Dienſt, hatte aber, ſeiner politiſchen Mei- worden war, verſorgte er die Generale in Paris mit einem 1nan k nung wegen, ein trauriges Avancement. Am 23. Auguſt Theil der Artillerie, die man zur Bekämpfung der Inſur⸗ der Fe 1823 wurde er Bataillonscommandant und im Jahre genten nöthig hatte. zu eine 1828 Oberſt. Als er 1841 nach Afrika geſchickt wurde, Wenn man die vortrefflichen Werke des General 3 Shf zeigten ſich ſeine militäriſchen Talente, die ihn ſpäter ſo Daumas über die Pferde der Sahara und über Kabylien inäigen berühmt gemacht haben. Er nahm glänzenden Antheil an lieſt, ſo muß man glauben, derſelbe ſei aus irgend einer Achtung der militäriſchen Expedition nach Mascara und Tagedempt hohen Militärſchule hervorgegangen. Dem iſt aber nicht In und erwarb ſich als Vicegouverneur von Oran nicht unbe⸗ ſo. Sohn eines Generals, trat er im Jahre 1822 frei⸗ Die Re A Gebe

V keinen Kern; die meiſten Bäume geben keinen Schatten, denn zum Theil joviale Darſtellungsweiſe iſt glücklich zu nennen; wir

ihre Blätter wenden nicht die breite Seite, ſondern den Rand der haben als Probe die Don Carlos⸗Anekdote der Frau Bethmann

Sonne zu. a.

hier bereits abgedruckt. Schließlich jedoch können wir einige Gedächtnißfehler, die ſich in die kleine Schrift eingeſchlichen, nicht zu erwähnen unterlaſſen. Falſch iſt es z. B., daß Iffland beim 1 Literatur und Muſik. Gaſtſpiel in Weimar den Egmont geſpielt haben ſoll, er iſt in dieſem Stücke ſtets als Alba aufgetreten. Auch was der Verfaſſer

Erinnerungeneines Weimariſchen Veteranen aus von der Schiller'ſchen Bearbeitung des Egmont über das Auftreten dem geſelligen, literariſchen und Theater⸗Leben. Nebſt Original⸗ Alba's im letzten Acte ſagt, beruht auf einem Mißverſtändniß. mittheilungen über Goethe, Schiller, Herder, Wieland, Fichte, Das Buch dieſer Bearbeitung exiſtirt noch in Weimar, und Herr Böttiger, Jean Paul, Joh. v. Müller, Clemens Brentano, Dr. Diezmann in Leipzig, der eine Abſchrift davon beſitzt, gab uns Zacharias Werner, Iffland, Haydn u. A. Von Heinrich Gelegenheit,

dieſelbe mit Herrn Schmidt's Aeußerungen zu

Schmidt. Leipzig. F. A. Brockhaus. 1856. vergleichen. Der Verfaſſer iſt ein geborner Weimaraner, deſſen Erinne⸗. rungen bis in die achtziger Jahre des vorigen Säculums hinauf⸗ Lieder der Reaction. Erſtes Heft. Berlin. Verlag 4

reichen; er hat mit Wieland's Kindern geſpielt, iſt mit Herder von Ludwig Rauh. 1856. verſchwägert geweſen, war Schüler Böttiger's, des von Tieck Ein auf den Kopf geſtellter Georg Herwegh! Auch eine. ſo perſiflirten Gymnaſialdirectors, ſtudirte dann in Jena, wo Weltanſchauung! Im Uebrigen läßt ſich nich s dazu ſagen. Der.* er Schiller's Vorleſungen, Maria Stuart und Jungfrau von Verfaſſer gibt, was er geben will. Die Proben im Album mögen Fahr

Orleans, beiwohnte, und beſtimmte ſich endlich, dem allgemeinen für oder gegen ſich ſelbſt ſprechen. iluſt Kunſtenthuſiasmus jener Jahre folgend, für das Theater. Schiller Lala und Goethe ſelbſt haben die erſten Verſuche dieſes Thaliaſchülers Ferdinand Gleich, op. 4. Die goldene Brücke. Romanze Liga geprüft und von Wilhelm Meiſter unterſchied er ſich nur dadurch, von Emanuel Geibel. Für Bariton mit Begleitung des Piano⸗ niſen daß er den naan Beruf mit mehr Ausdauer verfolgte und, nachdem forte. Leipzig, C. F. Kahnt. Preis 12 ½ Ngr. Nuna das Theg ſelbſt ihm verleidet war, durch Uebernahme Schon die Wahl von Geibel's ſchönem Liede: b ewdd einer Duß e Kunſt zu fördern verſuchte. Herr Schmidt Am Rhein, am grünen Rheine,. 5 nte hat ack Theater in Brünn geleitet. Aus alle dem 3 i dn

flerlel Da iſt ſo mild die Nacht genug beſitzen muß, mit ſeinen Erinne⸗ wird vielen Beifall finden, und können wir der Compoſition unſere dchen zu füllen. Auch ſeine einfache, volle Anerkennung nicht verſagen. Die Romanze entſpricht allen/

geht h rung.